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Dammer Ehepaar macht mehr als Geld

Seit 2009 führen Nicole und Elmar Nyhuis ein Hostel in Köln. Jetzt wurde ihr Unternehmens- und Führungsstil als positives Beispiel in einem Buch erwähnt.

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Nicole und Elmar Nyhuis. Foto: privat

Nicole und Elmar Nyhuis. Foto: privat

Elmar und Nicole Nyhuis ist in dem Buch "Kapitalismus, der gut tut: Elf rheinische Wirtschaftsbürger, die mehr machen als Geld" ein Kapitel gewidmet. Hintergrund: Der Autor des Buches, Peter Sprong, sieht in dem Dammer Ehepaar, das ein Hostel in der Domstadt Köln führt, pragmatische Selfmade-Leute, die für ihn offensichtlich ein Beispiel für den "Rheinischen Kapitalismus" sind. Sprong versteht darunter, dass der Mensch nicht für die Wirtschaft da ist, sondern umgekehrt.

Sprong - unter anderem auch Redenschreiber - hat das Buch zusammen mit Pfarrer Franz Meurer verfasst, über den letztlich auch der Kontakt zu dem in Damme aufgewachsenen Elmar Nyhuis zustande kam. Das Ergebnis: ein vierstündiges Interview als Grundlage für das neun Seiten umfassende Kapitel, erzählt der Hostelbetreiber.

Das Paar handelt in seinem Hostel Köln nach der Maxime: "Geht es unseren Mitarbeitern gut, geht es auch uns gut." Gewinnmaximierung sei eben nicht alles. Für Elmar und Nicole Nyhuis ist ganz entscheidend, "dass wir etwas tun, was Sinn ergibt." Das Kapitel zu Elmar und Nicole Nyhuis trägt denn auch die Überschrift: "Wohlfühl-Philosophie für Gäste und Mitarbeiter. Das Hostel Köln".

Leidenschaft im Club Robinson entdeckt

Sprong schildert gleich zu Beginn des Kapitels den Werdegang von Elmar Nyhuis. Dieser stamme aus einer Dammer Familie und habe fünf Geschwister. Sein Vater betreibe dort immer noch eine Drechslerei – und Elmar folgte bei der Berufswahl erst einmal den für ihn vorgesehenen Pfaden. Er machte eine Schlosserlehre. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt merkte er, das ist nicht seine Leidenschaft. Diese fand er im Club Robinson, damals die internationale Top-Adresse für gehobenen Animations- und Cluburlaub.

Dort lernte er viel und nahm für sich das Beste mit, als er 2009 gemeinsam mit seiner Frau, die er 1999 kennenlernte, das Hostel Köln gründete. "Das Geheimnis steckt in der Kommunikation", sagen die Eheleute in dem Buch. "Im Robinson Club wurden auch Top-Manager, die mit ihrer Familie kamen, beim Vornamen angesprochen. Es herrschte eine Form von Gleichheit, die Nähe und Respekt zugleich zuließ."

"Einfach mal loslegen - und dann im Laufen weiterlernen", so schildert das Buch die Devise der beiden weltoffenen Hostelgründer. "Wir freuen uns, wenn sich Menschen hier wohlfühlen und zueinander finden." In den behindertengerechten Zimmern in ihrem Hostel kommen ganze Mannschaften aus dem Behindertensport unter. Flüchtlinge haben im Hostel Köln eine erste neue Heimat gefunden.

"Es ist ein Traum mit uns beiden."Elmar Nyhuis

Eine bunte Mannschaft aus 14 Nationen arbeitet bei Elmar und Nicole Nyhuis. Das Paar geht einfach seinen eigenen Weg, und das konsequent. Vor allem aber als ein Team, das sich hervorragend ergänzt. Ohne es bewusst anzusprechen, hätten sich die beiden ihre Arbeit aufgeteilt und brächten so ihre Stärken in das gemeinsame Projekt ein. "Es ist ein Traum mit uns beiden", meint Elmar Nyhuis.

Tom Gaebel während seines Radiokonzertes auf der Dachterrasse des Hostel Köln. Foto: PrivatTom Gaebel während seines Radiokonzertes auf der Dachterrasse des Hostel Köln. Foto: Privat

Der gebürtige Dammer spricht voller Begeisterung über sein Unternehmen, obwohl sein Hostel seit zwei Monaten geschlossen ist. Während dieser Phase hat allerdings der WDR Radiokonzerte unter anderem mit den Musikern Gentleman, Guildo Horn und Tom Gaebel auf der Dachterrasse des Hauses aufgenommen.

Am Mittwoch werden Elmar und Nicole Nyhuis erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ihr Hostel wieder öffnen. Es sei ein wenig wie 2009, als er und seine Frau in Köln anfingen. Dabei ist ihm kein Frust anzumerken, sondern nur die Begeisterung, endlich wieder das machen zu dürfen, was er liebt.

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