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Damme hat akademisches Lehrkrankenhaus

Das St.-Elisabeth-Hospital kooperiert ab sofort mit der Universitätsmedizin Campus Hamburg. Für die Verantwortlichen überwiegen die Vorteile.

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Zufriedene Gesichter hinter Schutzmasken: Ralf Grieshop (links) und Gustav Peters freuen sich, dass die Verträge mit dem UMCH unter Dach und Fach sind. Angehende Mediziner absolvieren einen Teil ihres Studiums demnächst in Damme. Foto: Lammert

Zufriedene Gesichter hinter Schutzmasken: Ralf Grieshop (links) und Gustav Peters freuen sich, dass die Verträge mit dem UMCH unter Dach und Fach sind. Angehende Mediziner absolvieren einen Teil ihres Studiums demnächst in Damme. Foto: Lammert

Das ist vermutlich ein historischer Schritt für das Dammer Krankenhaus St. Elisabeth: Es ist ab sofort ein akademisches Lehrkrankenhaus der Niederlassung Universitätsmedizin Campus Hamburg (UMCH) der rumänischen Hochschule Universitätsmedizin Neumarkt A. M. (UMFEST), die 1945 gegründet wurde und 11.000 Studenten der Human-, Zahnmedizin sowie Pharmazie zählt. Sie verfügt nach eigenen Angaben über 150 internationale Kooperationen mit Medizinischen Hochschulen in europäischen Ländern. Mit der UMCH hat die Universität 2019 ihre erste Niederlassung in Deutschland gegründet.

Bei der Vergabe der 150 Studienplätze jeweils zum im Oktober beginnenden Herbstsemester zählt kein Numerus clausus. Die UMCH vergibt die Plätze im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens. Die Gebühren pro Platz und Semester im ersten und zweiten Studienjahr belaufen sich auf 12.500 Euro, im dritten bis sechsten Jahr auf 14.000 Euro beim Studium in Hamburg und an den Partnerkrankenhäusern beziehungsweise 3.000 Euro beim Studium im rumänischen Neumarkt.

Ab 2022 sollen Medizien-Studierende in Damme hospitieren

Die Verträge mit dem UMCH habe das Dammer Krankenhaus dieser Tage unterzeichnet und damit die Akkreditierungsphase abgeschlossen, teilte Geschäftsführer Ralf Grieshop am Rande einer Videokonferenz mit Vertretern des UMFST und des UMCH mit, an der auf Dammer Seite auch die beiden Chefärzte Gustav Peters (Chirurgie), der auch der Ärztliche Direktor ist, Dr. Christoph Dohm (Neurologische Frührehabilitation) sowie der Leitende Arzt in der Notaufnahme, Dr. Thorsten Hagemann, teilnahmen.

Der Vertrag des Krankenhauses mit dem UMCH regelt nach Angaben der bei der Videokonferenz aus Rumänien zugeschalteten UMFST-Dekanin Simona Muresan, dass ab 2022 jeweils im Januar und Mai eines Jahres 8 bis 10 Medizinstudenten aus Hamburg je 4 Wochen das breite Leistungsspektrum in den einzelnen Abteilungen des Dammer Krankenhauses kennenlernen. Das Studienkonzept des UMCH sehe vor, die theoretischen Inhalte des Studiums sowie die praktischen Fähigkeiten der Studenten an die Anforderungen in den Kliniken und in der Praxis anzupassen. Die dafür zur Verfügung stehenden akademischen Lehrkrankenhäuser sind auf das gesamte Bundesgebiet verteilt.

UMCH gibt den Dammern die Lerninhalte vor

Für die praktische Ausbildung der Studenten im Krankenhaus St. Elisabeth zeichnen dort tätige Ärzte verantwortlich. Das bedeute für sie, dass sie sich zunächst in den Lernstoff einarbeiten und später die Betreuung der angehenden Mediziner in ihren eigenen Arbeitsplan einbinden müssen, sagte Gustav Peters. Zunächst werde das UMCH sogenannte Koordinatoren aus dem Dammer Krankenhaus methodisch einweisen. Ihre Aufgabe sei es, die weiteren Schulungen vor Ort vorzunehmen.

Die den Studenten zu vermittelnden Lerninhalte wird das UMCH den Dammern vorgeben. Zudem werden UMCH-Vertreter das Krankenhaus mindestens einmal im Jahr besuchen und Gespräche über die gemeinsame Arbeit führen. Trotz des erheblichen zusätzlichen Aufwandes, den die neue Kooperation für das Krankenhaus St. Elisabeth bedeutet, überwiegen für die Verantwortlichen die Vorteile. So könnte die Zusammenarbeit dem Krankenhaus oder auch der Region um Damme zum Beispiel die Möglichkeit eröffnen, „eigene“ junge Mediziner ausbilden zu lassen, sagte Ralf Grieshop. Denn es bestehe durchaus die Möglichkeit, in der UMCH Studienplätze zu reservieren, wenn deren Finanzierung gesichert sei. Darüber hinaus könnte es in einigen Jahren auch gelingen, UMCH-Studenten über die Ausbildung im Krankenhaus in Damme für eine spätere Tätigkeit in der Einrichtung zu gewinnen.

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