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Das Lebensversicherungsgeschäft der Öffentlichen Oldenburg brummt

Der Regionalversicherer mit Sitz in Oldenburg verwaltet in der Lebensversicherung rund 1,27 Milliarden Euro. Ein insgesamt geringes Schadensaufkommen erhöht die Erträge.

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Die Öffentliche hat sich an einem Naturkatastrophen-Schadenpool beteiligt, der regionale Schadenereignisse wie im Ahrtal (Bild) für die Versicherer abfedern soll.  Foto: dpa / Rössler

Die Öffentliche hat sich an einem Naturkatastrophen-Schadenpool beteiligt, der regionale Schadenereignisse wie im Ahrtal (Bild) für die Versicherer abfedern soll.  Foto: dpa / Rössler

Die Jahresbilanz der Öffentlichen Oldenburg fällt "sehr zufriedenstellend" aus, so der Vorstandsvorsitzende Jürgen Müllender auf der Jahrespressekonferenz 2021. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen könne der regional marktführende Versicherer "auf eine stabile Entwicklung zurückblicken". Die unter dem Dach Öffentliche Oldenburg geführten Oldenburgische Landesbrandkasse (OLBK) und die Öffentliche Lebensversicherungsanstalt Oldenburg haben laut Müllender in allen wesentlichen Geschäftssegmenten steigende Beitragseinnahmen erzielt. Diese wuchsen um 1,5 Prozent auf 263,2 Millionen Euro (Vorjahr: 259,4 Millionen Euro). Die Kapitalanlagebestände erhöhten sich um 3,3 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro.

Insgesamt betreute die Öffentliche Oldenburg am Jahresende 2021 mit rund 700 Mitarbeitern in der Oldenburger Direktion und den Geschäftsstellen rund 976.769 Versicherungsverträge. Im vergangenen Jahr flossen rund 116,4 Millionen Euro aus der Schadenregulierung an die Kunden der Brandkasse. Knapp 75 Millionen Euro zahlte der Regionalversicherer für Ablaufleistungen, Versicherungsfälle und Rückkäufe an die Lebensversicherungskunden.

Beitragseinnahmen steigen in allen Geschäftssegmenten

Die Oldenburgische Landesbrandkasse ist 2021 durch die positive Entwicklung in den Sachversicherungen weiter gewachsen. Die Beitragseinnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent auf 171,9 Millionen Euro.

Bei den HUK-Versicherungen (Haftpflicht, Unfall, Kraftfahrt) hätten sich erneut die Auswirkungen der Pandemie gezeigt. Die negative Entwicklung der Beitragseinnahmen mit minus 0,4 Prozent sei jedoch geringer ausgefallen als 2020 (minus 3 Prozent), so Müllender. Unterdurchschnittliche Kfz-Zulassungszahlen dämpften weiter das Geschäft. In der allgemeinen Unfallversicherung gab es ein überdurchschnittliches Plus von 2,5 Prozent.

Die Belastung durch Großschäden ist mit rund 27 Millionen Euro auf dem Niveau der vergangenen Jahre ausgefallen. "Vor allem die Belastung durch Großfeuerschäden hat sich nach dem Rekord in 2019 wieder normalisiert", zeigte sich der Vorstandschef erleichtert. Durch die coronabedingten Ausgangsbeschränkungen habe sich die Anzahl der Verkehrsunfälle – vor allem im ersten Halbjahr – auch in der Region spürbar reduziert. Die Schadenaufwendungen seien demnach geringer ausgefallen.

Die Schadenquote bleibt auf einem historisch niedrigen Niveau

Auch die Aufwendungen für Sturm-/Elementarschäden lagen mit rund 4,8 Millionen Euro (Vorjahr: 7,6 Millionen Euro) unterhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre.

Insgesamt blieb die Bruttoschadenquote von rund 68 Prozent (Vorjahr: 67,8 Prozent) nahezu unverändert und damit historisch niedrig. Das positive Ergebnis nutzt die Öffentliche, um Rücklagen und Rückstellungen aufzubauen.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat die Öffentliche zum Handeln bewegt, auch wenn sie nicht selbst von den Schäden betroffen war. Gemeinsam mit dem Verband der öffentlichen Versicherer wurde ein neuer Naturkatastrophen-Schadenpool eingerichtet. Dieser ist mit bis zu einer halben Milliarde Euro ausgestattet.

Führen die Öffentliche Oldenburg: Der Vorsitzende des Regionalversicherers, Jürgen Müllender (rechts), mit seinen Co-Vorständen Angelika Müller und Ralf Kunze.   Foto: WenholzFühren die Öffentliche Oldenburg: Der Vorsitzende des Regionalversicherers, Jürgen Müllender (rechts), mit seinen Co-Vorständen Angelika Müller und Ralf Kunze.   Foto: Wenholz

Die Öffentliche Lebensversicherungsanstalt Oldenburg verzeichnet laut Müllender 5 Prozent Wachstum im Neugeschäft. Allein in diesem Bereich liegt das Ergebnis bei 143,3 Millionen Euro Beitragssumme. Eine positive Entwicklung zeigt sich besonders bei den fondsgebundenen Produkten. Die Öffentliche Leben verwaltet insgesamt 1,269 Milliarden Euro an Kundengeldern, ein Zuwachs von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Bestand an Lebensversicherungsverträgen konnte auf 122.377 leicht gesteigert werden. Die hinter diesen Verträgen stehende Versicherungssumme erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 4,267 Milliarden Euro. Erfreulich sei die konstant niedrige Stornoquote von 2,8 Prozent, "die damit weiterhin unter dem Marktdurchschnitt liegt. Das zeigt uns eine starke Kundenbindung", sagt Müllender.

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