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Damit das Fleisch ohne Umwege zum Verbraucher kommt

Familie Wulfers in Dwergte setzt auf die Direktvermarktung und will so das Bewusstsein für regionale Lebensmittel stärken. Das Fleisch ihrer Rinder kann man in einem Online-Shop kaufen.

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Carina Wulfers lädt Interessierte ein, sich auf dem Hof ein Bild von den Tieren und deren Haltung zu machen. Foto: Schrimper

Carina Wulfers lädt Interessierte ein, sich auf dem Hof ein Bild von den Tieren und deren Haltung zu machen. Foto: Schrimper

Keine Zwischenhändler, keine langen Lieferketten - stattdessen Regionalität und Wertschätzung für das Produkt: Familie Wulfers aus Dwergte geht seit Februar dieses Jahres neue Wege und bringt das Fleisch ihrer Rinder direkt an den Mann und die Frau. "Wir wollen für nachhaltige Landwirtschaft sensibilisieren und das Bewusstsein für regionale Lebensmittel stärken", sagt Carina Wulfers. Die komplette Direktvermarktung sei das Ziel, das man als Erzeuger für die Zukunft anpeile. Aktuell würden parallel noch Rinder an Großhändler verkauft.

Das Besondere bei der Direktvermarktung sei, dass die Limousin-Rinder auf dem Hof, auf dem sie geboren wurden, auch geschlachtet werden. Das bedeute für die Tiere weniger Stress und spiegele sich auch in der Qualität des Fleisches wider, so Wulfers. Auf dem Hof "Dwergter Sand" gib es eine Mutterkuhhaltung mit eigener Rinderaufzucht. "Unsere Kälber bleiben bei ihren Müttern, bis sie 6 Monate alt sind", so die 28-Jährige, die sich zusammen mit ihrem Mann Gerd und ihren Schwiegereltern um den Hof kümmert. 

"Das ist dann ein strammer Tag"

Für die Schlachtung und die Zerlegung der 20 bis 22 Monate alten Tiere greift die Familie auf externe Unterstützung zurück. "Es wird erst geschlachtet, wenn das Fleisch komplett verkauft ist", sagt Wulfers. Das dauere etwa 6 bis 8 Wochen. Auf der Homepage des Hofes können Interessierte über einen Online-Shop verschiedene Fleischpakete unterschiedlichen Inhalts kaufen. Anschließend würden sie per Mail informiert, wann mit dem Fleisch zu rechnen sei, denn nach der Schlachtung folgen noch weitere Arbeitsschritte. Nachdem das Fleisch 8 bis 10 Tage im Kühlhaus gereift ist, wird es vakuum-verpackt und etikettiert. "Das ist dann ein strammer Tag", sagt die 28-Jährige schmunzelnd. "Aber dieser Mehraufwand macht sehr viel Spaß." Im Umkreis von 20 Kilometern werde kostenlos geliefert. Etwa 10 Prozent des Fleisches würden tiefgefroren "ab Hof" verkauft. 

"Die Leute wollen wissen, wo die Lebensmittel herkommen", registriert Wulfers ein gesteigertes Bewusstsein. Dem wolle man mit der Direktvermarktung Rechnung tragen. Nicht zuletzt sei diese für den Erzeuger einträglicher als der Verkauf des Tieres an einen Großhändler - aber auch mit mehr Aufwand verbunden. Für die Zukunft sei die Einrichtung eines Hofladens geplant. Aktuell werde ein Zerlegeraum gebaut, damit auch dieser Arbeitsschritt auf dem Hof erfolgen kann. 

Die Landfrauen Molbergen waren am Mittwoch zu Besuch auf dem Hof in Dwergte. Foto: WulfersDie Landfrauen Molbergen waren am Mittwoch zu Besuch auf dem Hof in Dwergte. Foto: Wulfers

Man freue sich, Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich selbst auf dem Hof ein Bild von den Tieren und deren Haltung zu machen. Von März/April bis Oktober/November haben die Rinder laut Wulfers täglichen Auslauf auf der Weide. Für den Rest des Jahres befänden sie sich "in geräumigen Laufstellen". Am Mittwoch haben sich die Molberger Landfrauen im Rahmen einer kulinarischen Rundtour durchs Dorf auf dem Hof ein Bild gemacht. "Wir würden uns freuen, wenn weitere Gruppen Interesse haben, uns kennenzulernen", sagt Carina Wulfers. 

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