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Das lange Warten auf schnelles Netz

Teile von Höltinghausen können von einem  Firmenanschluss profitieren. Auch in Garthe stehen die Zeichen gut für hohe Internetgeschwindigkeiten noch in diesem Jahr.

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Arbeiten an der Oberfläche: Die Sanierung der Kreisstraße erfolgt außerhalb Höltinghausens nur im Bereich der Deckschicht. In die Tiefe gegraben wird für dieses Projekt nicht und entsprechend werden auch keine Leitungen verlegt. Foto: Thomas Vorwerk

Arbeiten an der Oberfläche: Die Sanierung der Kreisstraße erfolgt außerhalb Höltinghausens nur im Bereich der Deckschicht. In die Tiefe gegraben wird für dieses Projekt nicht und entsprechend werden auch keine Leitungen verlegt. Foto: Thomas Vorwerk

Die Anzeige lässt Volker Deselaers immer noch den Kopf schütteln. „Schnelles Internet überall. Für alle“, hatte die Bundesregierung 2015 ganzseitig verkündet. Für den Höltinghauser ist daraus aber noch nichts geworden. Die Leerrohre liegen mittlerweile unweit des Hauses und man habe noch Glück, wurde ihm gesagt, denn nur weil große Firmen einen Anschluss bekämen, würden auch Privathaushalte wie seiner überhaupt in den Genuss von Glasfaser kommen.

1,5 bis zwei Mbit/Sekunde tröpfeln aus der Leitung

Bislang ist das aber noch nicht in Sicht. „Mir kann keiner sagen, wann es wie weitergeht“, schildert er seine Situation. 1,5 bis zwei Mbit/Sekunde tröpfeln aus seinem Hausanschluss. Um überhaupt das Internet in einem Umfang nutzen zu können, wie es im 21. Jahrhundert üblich sein sollte, hat er sich eine Hybridlösung organisiert, bei der ein Teil der Daten über das LTE-Funknetz ankommen.

So behilft sich auch die Spedition Hüsing in Garthe, denn für ein Unternehmen, das auf den schnellen Datenaustausch angewiesen ist, um europaweit Aufträge abzuwickeln, reichen die 3,6 Mbit/Sekunde nicht aus, sagt Geschäftsführer Philipp Hüsing. „Wir haben in den vergangenen Jahren zig Fertigstellungstermine bekommen, aber nie wurde etwas eingehalten.“ Mitte 2019 hieß es in einem Brief des Glasfaser-Anbieters Inexio aus Saarlouis noch, dass nun 80 Prozent der Infrastruktur im Landkreis hergestellt seien und Anfang 2020 der Rest fertig ist. Im Mai 2020 ging von der Inexio ein Schreiben an die Spedition, dass nun 90 Prozent der passiven Infrastruktur mit Glasfasertrassen und Leerrohren erstellt worden seien.

In dieser Woche hat Philipp Hüsing mit einem Vertreter des Landkreises Cloppenburg gesprochen. Neue Frist: Zwischen den Kalenderwochen 33 bis 38 sollen alle Hausanschlüsse liegen. Dann würde die EWE noch einmal rund drei Wochen benötigen, um sie zu schalten. Hüsing: „Ich bin glücklich, wenn wir das bis Ende des Jahres haben.“

Etwas früher als Silvester könnte es werden, wie die EWE auf Nachfrage mitteilt. „Grundsätzlich ist es so, dass Inexio weiterhin für die Tiefbauarbeiten und die Errichtung des Netzes sowie der einzelnen Anschlüsse zuständig ist. EWE übernimmt nach ordnungsgemäßer Fertigstellung den Betrieb und stellt Kunden mit Glasfaserhausanschlüssen die entsprechenden Glasfaserprodukte zur Verfügung“, schreibt Katharina Schütz von der Konzernkommunikation. Auch im Falle der Spedition Hüsing leistet Inexio die entsprechenden Tiefbauarbeiten, danach übernimmt EWE. „Aktuell ist eine Freischaltung der Glasfaserhausanschlüsse für spätestens Ende Oktober geplant.“ Das gilt auch für das Höltinghauser Unternehmen in der Nachbarschaft von Volker Deselaers.

Was die Versorgung von Privathaushalten mit Breitband­internet und einem Glasfaserhausanschluss betrifft, „so ist dies möglich, wenn seitens Inexio entsprechende Baumaßnahmen erfolgen. EWE übernimmt auch diese Anschlüsse nach Fertigstellung und kann den Kunden entsprechende Glasfaserprodukte anbieten“, versichert Katharina Schütz.

Bauzeitplan mit Inexio und Landkreis eng abgestimmt

Zudem befinde man sich in enger Abstimmung mit dem Landkreis Cloppenburg und Inexio zu dem Bauzeitenplan sowie der Fertigstellung des erforderlichen Glasfasernetzes inklusive der Hausanschlüsse. „Alle betroffenen Kunden werden rechtzeitig vor Inbetriebsetzung kontaktiert.“

Ein Anwohner in Höltinghausen befürchtet, dass angesichts der aktuellen Sanierungsarbeiten auf der Kreisstraße versäumt wird, zeitgleich Leitungen unter den Gleisen der Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg zu verlegen. Zu einem späteren Zeitpunkt würde das deutlich aufwendiger und mit einem höheren Zeitaufwand verbunden sein, meint der Höltinghauser. Allerdings ist es so, dass außerhalb der Ortslage Höltinghausen lediglich die Deckschicht erneuert wird. Tiefbauarbeiten sind dort aktuell nicht vorgesehen.

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