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Bürger warnen vor „Güllestadt“

In Schwaneburgermoor hat sich noch einmal die Bürgerinitiative (BI) „Saubere C-Port“ zu Wort gemeldet.

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Helmut Hillen (Foto: Passmann)

Helmut Hillen (Foto: Passmann)

Die BI möchte verhindern, dass sich im Industriepark am Küstenkanal zwei Großprojekte ansiedeln, die Gülle verarbeiten wollen (MT berichtete). Der Sprecher der BI, Helmut Hillen, konkretisiert noch einmal die Gründe für die Ablehnung.

„Die Anzahl der Biogasanlagekapazitäten würde in der Stadt fast verdoppelt.. Zudem würde der Lkw-Verkehr auf den Bundesstraße 72 und 401 enorm zunehmen, denn gefahren wird an sechs Tagen in der Woche und das rund um die Uhr. Die Durchfahrt durch Sedelsberg würde über die Hauptstraße fließen. Das Chaos ist vorprogrammiert“, fasst Hillen die Befürchtungen zusammen.

Es handele sich um den Bau von bis zu 40 Gärbehältern mit 25 Metern Durchmesser und 25 Meter Höhe. „Das sind riesige industrielle Entsorgungsbetriebe. Wenn das so realisiert wird, dann wird Friesoythe zur Güllestadt Deutschlands, erklärt sein Mitstreiter Stefan Plaggenborg. Er ist sich sicher, dass die Anlagen stinken werden. Besonders dann, wenn der Wind aus dem West weht. Sorgen macht sich Plaggenborg auch wegen der Einleitung der Abwässer in die kleine Sagter Ems. Frank de Buhr von der BI mag sich kaum vorstellen, was passiert, sollte ein Tanker auf dem Transportweg verunglücken.

Nur etwa 350 Meter entfernt liege ein großes Naturschutzgebiet. „Was passiert mit dem Antibiotika in der Gülle“, fragt sich die Initiative. Die Vertreter hegen auch Zweifel daran, dass weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. „Wenn die Anlagen erst stehen, wer siedelt sich dann noch als Gewerbe im C-Port an“, gibt Helmut Hillen zu bedenken.

Er bedauert, dass im Vorfeld „keinerlei vernünftige Informationen“ zum Projekt geflossen sind. Trotzdem liege schon die Genehmigung für das Ableiten der Abwässer vor. „Wie ist das möglich?“, meint Hillen.

Er verdeutlicht gleichzeitig, dass die Bürgerinitiative der Landwirtschaft keinen Schaden zufügen wolle. Sie hätten in erster Linie Bedenken wegen Größe der Anlagen. „Die Idee des Projektes ist sicher nicht schlecht, doch glauben wir, dass extreme Gerüche frei gesetzt werden. In dem Punkt sind wir erprobt“, verweist Helmut Hillen auf die Fleischmehlfabrik in Kampe.

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