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David Wessels ist Müller mit Leib und Seele

Der gebürtige Dinklager hat große Freude an seinem Beruf und schon den Meistertitel in der Tasche. Dabei wollte er eigentlich Industriekaufmann werden.

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Staatlich geprüfter Techniker: David Wessels hat mit großem Erfolg die Deutsche Müllerschule in Braunschweig besucht. Foto: Klöker

Staatlich geprüfter Techniker: David Wessels hat mit großem Erfolg die Deutsche Müllerschule in Braunschweig besucht. Foto: Klöker

„Wir ernähren die Welt, aber kaum jemand kennt uns.“ Das sagt David Wessels, den wir heute in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen. Der gebürtige Dinklager hat die seltene Ausbildung zum Müller gemacht, ist mittlerweile Müllermeister und hat große Freude an seiner Arbeit.

Nach dem Abitur am Gymnasium Lohne wollte David Wessels eine Ausbildung zum Industriekaufmann machen, bekam aber aus der Personalabteilung der Firma Bröring in Dinklage, wo er bereits vorher in den Ferien arbeitete, den Tipp, eine Ausbildung zum Müller zu beginnen. Und der Dinklager, der ursprünglich mal zur Bundeswehr wollte, entschied sich für die dreijährige Ausbildung in seiner Heimatstadt. Und diese gefiel ihm ausgezeichnet – was insbesondere am großen Abwechslungsreichtum lag. So war David Wessels in der Warenannahme tätig, kümmerte sich um die Qualitätskontrolle, führte Untersuchungen im Labor durch und war in der Mischerei für die rezeptgetreue Zusammenstellung der Zutaten verantwortlich. Hinzu kamen Tätigkeiten in der Pellet-Herstellung an der Presse und die Verladung.

Weiterbildung auf der Müllerschule in Braunschweig

Nach der Ausbildung wechselte David Wessels für zwei Jahre an die Deutsche Müllerschule Braunschweig, wo er sich zum staatlich geprüften Techniker in den Fachrichtungen Mühlenbau sowie Getreide- und Futtermitteltechnik weiterbildete. In der Abendschule erwarb David Wessels den Meisterbrief. Er erklärt: „Ich habe in der Ausbildung gesehen, wie spannend und vielseitig der Beruf ist und wollte mich entsprechend weiterbilden.“ Neben praktischen und technischen Themen ging es in Braunschweig auch um kaufmännische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Aspekte. Weitere Bereiche waren Berufs- und Arbeitspädagogik.

"Wir hatten tolle Dozenten aus der Praxis."David Wessels

„Ob Statiker, Mühlenbauer oder Verkaufsleiter: Wir hatten tolle Dozenten aus der Praxis, haben Messen und Tagungen besucht sowie Mühlen besichtigt“, berichtet David Wessels, der in den zwei Jahren viele vertiefende Kenntnisse in zahlreichen Bereichen gewinnen konnte. Seit August dieses Jahres ist David Wessels in der Produktionsleitung bei B&K Agrar am Standort Holdorf tätig. Dort werden Vormischungen hergestellt, die von Produzenten von Futter für Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen weiterverarbeitet werden. „Es gibt eine riesige Palette an Rohwaren. Dabei handelt es sich um sensible Stoffe wie Vitamine und Mineralstoffe“, sagt der 25-Jährige.

Die Verantwortung im Beruf ist hoch

Da ist die Dosiergenauigkeit sehr wichtig und die Verantwortung entsprechend hoch. Als Produktionsplaner organisiert David Wessels, welche Produkte wann und wo hergestellt werden. Was braucht es noch für den Beruf? „Man muss technisches Verständnis und Interesse an Technik haben. Schließlich sind viele Mühlen heute komplett automatisiert.“

Zudem fasziniert den 25-Jährigen das große Spektrum des Berufs. So sind Tätigkeiten als Futtermüller, Gewürzmüller und Tablettenmüller ebenso möglich wie die Herstellung von Mehl oder Nahrungsmitteln wie Müsli oder Haferflocken. „Es ist spannend, die Entwicklung und Herstellung eines Produkts zu begleiten. Zudem begeistert mich, an wie vielen Produkten Müller beteiligt sind.“ Die Müllerwelt ist klein. Pro Jahr gibt es rund 70 Auszubildende bundesweit. „Das ermöglicht es, viele Brücken zu schlagen.“

Freude über das Goldene Weizenkorn

In seiner jungen Berufskarriere hat David Wessels bereits mehrere Auszeichnungen erhalten. So bekam er für seine Gesellenprüfung das Goldene Weizenkorn. Ferner wurde er 2. Bundessieger beim Mühlenmasters. An diesem Wettbewerb nahmen die besten Auszubildenden der Bundesländer teil. Ferner war David Wessels Jahrgangsbester an der Technikerschule. „Die Auszeichnungen sind natürlich weitere Motivation und Bestätigung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.“

"Man muss nicht studieren, um etwas aus seinem Leben zu machen."David Wessels

„Man muss nicht studieren, um etwas aus seinem Leben zu machen“, sagt David Wessels. Er rät jungen Menschen zum Schritt ins Müllerhandwerk. „Der Bedarf ist größer als das Angebot. Die Zukunftssicherheit ist extrem hoch, es gibt keinen ungewollt arbeitslosen Müller in Deutschland. Als Fachkräfte sind sie auf der ganzen Welt begehrt. Das ist schon ein sehr cooler Beruf.“ Mit seiner Freundin Nina Hahnemann lebt David Wessels derzeit in Barnstorf. Seinen Lebensmittelpunkt möchte er dauerhaft in der Region behalten und auch gerne wieder in Dinklage leben. „Dinklage ist Heimat, Familie, Freunde. Hier ist das Herz zu Hause.“

Nett, zuvorkommend, unkompliziert: So wird David Wessels von seinem Umfeld beschrieben. Der 25-Jährige zählt Gitarre spielen und das Singen zu seinen Hobbys. Zudem möchte er noch so einiges von der Welt sehen. Skandinavien, Schottland und Irland sind bevorzugte Reiseziele, um „die raue, schöne Natur“ erleben zu können. Und er freut sich darauf, noch viele Jahre mit Leidenschaft als Müller arbeiten zu können.

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