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Das Handwerk im Landkreis Vechta ist ein Stabilitätsanker

Politik und Handwerk sprechen beim Neujahrsempfang des Kreishandwerks Vechta über aktuelle Probleme und Themen. Sie betonten die Bedeutung des Handwerks.

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Symbolbild: dpa/picture alliance

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„Alles, was man mit Luft machen kann!“– das ist der Slogan der Lohner Firma Nordluft. Bei den Unternehmenspreisträgern Ulla und Walter Kampers fand der traditionelle Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Vechta statt und war, wie Kreishandwerksmeister Andreas Theilen und Geschäftsführer Markus Nacke erklärten, ein voller Erfolg. Handwerkskammerpräsident Eckhart Stein brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Das Handwerk ist in der jetzigen schwierigen Situation ein Stabilitätsanker. Ohne uns Handwerker läuft nichts“, und der Landtagsabgeordnete Andre Hüttemeyer fügte hinzu. „Auch die Energiewende geht nicht ohne das Handwerk.“ Unter den Gästen wurden Mitglieder des Kreistages, Bürgermeister, Uni-Präsidentin Verena Pietzer, Tina Heliosch als Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Leiter der Berufsschulen und verdiente Ehrenhandwerksmeister begrüßt.

Zu wenig Fachleute in der Politik

In den Grußworten des Kammerpräsidenten, des Kreishandwerksmeisters und des Landtagsabgeordneten ging es um das Fehlen von Fachkräften, die anstehende Flaute im Wohnungsbau, der Energiewende sowie um die Ausbildung im Handwerk. Einig war man sich, dass es zu viel Bürokratie gibt, Genehmigungen zu lange dauern, obwohl Bund und Land gezeigt hätten, dass es möglich sei, den Flüssiggas-Anleger in einer Rekordzeit zu bauen, dauere alles andere viel zu lange.

Zur anstehenden Flaute im Wohnungsbau forderte Kreishandwerksmeister Theilen eine Unterstützung der Politik für den Eigenheimbau für Familien und regte an, mehr Reihen- und Doppelhäuser zu bauen. Er meinte, wenn man sich die gebauten Wohnhäuser in den Siedlungen anschaue, könne man den Eindruck gewinnen, dass 130 Quadratmeter Wohnfläche auch ausreichten. Man sehe viele zu große Häuser von 200 Quadratmetern Wohnfläche und Garagen, die man auch für kleine Unternehmen halten könne.

Kamen beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft in Lohne zusammen: Kammerpräsident Eckhart Stein (von links), Kreishandwerksmeister Andreas Theilen, stellvertretender Kreishandwerksmeister Dirk Mrotzek, Geschäftsführer Markus Nacke, Christian Kampers, Ursula Kampers, Walter Kampers und Landtagsabgeordneter Andre Hüttemeyer. Foto: EsslingerKamen beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft in Lohne zusammen: Kammerpräsident Eckhart Stein (von links), Kreishandwerksmeister Andreas Theilen, stellvertretender Kreishandwerksmeister Dirk Mrotzek, Geschäftsführer Markus Nacke, Christian Kampers, Ursula Kampers, Walter Kampers und Landtagsabgeordneter Andre Hüttemeyer. Foto: Esslinger

Andre Hüttemeyer, neu gewählter Landtagsabgeordneter, stellte fest, dass es in der Politik zu wenig Fachleute gibt. Im Bundestag säßen nur 8,3 Prozent Abgeordnete aus dem Handwerk, aber über 40 Prozent Juristen und ähnliche Berufe. Man beziehe Fracking-Gas aus den USA und hier sei Fracking-Gas verboten. Der Abgeordnete schlug außerdem vor, die Möglichkeiten für einen Eintritt in das Rentendasein nach Berufen zu flexibilisieren. Wer schwere körperliche Arbeit geleistet habe, müsse nicht gleichgesetzt werden mit denen, die durchaus noch länger im Beruf verbleiben wollten. Das könne auch ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel sein.

Geschäftsführer Christian Kampers stellte den Gästen des Abends den Nordluft Wärme- und Lüftungstechnik-Betrieb vor. Das Unternehmen sei 1988 in einem Stall in Märschendorf gegründet worden, habe heute insgesamt 86 Mitarbeiter, 15 Auszubildende und produziere alles, was mit Luft, Heizung und Kühlung zu tun habe. Abschließend konnten sich die Empfangsgäste bei einem Rundgang durch das Unternehmen informieren.

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