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Clemens Bohmann arbeitet seit 50 Jahren bei derselben Firma

Anfang Juni wird er in den Ruhestand gehen. Dem Unternehmen bleibt er aber treu und wird monatlich bis zu 30 Stunden arbeiten. Aber davor geht es für den passionierten Bastler in den Türkei-Urlaub.

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Clemens Bohman ist gelernter Elektriker, machte seine Ausbildung bei Clemens Osterhus in Molbergen und arbeitete dort auch die letzten 50 Jahre. Foto: Heinzel

Clemens Bohman ist gelernter Elektriker, machte seine Ausbildung bei Clemens Osterhus in Molbergen und arbeitete dort auch die letzten 50 Jahre. Foto: Heinzel

"In gewisser Weise haben wir goldene Hochzeit gefeiert", sagt Clemens Osterhus über die Dauer der Betriebszugehörigkeit von Clemens Bohmann. "50 Jahre ist ganz außergewöhnlich", sagt der 59-Jährige. Sein Vater gründete 1952 die Elektroinstallationsfirma und stellte 1972 Bohmann ein. Das Unternehmen Osterhus in Molbergen ist eine familiengeführte mittelständische Firma mit rund 150 Mitarbeitern und kümmert sich um konventionelle und grabenlose Leitungsverlegungen sowie über ein DokuOffice um das Vermessen, Digitalisieren, Scannen und Drucken. In diesen Bereichen ist Osterhus zu 90 Prozent regional tätig.

Es ist erst das 2. Mal in der 70-jährigen Unternehmensgeschichte, dass solch ein Ereignis gefeiert wird. Vor 3 Jahren erreichte Josef Bünnemeyer diese Wegmarke. Nun machte es ihm Clemens Bohmann nach. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde bekam er einen Präsentkorb samt Miniatur-Goldbarren überreicht. Der 65-Jährige wird nun zum 1. Juni in den Ruhestand gehen. Doch ganz aufhören will der Molberger dann doch nicht und wird dem Unternehmen weiterhin treu bleiben. 25 bis 30 Stunden werde Clemens Bohmann in seiner Firma künftig pro Monat arbeiten, meint Clemens Osterhus. Dieser sei in gewisser Weise das "Mädchen für alles" gewesen - "er hat alles repariert“, sagt der Unternehmenslenker und bezeichnet seinen Arbeitnehmer als einen leidenschaftlichen Bastler und Tüftler. Der gelernte Elektriker habe sich weit über den eigenen Bereich hinaus fort- und weitergebildet.

"Wenn die Arbeit keinen Spaß macht, musst du dir etwas anderes suchen."Clemens Bohmann

Die Anfänge: Clemens Bohmann machte 1971 ein Praktikum bei der Clemens Osterhus GmbH und sein Vater fragte anschließend im Unternehmen, ob sein 15-jähriger Sohn dort eine Lehre machen könne. "Da hatte ich nicht groß eine Wahl", sagt Clemens Bohmann über die damalige Situation, "aber mir hat die Arbeit gefallen." Letzteres sei essenziell, denn "wenn die Arbeit keinen Spaß macht, musst du dir etwas anderes suchen."

Clemens Bohmann ist zwar kein Mann der vielen Worte, aber ihn zeichnet seine Neugier aus. Er wollte den Dingen immer auf den Grund gehen. Ein Beispiel: Monatelang beschäftigte er sich mit Rasenrobotern und recherchierte ausführlich, bis er sich für ein Modell entschieden hatte. Das Erste, was er tat, als sein Gartenhelfer ankam, war ihn auseinanderzunehmen und einen Chip einzupflanzen, mit dem er ihn komplett über sein Handy steuern kann. Clemens Bohmanns Augen leuchten vor Begeisterung auf, als er auf die ihm dadurch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu sprechen kommt. Doch nicht nur das, der Rasenmäher bekam eine eigene Garage, samt automatischem Rolltor.

Eine der ersten Maßnahmen in der Rente wird ein Urlaub in der Türkei sein. Hier ist der gebürtige Molberger ein Gewohnheitstier. Bereits zum 36. Mal geht es nach Side an der Mittelmeerküste. Und was sonst noch auf ihn zukommt, da lässt er sich überraschen, aber als Rentner werde es ihm nicht langweilig werden, da ist er sich sicher. Schließlich hat er 7 Enkelkinder und ist im Pool Billard Club (PBC) Molbergen aktiv. Dort bereitet das Gründungsmitglied des Vereins gerade das große Pokalturnier im August dieses Jahres vor. Eines steht aber fest: Clemens Bohmann sei mit seinem Leben zufrieden. Er sagt: "Was ich wollte, das habe ich."

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