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Bürgerinitiative „stinken“ Ottos Aussagen

Zu den Ansiedlungen Gülle verarbeitender Anlagen am C-Port sind noch viele Fragen offen. Die zur möglichen Geruchsbelästigung zieht gerade einen Streit nach sich.

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Muster: So wie diese Anlage in Gommern könnte auch die Revis-Anlage am C-Port aussehen.© Revis Bioenergy

Muster: So wie diese Anlage in Gommern könnte auch die Revis-Anlage am C-Port aussehen.© Revis Bioenergy

Die im Gewerbepark C-Port am Küstenkanal geplanten Anlagen der Firmen Revis Bioenergy (Münster) und Kaskum (Friesoythe)zur Gülleaufbereitung sorgen seit Wochen für Diskussionen. Durch eine Aktion des Saterländer Bürgermeisters Thomas Otto haben diese Diskussionen jetzt zusätzlich Fahrt aufgenommen.

Otto war am Montag zu einer von Revis in Dülmen bei Münster errichteten Biogasanlage gefahren, die der im C-Port geplanten Anlage technisch entspricht, jedoch deutlich kleiner ist. „Ich wollte mir die Anlage von außen anschauen, so wie jeder Interessierte es später am C-Port auch machen könnte“, erläutert Otto seine Intention auf MT-Anfrage. Unter anderem deshalb habe er auch darauf verzichtet, mit Vertretern des Unternehmens Kontakt aufzunehmen.

Das Ergebnis seiner Fahrt fasste er anschließend in einem Post auf seiner privaten Facebook-Seite zusammen, den er anschließend auch auf der Seite der neu gegründeten Bürgerinitiative „Sauberer C-Port“ teilte. Kern des Postings: „In der näheren Umgebung der Anlage war der Geruch schon sehr streng – um nicht zu sagen, es stank erbärmlich!“

Bei der Bürgerinitiative stieß Otto damit auf wenig Gegenliebe. Man finde das Verhalten Ottos „unverantwortlich“, schreiben die BI-Initiatoren auf ihrer Facebook-Seite. Sie werfen dem Bürgermeister vor, Lügen zu verbreiten und falsche Informationen in der Gruppe eingestellt zu haben. „Unsere Facebook-Gruppe soll eine Informationssammelplattform sein“, erläutert Frank de Buhr, einer der BI-Initiatoren. „Es soll hier nicht gewettert werden, egal in welche Richtung.“

Die Vertreter der Bürgerinitiative hätten, so de Buhr, als Reaktion auf Ottos Posting sofort Kontakt mit Sven Stratmann als Friesoyther Bürgermeister und Vorsitzender des Verbandsausschusses des Zweckverbandes „Interkommunaler Industriepark Küstenkanal“ (IIK) aufgenommen, um sich von Ottos Aussage zu distanzieren. Daraufhin habe Stratmann spontan eine gemeinsame Fahrt mit ihm und C-Port-Geschäftsführer Arno Djuren nach Dülmen angeboten, um Ottos Aussagen zu überprüfen.

Man sei dabei zu einem anderen Ergebnis gekommen als Otto, sagt de Buhr. „Wir sind durch die Anlage geführt worden und haben jeden Winkel gesehen“, sagt er. In der Misthalle beispielsweise habe es natürlich gerochen. Die sei aber so gut abgeschottet, dass davon draußen kaum etwas zu merken sei. „Es gab Gerüche, die können wir nicht wegreden“, sagt de Buhr. „Aber wir waren überrascht, wie wenig es gerochen hat.“

Auch Thomas Otto bestätigt im MT-Gespräch, dass es im direkten Umfeld der Anlage letztlich nur an zwei Stellen gestunken habe. „Das hängt sicher vom Standort und vom Wind ab“, sagt er. Auch Anlieger hätten ihm bestätigt, dass der Geruch davon abhänge, wo man sich befinde.
Gleichzeitig macht Otto klar, dass er die von Revis geplante Anlage durchaus innovativ findet. „Man muss aber auch die negativen Seiten sehen“, sagt er. „Es ist nicht alles eitel Sonnenschein, das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“

An diesem Punkt trifft er sich mit den Intentionen der Bürgerinitiative. „Wir wollen nicht mit Gewalt die Anlage schlecht reden oder gegen die Landwirtschaft wettern“, betont Frank de Buhr. „Wir wollen anhand von Informationen und Fakten prüfen, ob der C-Port wirklich der richtige Standort für die Anlage ist.“

Um das zu klären hat die Bürgerinitiative einen offenen Brief mit 77 Fragen an den IIK geschrieben. Lärmemmissionen und Geruchsbelästigungen werden darin ebenso thematisiert wie Verkehrsaufkommen, Umweltbelastung und Störfälle.

„Wir sind in dem gesamten Genehmigungsprozess damit früh dran“, sagt Frank de Buhr. „Andererseits ist die für den 19. März geplante Informationsveranstaltung ja ausgefallen.“ Deshalb wolle man durch die eigene Arbeit eine Plattform schaffen, auf der jene Fakten zu finden sind, die für eine Meinungsbildung der Bevölkerung benötigt werden.

Revis-Geschäftsführer Simon Detscher versicherte der MT gegenüber, dass sein Unternehmen sich den Fragen der BI gerne stelle und ihr die Antworten zeitnah zukommen lassen werde. „Grundsätzlich stehen wir für einen Dialog gerne zur Verfügung“, so Detscher. „Dabei lege ich Wert auf den direkten Kontakt.“

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