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Corona-Krise hat weiter Einfluss auf den Arbeitsmarkt

70 Betriebe zeigten Kurzarbeit an. 8.659 Menschen sind im Juni im Oldenburger Münsterland arbeitslos gemeldet.

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Im Vergleich zum Juni 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 35,7 Prozent an. Foto: dpa

Im Vergleich zum Juni 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 35,7 Prozent an. Foto: dpa

Corona zieht weiter seine Kreise: Die Auswirkungen der Pandemie beeinflussen nach wie vor den Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland. Die Arbeitslosenzahl liegt weiter deutlich über den Vorjahreswerten und die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit bleibt auf hohem Niveau. Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die am Mittwoch von der Agentur für Arbeit veröffentlicht wurden.

Trotz dieser Entwicklung sieht Tina Heliosch, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Vechta, Anzeichen einer leichten Stabilisierung: "Der Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent war im Juni recht moderat im Vergleich zu den Vormonaten. Ein leichter Zuwachs zu dieser Jahreszeit ist nicht ungewöhnlich, da viele Ausbildungen enden und ein Teil der Absolventen sich zunächst einmal arbeitslos meldet."

Laut Mitteilung der Arbeitsagentur hat sich im zurückliegenden Monat auch die Personalnachfrage der Betriebe etwas stabilisiert - allerdings auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen der heimischen Unternehmen habe im Juni gegenüber den Vormonaten leicht zugenommen. Insbesondere im Einzelhandel und im Baubereich sei Personal gesucht worden, berichtet Heliosch. Eine nachhaltige Trendumkehr sei das aber noch nicht, da sich trotz sinkender Neuanzeigen noch fast ein Drittel aller Beschäftigten im Oldenburger Münsterland derzeit in Kurzarbeit befänden.

Die Arbeitslosenzahlen im Oldenburger Münsterland. Grafik: NeumannDie Arbeitslosenzahlen im Oldenburger Münsterland. Grafik: Neumann

Mit insgesamt 8.659 Personen waren im Juni bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit sowie den Jobcentern Vechta und Cloppenburg 82 Arbeitslose beziehungsweise 1,0 Prozent mehr gemeldet als im Mai. Im Vergleich zum Juni 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 2.278 Personen beziehungsweise 35,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Im Vergleichsmonat des Vorjahres betrug sie 3,4 Prozent.

Betriebe melden Kurzarbeit für 1.101 Beschäftigte

In der Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit sind deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt zu  erkennen. Im Juni zeigten 70 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für 1.101 Beschäftigte an. Damit haben seit März insgesamt 3.449 Betriebe für 46.636 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr haben 15 Betriebe für insgesamt 240 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. In diesem Zusammenhang macht die Agentur deutlich: "Die Zahl der Anzeigen sagt noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben."

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber etwa im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im Juni einschließlich der arbeitslos Gemeldeten insgesamt 10.801 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 15,7 Prozent mehr als im Juni 2019. Da die Zahl der Arbeitslosen den größten Block der Unterbeschäftigung ausmacht, ist diese ebenfalls gestiegen.

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