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Der Flüssiggas-Deal mit Katar oder tausche Pest gegen Cholera

Thema: Deutschland braucht Gas, um die ausbleibenden Lieferungen aus Russland zu ersetzen. Katar will einspringen. Das sind nicht nur schlechte Nachrichten.

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Ein Deal mit Katar? Das klingt wie: „Willkommen im Glashaus!“ Aber müssen wir uns wirklich nun alles gefallen lassen von den Scheichs, für die Menschenrechte nicht existieren? J-EIN – und das macht ein klein wenig Hoffnung.

Sicher, Katar ist alles andere als ein perfekter Partner. Auf ihn statt auf Putin bei der Energieversorgung zu setzen, das wirkt, wie Pest gegen Cholera zu tauschen. Am besten ist es natürlich, wenn man beide Seuchen niemals abbekommt. Dass das aber nicht immer so funktioniert, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat, sehen wir an diversen Beispielen in der Geschichte.

"Nein, der Deal hilft uns nicht über den Winter. Nicht über diesen, nicht über den nächsten."Anke Hibbeler

Die Putin-Pest indes ist deutlich schlimmer. Die Heilungschancen sind mies, die Behandlungsintensität hoch und ohne Medikamente, sprich Hilfe von außen geht es ohnehin nicht. Gegen die Katar-Cholera helfen dagegen auch Hausmittel; die Energiewende nämlich.

Wir haben nun einen Deal für 15 Jahre geschlossen und bekommen ab 2026 Flüssigerdgas in einer Menge, mit der sich etwa 3 Prozent des aktuellen Jahresbedarfs decken lassen. Wir haben also maximal ein Zeitfenster einen sehr kleinen Spalt aufgestoßen. Wollen wir Wind und Sonne wirklich reinlassen, muss ohnehin mehr kommen.

Nein, der Deal hilft uns nicht über den Winter. Nicht über diesen, nicht über den nächsten. Nein, das Emirat ist nicht toll. Aber Katar hat schon vor vielen Jahren begriffen, was wir gerade lernen: Gas ist eine Brückentechnologie. Jedes Vorkommen ist endlich. Wer reich bleiben will, muss mit dem Gas-Geld arbeiten. Katar tut das seit Jahren. Es legt dabei Wert auf langfristige Abkommen, fährt bei VW mit oder jubelt mit dem FC Bayern. Diese Art von Investments können auch Win-Win bedeuten. Neue Technologie könnte entstehen, Einfluss für Veränderungen genutzt werden. Das könnte vielen helfen. Ein Versuch ist es wert. 

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