Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Boden ist nicht vermehrbar

Thema: Bund stoppt Privatisierung von Äckern in Ostdeutschland – Der Krieg in der Ukraine zeigt: Zugriff auf strategische Ressourcen ist überlebenswichtig. Dazu gehört Nahrungs – und daher auch Boden.

Artikel teilen:
Philipp Ebert

Philipp Ebert

Ostdeutschland ist vermeintlich weit weg von Südoldenburg. Doch die Nachricht aus Berlin, dass der Bund die Privatisierung von Ackerflächen in Ostdeutschland stoppen will, verdient Aufmerksamkeit. Sie lenkt den Blick auf eine Frage, die auch für unsere Region von Bedeutung ist und die Art des Zusammenlebens langfristig prägen kann: Wem gehört der Boden?

Hierzulande und in weiten Teilen Westdeutschlands hat sich über Jahrhunderte eine kleinteilige Höfestruktur entwickelt. Die Familien lebten auf den Schollen, die sie bewirtschafteten. Dort wurde geliebt, dort wurde die Verwandtschaft versorgt. Oft entwickelte sich eine zupackende unternehmerische Kultur, die gerade das Oldenburger Münsterland bis in unsere Zeit prägt. Und doch: Diese Zeit vergeht; Betriebe werden größer und der Marktdruck zwingt immer mehr Familien zur Aufgabe. Oft übernehmen Investoren.

Der Zugriff auf strategische Ressourcen ist wichtig

Im Osten ist durch die Kollektivierungen der DDR schon vor Jahrzehnten die bäuerliche Struktur zerstört worden. Nach der Einheit wurde das Land meistbietend verkauft – eine unternehmerische Bauernkultur, die auch als Keimzelle einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung dienen kann, konnte kaum wachsen. Vielerorts griffen große Konzerne zu und kauften Land.

Dass der Bund dem nun ein Ende machen will, ist legitim. Zwar ist der Staat selten der bessere Unternehmer. Aber: Der Ukrainekrieg zeigt, wie wichtig der Zugriff auf strategische Ressourcen sein kann. Neben Energie gehört dazu: Nahrung. Was braucht es für deren Herstellung? Boden. Und der ist nicht vermehrbar.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Boden ist nicht vermehrbar - OM online