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Deutsche Glasfaser will in Essen weiter ausbauen

Der Wettbewerb unter den Breitbandanbietern wird härter. Die Unternehmen buhlen mittlerweile auch auf dem Land um neue Kunden. In Essen wird das besonders deutlich.

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Soll beschleunigt werden: Der Glasfaserausbau muss besonders auf dem Land noch einen Rückstand aufholen. Foto: dpa/Kirchner

Soll beschleunigt werden: Der Glasfaserausbau muss besonders auf dem Land noch einen Rückstand aufholen. Foto: dpa/Kirchner

Die Deutsche Glasfaser hält an ihren Ausbauplänen für Essen fest. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Ziel sei weiterhin, neue Breitbandanschlüsse im Ort zu verlegen, sollte die Nachfrage entsprechend hoch sein. 

Die Deutsche Glasfaser wirbt seit einer Weile in Essen um künftige Kunden. Bis zum Stichtag 30. September werden Verträge mit ihnen abgeschlossen. Damit der Ausbau sich wirtschaftlich für die Firma lohnt, müssen mindestens 40 Prozent der Haushalte mitmachen. Bis Mittwoch hatten 9 Prozent unterschrieben. Die Unterschriftenliste wird jeweils freitags aktualisiert. Ob die Deutsche Glasfaser ihre Bagger in Essen in Marsch setzt, liege allein an den Bürgern, betont der Sprecher. "Wir wollen ausbauen und machen den Essenern ein gutes Angebot. Sie müssen jetzt entscheiden, welches das für sie bessere ist."

Gemeinde entscheidet sich für Mitbewerber

Denn mit der Glasfaser Nordwest buhlt in Essen ein zweites Unternehmen um Neukunden. Das Joint Venture von Telekom und EWE hat, wie berichtet, angekündigt, rund 1900 Haushalte mit schnellem Internet versorgen zu wollen. Ab Oktober wird es damit losgehen. Glasfaser Nordwest kann sich zudem auf die Unterstützung durch die Gemeinde verlassen, mit der es eine Kooperationsvereinbarung gibt. Die Ankündigung hat bei jenen Essenern, die bereits bei Deutsche Glasfaser unterzeichnet haben, für Irritationen gesorgt. Bürgermeister Heiner Kreßmann sagte gegenüber OM online, dass die Deutsche Glasfaser nach wie vor ausbauen könne. Dies sei eine unternehmerische Entscheidung. Die Gemeinde habe sich aber für eine Partnerschaft mit dem Mitbewerber entschieden. 

Der Wettbewerb um die Landgemeinden hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt aufgenommen. Das bestätigt auch der Sprecher von Deutsche Glasfaser. Noch vor 1 bis 2 Jahren hätten die Unternehmen das wirtschaftliche Potenzial nicht gesehen und seien deshalb vor der Versorgung ländlicher Regionen zurückgeschreckt. Dies habe sich aber geändert, wobei sich die Deutsche Glasfaser mit ihrem Hauptsitz in Borken als Vorreiter sieht. Heiner Kreßmann weist auf die Entwicklung im Oldenburger Münsterland hin. "Wir sind nach wie vor eine Wachstumsregion. Und das macht uns für die Kommunikationsunternehmen attraktiv." 

Während die Gemeinde Essen sich gegen die Deutsche Glasfaser entschieden hat, steht die Firma aktuell in Kooperationsverhandlungen mit der Gemeinde Lastrup. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen, bestätigt der Sprecher. Einzelheiten will er nicht verraten. Bürgermeister Michael Kramer hat allerdings bereits angekündigt, mit den Westfalen zusammenarbeiten zu wollen, um den Ausbau in seiner Kommune zeitnah voranzubringen. Von Vertragsunterzeichnungen rät er seinen Mitbürgern derzeit jedoch ab. Dafür sei es noch zu früh, sagt er. 

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