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Die Initiative geht häufig von den Mitarbeitern aus

Dienstradleasing ist in. Allein Zweirad Frerichs in Friesoythe betreut im Nordkreis 300 Unternehmen, die das Programm ihren Mitarbeitern anbieten.

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Komplexes Thema: Vor vier Jahren musste Jana Frerichs die Firmen noch vom Dienstradleasing überzeugen. Inzwischen kommen Firmen und Arbeitnehmer von sich aus, um sich Kosten und Abläufe erklären zu lassen. Foto: Stix

Komplexes Thema: Vor vier Jahren musste Jana Frerichs die Firmen noch vom Dienstradleasing überzeugen. Inzwischen kommen Firmen und Arbeitnehmer von sich aus, um sich Kosten und Abläufe erklären zu lassen. Foto: Stix

Die Zeiten ändern sich. Und sie ändern sich schnell. „Vor vier Jahren mussten wir die Firmen vom Dienstradleasing noch überzeugen“, erzählt Jana Frerichs, die den Leasingbereich bei Zweirad Frerichs leitet. „Inzwischen kommen die Firmen von sich aus.“

Dienstradleasing ist ohne Zweifel in. 300 Firmen aus dem Nordkreis betreut Frerichs inzwischen. „Da sind kleine Unternehmen dabei, die nur ein Dienstrad haben und andere, bei denen es mehr als 30 sind“, erzählt die 32-Jährige. Erhebungen hätten gezeigt, dass im Durchschnitt rund zehn Prozent der Mitarbeiter eines Unternehmens beim Dienstradleasing mitmachen, wenn es angeboten wird.

Nur 0,25 Prozent des Listenpreises sind zu versteuern

Wie beim Dienstwagen least auch hier der Arbeitgeber das Fahrzeug und stellt es den Mitarbeitern zur Verfügung. Die monatlichen Leasingkosten werden während der meist dreijährigen Vertragslaufzeit vom Bruttolohn abgezogen, der Mitarbeiter kann das Rad dienstlich oder privat nutzen.

Einen Unterschied allerdings gibt es: Statt einem Prozent des Listenpreises wie beim Auto muss man beim Dienstrad nur 0,25 Prozent des Listenpreises selbst versteuern. Und wenn der Arbeitgeber die Kosten für das Dienstfahrrad selbst trägt, beispielsweise anstelle eines Bonus oder einer Lohnerhöhung, entfällt selbst die Versteuerung.

Reparatur- und Wartungsarbeiten sind inklusive

„Das rechnet sich für die Arbeitnehmer“, sagt Frerichs. Wie stark, hänge allerdings vom Einkommen und von der Steuerbelastung ab. Ein rund 3000 Euro teures E-Bike etwa käme bei einem Bruttolohn von ebenfalls 3000 Euro je nach Steuerklasse auf Nettokosten von rund 55 Euro im Monat. In drei Jahren fallen damit knapp 2000 Euro Kosten an. Wartungs- und Reparaturarbeiten sind damit bereits abgedeckt. Nach Ende der Vertragslaufzeit kann das Rad in den meisten Fällen für etwa 15 Prozent des Listenpreises erworben werden.

Oft sind es Mitarbeiter, die sich erst kundig machen und das Projekt dann der Unternehmensführung vorschlagen.“Jana Frerichs, Dienstrad-Expertin

Und so ist Frerichs auch nicht überrascht, dass die Initiative für das Dienstrad häufig von den Mitarbeitern eines Unternehmens ausgeht. „Klar kommen auch Chefs von sich aus zu uns“, sagt sie. „Oft aber sind es Mitarbeiter, die sich erst kundig machen und das Projekt dann der Unternehmensführung vorschlagen.“

So wie beispielsweise beim Friesoyther St.-Marien-Stift. „Wir bieten das an, weil die Mitarbeiter es gewollt haben“, heißt es aus der Personalabteilung. Seit März macht das Stift beim Dienstradleasing mit, nach Auskunft der Verwaltung wird das Angebot gut angenommen: Rund 25 der 690 Mitarbeiter nehmen daran jetzt schon teil.

Erläuterungen und Berechnungen sind für Verständnis wichtig

Die Abwicklung zwischen Leasinganbieter und Arbeitgeber läuft online und überwiegend automatisiert. Aufwändig sei in erster Linie die Beratung der Interessenten. „Die Mitarbeiter müssen das System der Bruttoentgeltumwandlung verstehen und sich Gedanken machen, wie es im Falle eines Verdienstausfalls weitergeht“, erläutern die Mitarbeiter der Personalabteilung im St.-Marien-Stift.

„Das Thema ist komplex“, sagt auch Jana Frerichs. „Man muss es anständig erklären und die Kosten vorrechnen, damit die Interessenten sich ein klares Bild machen können.“

Auch der Friesoyther Tierarzneimittelhersteller VetPharma bietet seinen Mitarbeitern Diensträder an – und nutzt dabei die Zugehörigkeit zu einem großen Konzern. „Im Rahmen eines deutschlandweiten Programms unserer Muttergesellschaft MSD zur Förderung des Gesundheits- und Umweltschutzes bieten wir seit rund drei Jahren über einen großen Anbieter Firmenfahrräder an“, sagt Geschäftsführer Tim Pöpken.

Rund 50 Mitarbeiter nutzen das Angebot und haben sich dabei überwiegend für E-Bikes entschieden. Das Unternehmen habe zudem, so Pöpken, die Fahrradstellplätze auf dem Gelände besser erreichbar platziert und erweitert.

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