Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Corona-Krise zwingt Unternehmen zu Kreativität

Der Handels- und Gewerbeverein Visbek initiierte ein virtuelles Treffen. Die Mitglieder tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. Die Gewerbetreibenden treiben allerhand Sorgen um.

Artikel teilen:
Gerade Bekleidungsgeschäfte haben mit dem Corona-bedingten Shutdown zu kämpfen. Symbolfoto: Pixabay

Gerade Bekleidungsgeschäfte haben mit dem Corona-bedingten Shutdown zu kämpfen. Symbolfoto: Pixabay

Am Internet kommt der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Visbek nicht mehr vorbei. Gerade jetzt in der Corona-Krise macht sich bezahlt, sein Geschäft auch digital breit aufzustellen. Bei dem ersten virtuellen Unternehmerinnen- und Unternehmer-Treffen (U-Treff) tauschten sich die Mitglieder des HGV über ihre Erfahrungen aus den vergangenen Monaten aus.

Der coronabedingte Shutdown zwingt auch mehrere Einzelhändler im Visbeker Ortskern ihr Geschäft zu schließen. Da ist Kreativität gefragt, den Kontakt zu den Kunden zu halten. Social-Media-Experte Sebastian Heun machte während der digitalen Runde noch einmal deutlich, wie wichtig und nützlich es sein kann, Plattformen wie Instagram und Facebook für sich zu nutzen. „Es war nie einfacher, sich selbst zu präsentieren“, sagte er.

Eine, die das bereits für sich erkannt hat, ist Lisa Hake mit ihrem Geschäft Lisma Design. Sie nutzt verstärkt Instagram und berichtete, dass das gut für sie funktioniere. „Die Kunden mögen sehen, wer hinter dem Laden steckt“, verriet sie der Runde. Bei Instagram folge man den Accounts nicht nur der Dienstleistung wegen, sondern vor allem wegen der Personen, die dahinter stehen. Doch auch analog versucht sie, ihren Kunden gerecht zu werden. Sie bestücke ihr Schaufenster im Geschäft und biete die Möglichkeit, Zettel mit Bestellungen abzugeben. Auch telefonisch sei sie zu erreichen.

Allerdings: Das sei alles nicht das Gleiche. Im Endeffekt betreibe sie mehr Aufwand für weniger Geld. Dies bestätigt auch Tanja Grave, die mit ihrem Schuhgeschäft jetzt deutlich weniger einnehme. Doch auch sie versucht, über Social Media und ihr Schaufenster in Kontakt mit den Kunden zu bleiben. Die Sorge, auf Saisonware sitzen zu bleiben, bleibt.

Hake äußerte deshalb einige Ideen, wie der örtliche Einzelhandel besser unterstützt werden könne. So könne die Gemeinde beispielsweise Gutscheine an die Haushalte schicken. Davon profitierten die Familien wie auch die Händler vor Ort, findet sie. Generell vermisse sie die Unterstützung seitens der Gemeinde.

HGV hat sechsseitigen Fragebogen erstellt

Da pflichtete ihr Thomas Diekstall, Vorsitzender des HGV, bei. Der Handlungsbedarf sei da und seitens der Gemeinde sei noch Luft nach oben, findet er. So hätte der HGV in der Vergangenheit bereits einen Antrag auf professionelle Hilfe gestellt. Eine Halbtagskraft, die mit neuen Ideen die Gewerbetreibenden vor Ort unterstützt. Die Gemeinde erteilte dem allerdings eine Absage, sagte Diekstall. Der Antrag sei nicht konkret genug gewesen. Danach sei das wegen der Corona-Pandemie nicht weiter verfolgt worden.

Doch die Probleme bleiben. Auch Visbek habe schleichend mit Leerständen zu kämpfen, sagte Walter Tönnies, Vorstandsmitglied bei der Volksbank Visbek. Gewerbetreibende werden von der Politik zu wenig gesehen, so sein Urteil. Deshalb hat der HGV jetzt einen Fragebogen erstellt – für eine Bestandsaufnahme der örtlichen Wirtschaft.

Auf sechs Seiten können die Gewerbetreibenden Fragen zu ihrer persönlichen Situation beantworten wie auch Probleme und Entwicklungsperspektiven benennen, stellte Tönnies die Aktion vor. Der Fragebogen soll nun an die Gemeinde übergeben werden, damit diese ihn an alle Gewerbetreibenden verschickt, da nicht alle im HGV sind. Diekstall hofft, dass die Aktion zeitnah umgesetzt werden kann. Denn, so seine Einschätzung: „Nach Corona wird es tiefgreifende Veränderungen in den Ortskernen geben.“

Führte durch die Veranstaltung: Thomas Diekstall moderierte das virtuelle Treffen. Foto: MeyerFührte durch die Veranstaltung: Thomas Diekstall moderierte das virtuelle Treffen. Foto: Meyer

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Corona-Krise zwingt Unternehmen zu Kreativität - OM online