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Böseler züchten teuerste Färse

Die letzte Auktion des Jahres hatte es noch einmal in sich. Die Milchvieherzeuger können sich derzeit über bessere Preise freuen. Ausreichend sind sie aber noch nicht.

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Gefragt: Milch ist derzeit ein knappes Gut. Das macht sich auch an den Preisen für Kühe und Jungrinder bemerkbar. Foto: dpa/Bernd Wüstneck 

Gefragt: Milch ist derzeit ein knappes Gut. Das macht sich auch an den Preisen für Kühe und Jungrinder bemerkbar. Foto: dpa/Bernd Wüstneck 

Verkaufserfolg für Josef und Bernd Hatke: Eine Färse aus dem Stall der Böseler hat bei der Zuchtrinderauktion in Cloppenburg den Höchstpreis von 3600 Euro erzielt. Die Octane-Tochter wurde von einem italienischen Bieter ersteigert. Zum Jahresabschluss war die Nachfrage in der Münsterlandhalle noch einmal groß. Neben dem teuersten Tier des Tages stellten die Hatkes auch den 2. Platz. Für ihre Sunny-Red-Tochter griff ein niederländischer Einkäufer tief in die Tasche und bezahlte 2800 Euro.

119 Färsen wurden verkauft. Bereits nachdem die ersten 10 Tiere den Ring wieder verlassen hatten, sei klar gewesen, dass die Beschicker zufrieden nach Hause gehen würden, schreibt die veranstaltende Masterrind. Über die Hälfte der Färsen erzielte mehr als 2000 Euro. Der Durchschnittspreis von 2061 Euro war der höchste des Jahres.

Der Verkauf der Deckbullen startete dagegen zunächst verhalten. Die drei verkauften Tiere erreichten einen Durchschnittspreis von 1433 Euro. Teuerstes Tier mit 1700 Euro war Andy-Red-Sohn von der Schothorst Landwirtschaft GbR aus Osterwald. Der Bulle verbleibt in Niedersachsen.

Der Bund Deutscher Milchviehhalter kritisiert die Molkereien

Die Stimmung in der Cloppenburger Markthalle war nicht schlecht. Denn die wirtschaftliche Situation der Milchbauern hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Erste Molkereiunternehmen haben ihren Auszahlungspreis inzwischen wieder auf 40 Cent/kg (4 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß) angehoben, berichtet der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM). Grund ist eine verhaltenere Rohmilchanlieferung an die Molkereiunternehmen.  "Wieder einmal bestätigt sich der marktwirtschaftliche Grundsatz, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen", stellt BDM-Vorsitzender Stefan Mann fest. "Und wieder einmal erweist sich das Argument, dass eine Reduzierung des Milchangebots keine Marktwirkung zeigt, als nicht zutreffend."

Trotz der verbesserten Preise können die Bauern jedoch ihre gleichzeitig gestiegenen Produktionskosten weiterhin nicht decken, berichtet der BDM. So müssen die Landwirte die derzeit explodierenden Preise für Strom, Diesel, Heizöl und Futter zahlen, um die Produktion am Laufen zu halten. "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Molkereiwirtschaft ihre Möglichkeiten nicht gänzlich ausschöpft", erklärt Stefan Mann. Seiner Ansicht nach nutzten Molkereiunternehmen die Situation dazu, um ihre eigenen Rücklagen weiter auszubauen.

  • Info: Zuchtrinderauktionen sollen laut Masterrind in diesem Jahr noch am  30. November in Verden und am 1. Dezember in Dalum stattfinden (beide Veranstaltungen als 2G). Die nächste Auktion in Cloppenburg ist für den 4. Januar 2022 angesetzt.

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