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„Die Öffentlichkeit wird beteiligt“

Die geplante Biogasanlage der münsteraner Firma Revis Bioenergy am C-Port wird heftig diskutiert. Revis-Geschäftsführer Simon Detscher äußert sich zu besonders strittigen Fragen.

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Simon Detscher (© Revis)

Simon Detscher (© Revis)

Der Saterländer Bürgermeister Thomas Otto schreibt auf Facebook, bei seinem Besuch an der Anlage habe es dort sehr gestunken. Die Bürgerinitiative Sauberer C-Port, die Montagabend vor Ort war, hat nichts gerochen. Wie kann man das erklären?

Wahrnehmungen sind immer subjektiv. Unsere Anlage befindet sich derzeit und damit auch zum Zeitpunkt der Besuche im automatischen Betrieb. Nach meinem Kenntnisstand gehen von der Anlage keine Beeinträchtigungen aus. Mir sind im Übrigen auch bis zum heutigen Tag keine Beschwerden von Anwohnern bekannt.

Neben der Geruchsemissionen ist der Schutz der Sagter Ems ein Thema. Wie wird sichergestellt, dass die Wasserqualität durch die Einleitungen nicht leidet?

Das Thema Geruch wird von uns technisch und organisatorisch mit der höchster Sorgfalt behandelt. Das Gleiche gilt für den Gewässerschutz, der eines der höchsten Güter ist, die wir bei unseren Anlagen berücksichtigen. Allein für das Thema Gewässerschutz ist von einem unabhängigen Sachverständigen ein den behördlichen Vorgaben entsprechendes 70 seitiges Gutachten erstellt worden. Die Inhalte kann ich jetzt schlecht in wenigen Zeilen detailliert wiedergeben. Fest steht: Die Vorgabe für uns ist, dass durch unsere Anlage die Wasserqualität nicht zu verschlechtern. Und das können wir nach Aussage des Gutachtens gewährleisten.

Kann man dieses Gutachten schon irgendwo lesen?

Bei dieser Frage möchte ich einige Sätze über den komplexen Genehmigungsprozess einer Anlage verlieren, wie wir sie bauen wollen. Wir sind gerade in der ersten Stufe. Da wird von den zuständigen Fachbehörden und Gemeinden unter Koordination des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg geprüft, ob so eine Anlage grundsätzlich und vor allem auch an diesem Standort überhaupt genehmigungsfähig ist. Wenn dem so ist, werden unser Antrag und alle dazu gehörenden Unterlagen öffentlich ausgelegt. Das ist der zweite Schritt. In dieser Phase kann jeder Bürger sich das alles ganz genau ansehen und Bedenken äußern. Soweit dann Bedenken und Einwände aller Fachbehörden und Bürger ausgeräumt werden, kommt es zur offiziellen Genehmigung. Diese ist dann – das ist meine Erfahrung – meist mit vielen Auflagen verbunden. Wir sind mitten im Prozess, der sich noch über Monate hinziehen wird. Über Genehmigung und Bau der Anlagen wird erst noch entschieden. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist dabei ein wichtiger Schritt, bei dem die Bürger einbezogen werden und auch durch ihre demokratisch gewählten Vertreter jederzeit involviert sind.

Ein Thema ist die Menge des zu verarbeitenden Rohstoffs. Wie viel wird das sein?

Wir planen mit etwa 200 Lkw täglich wovon rund 65 unsere Produkte wie Bio-LNG und Dünger abholen. Der Rohstoff, vorwiegend Mist, kommt aus der Region mit einer Entfernung von durchschnittlich etwa 25 bis 30 Kilometer. Das ist insgesamt übrigens kein zusätzlicher Verkehr. Der Überschuss an Mist aus der Region wird ja auch heute schon mit Lkw abtransportiert, beispielsweise nach Ostdeutschland. Bei unserer Anlage sehen wir eine werktägliche An- und Ablieferung zwischen sechs und 22 Uhr mit Spitzen zwischen acht und 18 Uhr vor.

Die BI hat erkennen lassen, dass sie den Standort C-Port für wenig geeignet hält. Warum haben Sie sich für den C-Port entschieden?

Eine Vielzahl von Gründen sprechen für den Standort C-Port. Entscheidend waren für uns Logistik und Rohstoffverfügbarkeit. Ein weiterer Aspekt war, dass es sich um ein Industriegebiet handelt und so die Voraussetzungen für eine Genehmigung gegeben sein könnten. Wir sind der Überzeugung, dass wir an diesem Standort einen nachhaltig wirtschaftlichen Betrieb aufbauen können, der modernsten Gesichtspunkten entspricht und für die Region positive Aspekte bringt.

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