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Christian und Alexander Rolfes sind mit ihrem Bakumer Rindfleisch erfolgreich

2019 begannen sie damit ihr Rindfleisch auf den Wochenmärkten der Region zu vertreiben. Nach einem schweren Start gab ihnen das Kaufverhalten der Konsumenten durch die Pandemie einen richtigen Schub.

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Glückliche Rinder sind ihr Geschäftsgeheimniss: Alexander (links) und Christian Rolfes vertreiben ihre Fleischprodukte über ihre Eigenmarke Bakumer Rindfleisch. Foto: Heinzel

Glückliche Rinder sind ihr Geschäftsgeheimniss: Alexander (links) und Christian Rolfes vertreiben ihre Fleischprodukte über ihre Eigenmarke Bakumer Rindfleisch. Foto: Heinzel

Christian Rolfes und sein Bruder Alexander sind mit ihrem „Bakumer Rindfleisch“ auf den Wochenmärkten in der Region für viele zu einem festen Anlaufpunkt geworden. "Corona war ein richtiger Push", berichtet Christian Rolfes. Die Menschen hätten sich auf dem Wochenmarkt und unter freiem Himmel sicherer gefühlt als im Supermarkt, erzählt er weiter.

Vor 2 Jahren begannen die Brüder ihre Rinder selbst zu verarbeiten und zu vermarkten. Am 1. Februar 2019 starteten sie mit einem Verkaufsstand in Lohne. 4 Wochen später kamen Dinklage und Vechta hinzu. Aktuell wird das Bakumer Rindfleisch zudem in Diepholz, Ostercappeln, Wildeshausen und Quakenbrück vertrieben.

2019 lief es nicht gut – doch die Brüder hielten durch

Doch danach sah es zwischenzeitlich nicht aus. Im Sommer 2019 war Christian Rolfes kurz davor aufzugeben, da das Geschäft schlecht lief. Andere Marktbeschicker rieten ihm durchzuhalten. Sie meinten, es dauere in der Regel 2 Jahre, bis sich ein Geschäft auf dem Wochenmarkt durchgesetzt habe. Und so fasste er sich ein Herz und machte weiter, entwickelte neue Produkte und setzte in der zweiten Sommersaison stärker auf das Grillgeschäft. Es gab Bratwürste in den Geschmacksrichtungen "Käse-Bacon", "Tomate-Mozzarella" oder aktuell "Aprikose-Fenchel" und "Chilli-Kurkuma-Ingwer".

"Wir sind experimentierfreudig", meint Alexander Rolfes durchaus stolz. Die beiden haben auch eine Leberwurst aus reinem Rindfleisch auf den Markt gebracht. Dieses Produkt gebe es nur ganz selten. Die Ideen zu den neuen Kreationen kommen ihm stets spontan, erzählt Christian Rolfes. So habe er sich während eines Grillabends einen Burger aus Fleisch und Ananas gebastelt. Die Idee zum Patty inklusive Frucht war da. "Ich habe die verrückten Ideen und Kai Tietjen von der Landschlachterei Landwehr kümmert sich um die entsprechende Umsetzung", beschreibt Christian Rolfes den Entwicklungsprozess. Innerhalb einer Woche könne so ein neues Produkt auf den Markt kommen.

Regionale Kooperation: Fleischermeister Kai Tietjen (links) sowie Alexander (Mitte) und Christian Rolfes (rechts) entwickeln gemeinsam Produkte. Foto: HeinzelRegionale Kooperation: Fleischermeister Kai Tietjen (links) sowie Alexander (Mitte) und Christian Rolfes (rechts) entwickeln gemeinsam Produkte. Foto: Heinzel

Konzept: Aus der Region für die Region

Das Konzept hinter der Direktvermarktung von Bakumer Rindfleisch lautet: Aus der Region für die Region – und zwar in einem geschlossenen und transparenten Produktionsprozess. Dabei setzen die Rolfes-Brüder auch auf die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. Ihre Tiere verarbeiten sie – wie erwähnt – über die Landschlachterei Landwehr. Diese liegt keine 800 Meter vom Hof entfernt.

Fleischermeister Kai Tietjen sagt mit einem fachkundigen Blick auf die vielen runden Rücken auf dem Hof Rolfes: "Je runder, desto besser." Fachleute nennen die Rinder dann kantig. Wenn die Tiere schlachtreif sind, bringen sie etwa 800 Kilo auf die Waage. Davon bleiben nach der Schlachtung etwa 450 Kilo übrig. Was sich durch das Abhängen weiter reduziert. Warum das so ist, erklärt der Bakumer gerne auf einer einstündigen Hoftour. Diese finden derzeit immer freitags und nur nach Anmeldung für einzelne Familien statt.

Diese Transparenz ist den Brüdern sehr wichtig. Sie erklären gern, woher ihre Tiere kommen, wie sie gefüttert werden und wie die Verarbeitung läuft. Gerade sind 37 neue Kälber Fleckvieh auf dem Hof an der Harmer Straße angekommen. Die Bullenkälber sind im Durchschnitt 4 bis 5 Wochen alt und bleiben 17 bis 18 Monate auf dem Hof, bevor sie zu Wiener Würstchen, feinen Bratwürsten, Krakauer sowie Leberwurst verarbeitet werden. Das betrifft das Fleckvieh. Limousine-Rinder, die auch auf dem Hof stehen, lieferten hingegen ob ihres kurzfaserigen Fleisches mit seinem intramuskulären Fett gute Steaks. "Fleisch der Könige", heißt es oft. 

Inzwischen hat die Firma drei Angestellte. Mutter Angelika kümmert sich um die Buchhaltung. Vater Ludger versorgt mit Alexander die Rinder und die Felder, die noch zum Hof gehören. Dort bauen sie aktuell Mais und Getreide an, welches sie wiederum an ihre Tiere verfüttern.

"In den letzten 6 bis 7 Jahren haben wir den gesamten Hof auf links gezogen."Alexander Rolfes, Bakumer Rindfleisch

Der Bauernhof an der Harmer Straße in Bakum ist ein klassischer Familienbetrieb. 1952 erbten Rolfes den Hof. Vater Ludger Rolfes übernahm den Betrieb 1986. 2014 fingen seine beiden Söhne an den Bauernhof umzukrempeln. Sonst sei er nicht zu halten gewesen. 

Christian Rolfes hat Maschinenbau studiert und sich dabei auf Produktions- und Fertigungstechnik konzentriert. Sein Bruder Alexander ist gelernter Landwirtschaftsmeister. Eine gute Kombination für die Neuausrichtung des Hofes. "In den letzten 6 bis 7 Jahren haben wir den gesamten Hof auf links gezogen", sagt Alexander Rolfes und meint neue Arbeitsabläufe und eine komplette Umstrukturierung. So scheint die Zukunft für den Hof da das Bakumer Rindfleisch erst einmal gesichert.

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