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Die Kaufkraft sinkt

Thema: Anstieg der Verbraucherpreise – Die Inflationsrate liegt mit 3,8 Prozent weit über dem angestrebten Wert von 2 Prozent. Doch auch der bedeutet eine dauerhaft schleichende Geldentwertung.

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Die Zahl an sich ist keine Überraschung: Im Vergleich zum Juli 2020 haben sich die Verbraucherpreise in Deutschland durchschnittlich um 3,8 Prozent verteuert. Das ist die höchste Inflationsrate seit fast 30 Jahren. Doch das Statistische Bundesamt sieht keinen Grund zur Panik: Durch die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuer im Juli 2020 und die Einführung des CO2-Preises im Januar sei die Zahl wenig aussagekräftig. 

Alles gut also? Nein. Zum einen liegt die isoliert betrachtete Teuerungsrate bei Lebensmitteln bei 5,4 Prozent und damit deutlich über den Einsparungen, die 2020 durch die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung erzielt wurden. Zum zweiten erwarten Volkswirte, dass die Teuerungsrate sich bis Jahresende auf dem aktuellen Niveau halten oder sogar auf 5 Prozent ansteigen wird. Zum dritten liegt die deutsche Inflationsrate weit über dem von der EZB als Ziel gesetzten Wert von 2 Prozent, ohne dass irgendwelche gegensteuernden Maßnahmen erkennbar wären.

Die Verbraucher verlieren

Vor allem aber bedeutet der Wert einen realen Kaufkraftverlust, ohne dass entsprechende Lohnsteigerungen abzusehen sind. Daran allerdings hat man sich offensichtlich bereits gewöhnt: Die von der Gewerkschaft der Lokführer aktuell geforderten Lohnerhöhungen von 1,4 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im kommenden Jahr würden selbst die angestrebte zweiprozentige Inflation nicht ausgleichen – von 4 oder 5 Prozent ganz zu schweigen. Und selbst wenn die EZB ihr Inflationsziel erreicht, ist das für den Verbraucher kein Grund zum Jubeln: Da jährliche Lohnsteigerungen von durchschnittlich 2 Prozent auf absehbare Zeit kaum irgendwo zu erwarten sind, bedeutet auch die angestrebte Inflationsrate nichts anderes als eine dauerhaft schleichende Geldentwertung.

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