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C-Port: Trassenverlauf für Abwasserpipeline von Revis steht fest

Die Einleitgenehmigung hat Revis inzwischen erhalten. Grundstücke der Gemeinde Saterland werden für den nun beschlossenen Trassenverlauf zum Einleitpunkt beim Graben "Neues Vehn" nicht benötigt.

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Einleitung geklärt: Unweit der Bundesstraße 72 auf Höhe des Grabens „Neues Vehn“ soll das Prozesswasser der im C-Port geplanten Biomethan- anlage von Revis in die Sagter Ems eingeleitet werden. Foto: M. Passmann

Einleitung geklärt: Unweit der Bundesstraße 72 auf Höhe des Grabens „Neues Vehn“ soll das Prozesswasser der im C-Port geplanten Biomethan- anlage von Revis in die Sagter Ems eingeleitet werden. Foto: M. Passmann

Bei den Planungen für die am C-Port geplante Biomethananlage ist die Firma Revis Bioenergy zwei entscheidende Schritte vorangekommen. Das Unternehmen hat den Verlauf der Leitungen, mit denen das entstehende Abwasser in die Sagter Ems geleitet werden soll, festgelegt und zudem die Einleiterlaubnis für das Abwasser erhalten.

Die Leitungen sollen vom C-Port aus entlang der B401 und der B72 ausschließlich über Grundstücke laufen, die entweder in Privatbesitz sind oder dem Landkreis, dem Land Niedersachsen und dem Bund gehören. „Wir haben für alle Grundstücke, über die die Pipeline führt, unterschriebene Gestattungsverträge“, sagt Revis-Geschäftsführer Simon Detscher. Grundstücke der Gemeinde Saterland werden dabei nicht benötigt.

Initiatoren wollen an Bürgerentscheid festhalten

Damit nimmt Revis den Gegnern der Anlage die wohl einzige Möglichkeit, das Projekt noch zu verhindern. In dem anstehenden Bürgerentscheid soll, wie berichtet, die Gemeinde Saterland aufgefordert werden, jede in ihrem Verantwortungsbereich liegende Genehmigung zu versagen. Das beträfe nach aktuellem Kenntnisstand einzig die Erlaubnis, Abwasserleitungen über gemeindeeigenen Grund laufen zu lassen. Genau diese Zustimmung aber ist mit dem jetzt beschlossenen Trassenverlauf nicht mehr erforderlich.

Für Walter Hußmann, einen der Initiatoren der Bürgerbeteiligung, ist dies indes noch lange kein Grund, den Bürgerentscheid zurückzuziehen. „Wir werden uns den Trassenverlauf sehr genau unter die Lupe nehmen und nachschauen, ob es nicht doch irgendwo ein Grundstück gibt, bei dem wir Einfluss nehmen können“, sagt er. Außerdem fordere der Bürgerentscheid die Gemeinde ja dazu auf, alle erforderlichen Genehmigungen zu versagen, betont Hußman. „Vielleicht taucht im weiteren Verlauf ja noch ein Punkt auf, an dem das greifen würde."

„Möglicherweise ergeben sich im weiteren Verlauf des Verfahrens noch Themen, bei denen die Gemeinde gefragt ist.“Thomas Otto, Bürgermeister

Für Thomas Otto, den Bürgermeister der Gemeinde Saterland, hat sich die Diskussion um den Trassenverlauf mit den vorgestellten Planungen erledigt. „Ich kenne den Plan und glaube auch, dass es funktioniert“, sagt er. Vom Ende des Bürgerentscheids will allerdings auch er nicht reden. „Die Fragestellung geht ja weit über die Leitungen hinaus“, stimmt er Hußmann zu. „Möglicherweise ergeben sich im weiteren Verlauf des Verfahrens noch Themen, bei denen die Gemeinde gefragt ist.“

Vor allem aber sollten die Bürgerinnen und Bürger sich die Chance nicht entgehen lassen, ihre Meinung zu äußern. „Es wäre ein deutliches Zeichen, wenn der Bürgerentscheid erfolgreich wäre“, sagt er. „Und das gilt auch im entgegengesetzten Fall.“

Sachverständiger sieht keine Gefahr für Sagter Ems

Mindestens ebenso wichtig wie der Trassenverlauf ist für Revis die Einleiterlaubnis, die dem Unternehmen durch die Untere Wasserbehörde des Landkreises inzwischen übermittelt wurde. Grundlage dabei ist das Gutachten des Bremer Sachverständigen Dr. Heinrich Liebsch.

Der Biologe hatte im Rahmen einer ganzjährigen Untersuchung den Zustand von Flora und Fauna der Sagter Ems gemäß der Wasserrahmen-Richtlinie analysiert und dabei mögliche weitere Einleitungen durch Dritte, also etwa die von der Friesoyther Kaskum GmbH, berücksichtigt. Liebsch stellt dabei fest, „dass die geplante Einleitung der Revis zu keinerlei Schädigungen des Gewässers führen werden“.

Geklärt sind nach Revis-Angaben auch die Fragen rund um die Einleitstelle, die auf Höhe des Grabens „Neues Vehn“ in Sedelsberg liegen wird. „Wir können ein vorhandenes Einleitbauwerk der Friesoyther Wasserwacht nutzen“, erläutert Detscher. Das Bauwerk werde im Zusammenhang mit der Einleitung des Prozesswassers der Biomethananlage auf Kosten von Revis saniert.

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