Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

C-Port: Ende der Diskussion nicht in Sicht

22 Bewohner des Nordkreises haben über das Online-Formular des c-Ports Fragen zu den geplanten Ansiedlungen im Industriepark gestellt.

Artikel teilen:
Die geplanten Neuansiedlungen am C-Port dürften auch nach den jetzt veröffentlichten Fragen und Antworten weiter für Diskussionen sorgen.   Foto: Stix

Die geplanten Neuansiedlungen am C-Port dürften auch nach den jetzt veröffentlichten Fragen und Antworten weiter für Diskussionen sorgen.   Foto: Stix

Über die Webseite des C-Ports können interessierte Bürger seit dem 24. April ihre Fragen zu den Mist und Gülle verarbeitenden Unternehmen, die sich am C-Port ansiedeln wollen, loswerden. Die bis zum 30. April eingegangenen Anfragen veröffentlicht und beantwortet der Industriepark seit gestern Abend auf seiner Webseite unter www.c-port-kuestenkanal.de/wp-content/uploads/2020/05/Antworten-revis-kaskum.pdf.

Ein Großteil der eingereichten Fragen orientiert sich an dem Fragenkatalog, den die Bürgerinitiative Sauberer C-Port (BI) am 28. März an die C-Port-Verantwortlichen sowie an die Geschäftsführer der ansiedlungswilligen Firmen Revis (Münster) und Kaskum (Friesoythe) geschickt hatten. „Die neuen Fragen waren zumeist sachlich formuliert und in Teilen sehr detailliert“, sagt C-Port-Geschäftsführer Arno Djuren.

Wasser, Geruch und Verkehr waren die bestimmenden Themen

Schwerpunkte waren die Wassereinleitungen in die Sagter Ems, die zu erwartenden Geruchsbelästigungen und die Auswirkungen auf den Verkehr in der Region. „Hier liegen ganz offensichtlich die großen Ängste der Bevölkerung“, sagt der Vorsitzende des C-Port-Verbandsausschusses, Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann.

Einige Fragen bezogen sich auch auf die vom C-Port geplante Verlängerung der Kaianlage. Dabei vermuteten die Absender, dass dadurch für Kaskum auch die Gülleanlieferung per Schiff aus größerer Entfernung ermöglicht werden sollte. Djuren weist diese Vermutung zurück. „Die Verlängerung der Kaje hat nichts mit der möglichen Ansiedlung von Kaskum zu tun“, sagt er. „Kaskum hätte gar keinen direkten Zugang zu Kaje.“

Die Verlängerung der Kailinie sei der Hochstufung und dem Ausbau des Kanals durch den Bund und der dadurch erhofften höheren Attraktivität der Wasserstraße geschuldet. Dies könne, so hofft man beim C-Port, auch das Güteraufkommen des Hafens in die Höhe treiben.

„Diese Anlage würde unsere Heimat und die Lebensqualität in unserer Region verschlechtern.“Aus der Petition der Bürgerinitiative

Trotz aller Kommunikationsmaßnahmen des C-Ports scheint indes ein Ende der Diskussionen nicht in Sicht. Die Bürgerinitiative beispielsweise hat zwischenzeitlich eine Online-Petition gegen die Neuansiedlungen gestartet. Aus dem erläuternden Text wird deutlich, dass die Antworten auf den Fragenkatalog die Bedenken der BI-Initiatoren nicht ausräumen konnten. „Die geplanten Güllefabriken schaffen mehr Probleme als sie zu beseitigen“, heißt es in der Begründung für die Petition. „Diese Anlage würde unsere Heimat und die Lebensqualität in unserer Region verschlechtern.“

Zusätzlichen Informationsbedarf sieht der Friesoyther CDU-Stadtverband. Er schlägt vor, angesichts der vielfach geäußerten Sorgen „mithilfe von Infovideos oder Bürgerversammlungen weitere Aufklärung über das Projekt zu betreiben“.

Friesoyther CDU plädiert für digitale Bürgerversammlung

Die geplante Ansiedlung, so Stadtverbandsvorsitzender Lukas Reinken, biete große Chancen für den C-Port und die Region. „Aber hierzu ist es unbedingt notwendig, dass dieses Projekt auch Akzeptanz bei den Bürgern und Anwohnern findet“, betont Reinkens Stellvertreter Rasmus Braun. „Sorgen um Geruchsentwicklung oder zu starken Lkw-Verkehr müssen noch ausgeräumt werden.“

Dafür kann sich die Friesoyther CDU auch eine Bürgerversammlung vorstellen. „In Zeiten des Coronavirus kann man diese auch digital stattfinden lassen. Hier braucht es Mut, neue Wege zu gehen“, so Reinken. Die Stadt Friesoythe könnte hier vorangehen und neue technische Möglichkeiten nutzen.“

Stratmann hingegen verweist auf die vom C-Port betriebene Infokampagne und die weiter laufende Fragemöglichkeit. „So eine große Infokampagne hat es hier noch nie gegeben“, sagt er. Eine digitale Bürgerversammlung sieht er zudem skeptisch. „Ich befürchte“, sagt er, „dass größere Diskussionsveranstaltungen bei der Netzinfrastruktur in unserer Region nicht funktionieren.“

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

C-Port: Ende der Diskussion nicht in Sicht - OM online