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Damit der Ortskern wieder mit Leben gefüllt wird

In der Gemeinde Emstek hat man schon konkrete Vorstellungen, für welche Maßnahmen das Geld aus dem Sofortprogramm des Landes eingesetzt werden soll. Unter anderem geht es um Immobilien.

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Daumen hoch für "Perspektive Innenstadt": Wolfgang Lüske (links) und Michael Fischer freuen sich, dass Emstek von dem Sofortprogramm profitiert. Rechts ist eines der leerstehenden Gebäude zu sehen, für die eine Nachnutzung gefunden werden soll.   Foto: Schrimper

Daumen hoch für "Perspektive Innenstadt": Wolfgang Lüske (links) und Michael Fischer freuen sich, dass Emstek von dem Sofortprogramm profitiert. Rechts ist eines der leerstehenden Gebäude zu sehen, für die eine Nachnutzung gefunden werden soll.   Foto: Schrimper

Corona hat die Innenstädte und Ortszentren leergefegt. Insbesondere die Lockdowns sorgten für mitunter gespenstische Stille, wo sonst reges Treiben herrschte. Inzwischen ist das Leben in die Zentren zurückgekehrt, doch spurlos ist die Zeit an Handel und Gewerbe nicht vorübergegangen. Geschäftsaufgaben und Leerstände zeugen von den wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Monate. Hier setzt das Sofortprogramm des Landes Niedersachsen, "Perspektive Innenstadt", an, von dem auch mehrere Kommunen im Landkreis Cloppenburg profitieren.

Wie berichtet, fließen in die Gemeinde Emstek 345.000 Euro. "Wir haben Bock darauf, in den Orten Gas zu geben", sagt Bürgermeister Michael Fischer. "Das Leben findet in den Orten statt – nicht im Internet." Handel und Gastronomie hätten in Coronazeiten sehr gelitten. Nun gelte es, den Ort zu reaktivieren.

Projekte, mit denen das gelingen soll, hat Wolfgang Lüske von der Gemeinde Emstek in einem Förderantrag skizziert. Er selbst ist quasi eine dieser Maßnahmen, denn Lüske wurde als Kommunalmarketingbeauftragter in Teilzeit eingestellt – bereits bevor der Förderbescheid vorlag. Seine Stelle, das heißt Personal- und Arbeitskosten, soll aus dem Förderbudget finanziert werden. Lüske beschreibt sich selbst als "Kümmerer". Er sieht seine Aufgabe darin, etwa Vereinen wie dem Handels- und Gewerbeverein unterstützend zur Seite zu stehen oder bei der Organisation und Durchführung geplanter Veranstaltungen, wie Festen und Jubiläen, Hilfestellung zu leisten. Es gehe darum, positive Impulse zu geben.

Leerstand mit neuen Betrieben füllen

Eine weitere Maßnahme, die die Gemeinde aus dem Förderbudget, finanzieren möchte, ist die Anmietung leerstehender Gewerbeimmobilien. Hierzu zählen etwa ein aufgegebenes Schuhhaus und eine verwaiste Versicherungsagentur. Diese sollen laut Lüske dann "sehr, sehr kostengünstig" an Start-ups, Pop-up-Unternehmer oder andere Gewerbetreibende weitervermietet werden. Hier solle eine 90-prozentige Förderung gewährt werden. Je nach Ertragslage soll die Miete dann später angepasst werden. Dem Marketingbeauftragten zufolge sei auch eine Zusammenarbeit mit dem Gründerzentrum im Ecopark denkbar.

Ebenfalls beim Thema Immobilien soll eine andere Maßnahme ansetzen: Dabei geht es um ein heruntergekommenes Gebäude im Ortskern. Die Gemeinde will eine Machbarkeitsstudie zum Rückbau des Hauses und zur weiteren Planung in Auftrag geben. Im selben Zug bedürfe es in der Kommunikation mit dem Eigentümer einer "Vermittlungsberatung". Lüske schwebt eine ökologische Nachnutzung des Grundstücks vor, "eine Art Parklandschaft mit Außengastronomie". In Bezug auf "Perspektive Innenstadt" sei ein etwaiger Rück- oder Umbau nicht förderfähig, eventuelle Planungsleistungen hingegen schon.

Um den lokalen Einzelhandel zu stärken und für die Einwohner Anreize zu schaffen, vor Ort einkaufen zu gehen, soll laut Lüske ein einheitliches Rabatt- und Gutscheinsystem in Emstek eingeführt werden. An dem Thema sei der Handels- und Gewerbeverein bereits dran. Denkbar sei eine App oder Online-Plattform für alle Emsteker Firmen. Aktuell sei man noch auf der Suche nach einem passenden Dienstleister, der "eine Lösung aus einem Guss" erstelle, so Lüske.

Herbstmarkt und Gewerbeschau möglich

In dem Förderantrag hat Lüske zudem mehrere mögliche Events zur Wiederbelebung des Ortskerns aufgeführt. Als eine der wenigen Kommunen im Landkreis habe Emstek es mit dem Margarethenmarkt im Juli gewagt, unter Corona-Bedingungen einen Jahrmarkt zu veranstalten. Darüber hinaus sei ein Herbstmarkt vorstellbar, ebenso wie eine Gewerbeschau durch den Ort - draußen und mit Abstand.  Dem kommunalen Marketingbeauftragten schwebt auch eine Einführung von Emstek als Marke vor: Die Emsteker "Heimatrose" von Züchter Nobert Kuhn, ebenso wie dessen "Ortsteilrosen", seien ab 2023 marktfähig und könnten dann in den Verkauf gehen. 

Damit sich ältere Einwohner wieder einen Ausflug durch Emstek zutrauten, könnten zusätzliche Ruhe- und Verweilbänke aufgestellt werden. "Das Vereins- und Kulturleben muss dringend wieder aktiviert werden. Durch monetäre Motivationsmittel ist hier eventuell noch etwas zu retten", heißt es darüber hinaus im Antrag. Alle Projekte im Rahmen von "Perspektive Innenstadt" müssen bis zum 31. März 2023 abgeschlossen sein.

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