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"Branche steht unter enormen Preisdruck"

Die Friesoyther Kaufmannschaft begegnet dem "Black Friday" mit "Service Days". Auch ein Schaufensterwettbewerb mit Geldpreisen für soziale Zwecke ist gestartet.

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"Herzliche" Einladung: Die Kaufmannschaft möchte sich mit vielseitigen Angeboten und Service vom boomenden Online-Handel absetzen. Foto: Claudia Wimberg

"Herzliche" Einladung: Die Kaufmannschaft möchte sich mit vielseitigen Angeboten und Service vom boomenden Online-Handel absetzen. Foto: Claudia Wimberg

Rabattschlachten und Schnäppchenjäger im Shoppingrausch: Am "Black Friday" dominiert der Rotstift und der ursprünglich aus den USA stammende Tag lockt mit Top-Angeboten und Big-Deals. Vor allem online.

Einfach verstreichen lassen will der stationäre Einzelhandel in Friesoythe das Konsum-Event am 27. November jedoch nicht und setzt mit "Service Days" ein Zeichen. Und das ab dem 25. November eine Woche lang. "Die Branche steht insgesamt unter einem enormen Preisdruck", betonte Frank Hanneken, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV). Die Kaufleute könnten jedoch nicht den kleinsten Preis und gleichzeitig den größten Service bieten. "Es muss ein Paket sein, das wir schnüren", sagt der Geschäftsmann.

Dass die Betriebe der Stadt noch vielfach inhabergeführt sind, hob Markus Block, zweiter Vorsitzender, als Pluspunkt gerade auch in Coronazeiten hervor. "Sie kommen besser durch die Krise als Filialisten, weil sie flexibler agieren und arbeiten können." Kundendienst und kompetente Beratung gelte es herauszustellen, um sich von Internet-Riesen abzuheben. Während der "Service-Days" noch mehr als üblich. "Das wäre wünschenswert", hofft der HGV-Vorstand auf motivierte Kollegen, die "statt kalkulierter dann vielleicht mit subventionierten Preisen werben und ein Servicekonzept tatsächlich herausstellen, das mittlerweile so selbstverständlich ist, dass man gar nicht mehr darüber spricht".

Zu Service und Preis kommt die Präsentation

Doch nicht nur die klassischen Geschäfte seien gefragt, sondern alle Dienstleister. Dazu zählten auch Büros, Physiotherapeuten, Apotheken und weitere Anbieter. Zu Service und Preis kommt die Präsentation durch Schaufenster als Visitenkarte, die Produkte, Kreativität und Leistungen offenbaren, aber "auch Geschichten erzählen", weiß der HGV-Vorstand und stellt seine zweite Initiative vor: einen weihnachtlichen Schaufenster- und Dekorationswettbewerb. Unabhängig von einer Mitgliedschaft sind auch hier sämtliche Betriebe aufgefordert, sich zu beteiligen.

Bis zum 9. Dezember können Fotos von besonders in Szene gesetzten Schaufenstern oder Bereichen im Innern eingesandt werden. Preise im Wert von 500, 300 und 200 Euro, die die Gewinner für einen sozialen Zweck ihrer Wahl spenden sollen, sind ausgelobt. Eine vom HGV unabhängige Jury, bestehend aus Marina Böckmann (Stadtmarketing), Marlies Bornhorst-Paul (Leiterin BBS), Nadine Krefeld (Geschäftsführerin St.-Marien-Hospital), Ulrich Bahlmann (Pfarrer) und Gerd Binder (Kunstkreis), wird die Bewertung vornehmen.

Geht es nach den Veranstaltern, sollen die Schaufenster "so strahlend und schillernd wie nie zuvor sein". Ob modern, puristisch, verspielt, mit Fotos oder Verpackungen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Aktion soll nicht nur den Wettbewerbsgedanken beflügeln, sondern in besonderem Maße Anreize und Kaufvergnügen für Kunden schaffen, die sich beispielsweise beim sonntäglichen Bummel durch die auch ansonsten einladend geschmückte Stadt schon mal die Nase an den Scheiben plattdrückten.

  • Info: Bewerbungen mit Fotos und Kontaktdaten können an office@hanneken.de geschickt werden.

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