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Commerzbank-Filialen in Vechta, Cloppenburg und Diepholz sind wohl nicht von Schließung bedroht

Privatkunden-Bereichsleiter André Freitag sieht gute Geschäfte in der Region. Die Bank gewinnt in Vechta viele neue Kunden und wächst vor allem im digitalen Bereich. Die Wirtschaft vor Ort ist stabil.

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Die Commerzbank macht in Vechta und umzu gute Geschäfte sagen (von links) Andre Winkelmann, André Freitag und  Marieke Ellberg. Foto: Kühn

Die Commerzbank macht in Vechta und umzu gute Geschäfte sagen (von links) Andre Winkelmann, André Freitag und  Marieke Ellberg. Foto: Kühn

Wenn der Vorstand einer Bank wegen anhaltend roter Zahlen die Details für einen (nochmaligen) Konzernumbau ankündigt, und davon spricht, dass bundesweit 10.000 Stellen und 340 Filialen geschlossen werden sollen, dann sind Mitarbeiter wie Kunden hoch verunsichert. Wie sich die Mitteilung des Commerzbank-Vorstandes in Frankfurt am Main vom Februar auf die Standorte konkret auswirkt, ist in den Filialen vor Ort bis heute nicht bekannt.

André Freitag, Leiter des Privatkundenbereichs der Filialen Vechta, Cloppenburg und Diepholz musste auf das 2. Halbjahr verweisen. Dann werde man schlauer sein. Freitag meinte bei Vorlage der Zahlen des Jahres 2020 der Region mit Blick auf die gute Geschäftsentwicklung aller Bereiche: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Filialen ganz oder teilweise schließen. Mein Gefühl sagt nein."

"Die Firmen erledigen immer mehr Finanzgeschäfte digital."Marieke Ellberg, Firmenkunden-Bereichsleiterin der regionalen Commerzbanken

Dass Deutschlands zweitgrößte Privatbank in der hiesigen Region gute Geschäfte macht, bestätigten die Zahlen des abgelaufenen Jahres, die Marieke Ellberg (Firmenkunden), Freitag (Privatkunden) und Andre Winkelmann (Unternehmerkunden) vorstellten. 2020 stand vor allem die Unterstützung der Unternehmer und Firmenkunden im Fokus, erklärte Ellberg. In ihrem Bereich war es vor allem die Hilfe als Hausbank bei der Beantragung der öffentlichen Coronaunterstützungen. Insgesamt hat die Commerzbank bundesweit 7,7 Milliarden Euro KfW-Coronakredite bereitgestellt, davon 31,8 Millionen Euro in Vechta. "Firmen erledigen immer mehr Finanzgeschäfte digital", berichtete Ellberg. So wurden 2020 bereits 50 Prozent mehr digitale Geldmarktkredite abgeschlossen als 2019. Wie andere in der Region tätige Geldinstitute bestätigt auch die Commerzbank dieser eine "stabile wirtschaftliche Situation", so Ellberg.

Kredite würden vor Ort nicht ausschließlich als Liquiditätshilfe genutzt, sondern (immer) noch für die Finanzierung von Investitionen, weiß Ellberg. Das geliehene Geld verwenden die hiesigen Unternehmen, um sich stärker digital auszurichten. Die Corona-Krise habe insofern den bestehenden Trend beschleunigt. Vermehrt hätten die Unternehmen Online-Shops an den Start gebracht oder würden ihre Maschinen digital vernetzen.

Filiale Vechta der Commerzbank betreut heute 8.000 Kunden

Im Privatkundengeschäft zeigt sich "Mobile-Banking" als hoch nachgefragt, erklärte Freitag. Die Zahl der Banking-App-Nutzer in der Region sei im vergangenen Jahr um 35,9 Prozent gestiegen. Jeder 3. Neukunde kam 2020 bereits online zur Commerzbank. "In Vechta haben wir 2020 netto über 200 neue Kunden gewinnen können. Wir betreuen in der Filiale nun insgesamt 8.000 Privatkunden."

Die Lockdown-Zeit habe zugleich dazu geführt, dass sich Kunden verstärkt um ihre Geldanlage gekümmert haben, weiß Freitag. Besonders beliebt waren Wertpapiersparpläne: Ihre Zahl stieg in Vechta um 34,6 Prozent. Insgesamt hat sich das Depotvolumen um 8,2 Prozent auf 64,3 Millionen Euro erhöht. Besonders nachgefragt waren nachhaltige Investments.

Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen steigt um 23 Prozent

Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen stieg in Vechta um 41,8 Millionen Euro, das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Trend zum ökologischen Bauen unterstützt die Commerzbank über ihre "grüne Baufinanzierung". Über alle Laufzeiten gewährt die Bank Häuslebauern einen Zinsvorteil von 0,1 Prozent, wenn diese, nachgewiesen über den Energieausweis, über die üblichen Standards hinaus energiesparend bauen. Um in den Genuss des Zinsvorteils zu kommen bedarf es laut Freitag hinsichtlich der Voraussetzungen "keiner großen Anstrengungen".

Das Gesamtkreditvolumen der Commerzbank in Vechta stieg auf 240 Millionen Euro. Die Commerzbanker vor Ort sehen sich kaum mit Forderungsausfällen konfrontiert, auch die Nachfrage nach Baufinanzierungen oder Konsumentenkrediten sei im Vergleich mit anderen Regionen hoch geblieben. Dafür sieht Freitag die breit aufgestellte Wirtschaft als Grund. Von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sei man im Oldenburger Münsterland und in Diepholz im Gegensatz zu anderen Regionen weit weniger betroffen.

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