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Der Bürgerwindpark in Vestrup kann bald ans Netz gehen

Im 2. Quartal 2022 ist die Inbetriebnahme geplant. Bürgerinnen und Bürger sollen sich über eine Genossenschaft beteiligen können. Deren Gründung stockt allerdings.

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Die letzten Arbeiten laufen: Bei der 3. Anlage werden derzeit die Gondel sowie die Rotorblätter mit einem Kran montiert. Foto: Kessen

Die letzten Arbeiten laufen: Bei der 3. Anlage werden derzeit die Gondel sowie die Rotorblätter mit einem Kran montiert. Foto: Kessen

Der Aufbau des Bürgerwindparkes in Vestrup ist fast geschafft. In der kommenden Woche wird laut der Betreiberfirma "Alterric" (ein Gemeinschaftsunternehmen der EWE und der Aloys-Wobben-Stiftung) die letzte der drei Windenergieanlagen vollständig installiert. Damit der "Bürger"-Windpark seinen Namen allerdings auch verdient, fehlt noch die Energiegenossenschaft, über die die Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen können. Die Gründung der Genossenschaft lässt allerdings noch auf sich warten.

Inbetriebnahme für das 2. Quartal 2022 geplant

Der vollständige Aufbau der Anlagen war laut Alterric-Pressereferent Sebastian Küstermeyer eigentlich schon für Februar geplant. "Wegen der Sturmtiefs konnte allerdings nicht mit dem Kran gearbeitet werden", daher habe sich der Aufbau verzögert. Nachdem dies in der kommenden Woche abgeschlossen sei, könne der Probetrieb starten: "Der Anlagenhersteller Vestas prüft alle Funktionen, bevor die Windenergieanlagen an Alterric übergeben werden", erklärt Küstermeyer. Für das 2. Quartal 2022 sei dann die endgültige Inbetriebnahme geplant.

Der Windpark soll als Bürgerwindpark Bakum West GmbH & Co. KG geführt werden. An dem Unternehmen sollen zu 43,9 Prozent die Grundstückseigentümer, zu 25,1 Prozent Alterric sowie zu einem Prozent die Gemeinde Bakum beteiligt sein. Außerdem soll eine noch zu gründende Bürgergenossenschaft 30 Prozent der Anteile halten. Verantwortlich für die Genossenschaft ist die Volksbank Bakum. Der Gründungs-Prozess stockt aber momentan: "Die EWE ist dabei, ein Prospekt aufzulegen", erläutert Volksbank-Vorstand Hermann Bohmann den Sachstand. Das sei nach seinem Kenntnisstand "kurz vor dem Abschluss".

Genossenschaftsgründung durchläuft langwieriges Verfahren

Das Prospekt müsse aber zunächst von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft werden; dann sei der Genossenschaftsverband Weser-Ems am Zug, ein entsprechendes Gutachten für die Genossenschaftsgründung zu erstellen. Erst, wenn dieser Prozess abgeschlossen sei, könne man in den Vertrieb der Anteile gehen. "Das zieht sich leider unsäglich lang hin, die Mühlen mahlen langsam", fasst Bohmann das langwierige Prozedere zusammen.

Für den geschäftsführenden Teil des Windpark-Konstruktes ist die Bürgerwindpark Bakum West Verwaltungs GmbH zuständig. 3 ehrenamtliche Geschäftsführer werden für sie aktiv sein: Einen stellt die Gemeinde (Bürgermeister Tobias Averbeck), einen die Bürgergenossenschaft und einen die EWE (zurzeit Klaus Gerken und Tobias Gottschalk). Bei den Geschäftsführern, die von Alterric gestellt werden, soll es laut Küstermeyer aber Ende 2022 einen Wechsel geben.

EWE und ENERCON arbeiten zusammen

„Alterric“ wurde 2021 als "Joint Venture" zwischen der EWE und der Aloys-Wobben-Stiftung gegründet. Die Stiftung ist Alleingesellschafterin des Windenergieanlagenherstellers ENERCON. Mit dem Zusammenschluss wollen die beiden Unternehmen nach Angaben von Küstermeyer ihre Kompetenzen im Bereich der Projektierung und den Betrieb von Onshore-Windenergieprojekten bündeln.

Nach Inbetriebnahme können die 3 Anlagen vom Typ Vestas V-126 mit jeweils 3,45 Megawatt Leistung Strom für rund 7.000 Haushalte liefern. Seit 2013 hatte der geplante Windpark in Vestrup für Streit zwischen Anwohnern und Naturschutzbund (Nabu) auf der einen und der EWE auf der anderen Seite gesorgt. 12 Anlagen waren damals geplant. Nachbarn fürchteten Lärm und Schattenwurf. Naturschützer wiesen auf Gefahren und Auswirkungen für zahlreiche Vogelarten hin.

Keine weiteren Anlagen in dem Gebiet erlaubt

Im Frühjahr 2020 wurde schließlich eine außergerichtliche Einigung verkündet. Die Zahl der Anlagen wurde auf 3 reduziert. Außerdem ist ein Mindestabstand von 900 Metern zur Wohnbebauung vorgesehen. Zudem sieht der Kompromiss vor, dass keine weiteren Anlagen in dem Gebiet in den nächsten 20 Jahren gebaut werden dürfen.

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