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Christliches Krankenhaus schlüpft unter Rettungsschirm

Die Coronasituation in den Kliniken in Quakenbrück und Löningen sei derzeit beherrschbar, sagt Geschäftsführer Matthias Bitter. Finanziell müssen die Häuser derzeit Verluste verbuchen.

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Sicherheit zuerst: Die Kliniken in Quakenbrück und Löningen (Foto) arbeiten seit fast einem Jahr im Corona-Modus. Foto: Meyer

Sicherheit zuerst: Die Kliniken in Quakenbrück und Löningen (Foto) arbeiten seit fast einem Jahr im Corona-Modus. Foto: Meyer

Auch dem Klinikverbund Quakenbrück/Löningen macht die Coronakrise wirtschaftlich zu schaffen. Das bestätigte Geschäftsführer Matthias Bitter gegenüber OM online. Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Unterstützung der Krankenhäuser werde gebraucht, sagt der Krankenhauschef.

Um die Kapazitäten bei den Intensivbetten zu entlasten, haben die Kliniken im vergangenen Jahr häufig auf nicht zwingend notwendige Eingriffe und damit zugleich auf wichtige Einnahmen verzichtet. In den Krankenhäusern in Quakenbrück und Löningen   waren im Dezember und Anfang Januar denn auch deutlich mehr Betten frei als gewöhnlich. „In dieser Zeit sind wir normalerweise hoch belegt“, sagt Bitter. Klagen mag er aber noch nicht. Seine Erwartungen ruhen jetzt auf der Politik. Die hat inzwischen reagiert.

Spahn gibt Gehälter-Garantie für Mitarbeiter ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab vergangene Woche eine Gehälter-Garantie für die Beschäftigten in Krankenhäusern ab. „Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).  

Zwei Drittel aller Klinikbetreiber rechnen im Gesamtjahr 2020 mit Verlusten, wie aus dem aktuellen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervorgeht. Mitte Dezember hatte die Bundesregierung bereits einen neuen Rettungsschirm aufgespannt. Nach dem Konzept des Gesundheitsministeriums erhalten Kliniken in besonders coronabelasteten Gebieten Ausgleichszahlungen, wenn sie auf aufschiebbare Operationen verzichten. Davon würden aber lediglich 25 Prozent der Häuser erfasst, kritisierte umgehend die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Das Christliche Krankenhaus Quakenbrück ist inzwischen unter den Rettungsschirm geschlüpft. Für die St.-Anna-Klinik gilt das derzeit noch nicht. Auf Quakenbrück konzentriert sich auch die intensivmedizinische Versorgung von Coronapatienten. Sechs sind es zurzeit, von denen drei beatmet werden müssen. Acht weitere Covid-19-Patienten werden stationär behandelt. In Löningen hüten drei Infizierte das Bett. Zwei Infektionen müssten noch bestätigt werden,  sagt Matthias Bitter. „Die Lage ist aber beherrschbar.“ Die saisonale Grippe erschwert die Arbeit in beiden Häusern derzeit nicht. „Sie kommt so gut wie nicht vor“, erklärt Bitter und führt dies auf die Corona-Schutzmaßnahmen, darunter die Mund-Nasen-Bedeckung zurück.

Fallzahlen bei Mitarbeitern bereiten Sorgen

Mehr Sorgen bereiten dem Krankenhauschef die Fallzahlen bei den Mitarbeitern. Zwar versuche man, das für die Betreuung der Coronapatienten abgestellte Personal so gut es geht von den anderen Pflegekräften zu trennen. Dies sei aber nicht immer möglich. Immerhin: Der Landkreis Osnabrück hat dem Klinikum die ersten Impfdosen in Aussicht gestellt. Kommende Woche könnte es losgehen - vielleicht. Bitter hat die Mitarbeiter nach ihrer Impfbereitschaft befragen lassen. Etwa 60 Prozent wollen sich beteiligen. Der Geschäftsführer findet das in Ordnung. „Ich war nicht davon ausgegangen, dass sich hundert Prozent impfen lassen.“

Die Bewältigung der Corona­krise sei eine „riesige Gesamtaufgabe“. Erst wenn sie beendet sei, könne über Änderungen in der Krankenhauslandschaft  diskutiert werden, findet Matthias Bitter. Schwer zu beurteilen sei derzeit, ob die Konzentration auf wenige zentrale Einrichtungen Vorteile bei der Pandemiebewältigung habe oder im Gegenteil die flächendeckende Versorgung durch kleinere Häuser ein Trumpf sei. Bitter hält seine Kliniken für „systemrelevant“. Die Gewinnung von Fachpersonal sei für kleinere Krankenhäuser allerdings ein zunehmendes Problem.

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