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Bilder und Blogs wecken Appetit der Kunden

Die Präsenz auf Social-Media-Plattformen zahlt sich für Gastronomen und Einzelhändler aus. Nützliche Tipps liefert eine Vortragsreihe der Stadt Vechta.

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Online zum Erfolg: Buchhändlerin Laura Triphaus aus Vechta berichtete in der Vortragsveranstaltung über ihre positiven Erfahrungen mit Facebook und Instagram. Foto: Speckmann

Online zum Erfolg: Buchhändlerin Laura Triphaus aus Vechta berichtete in der Vortragsveranstaltung über ihre positiven Erfahrungen mit Facebook und Instagram. Foto: Speckmann

Gastronom Ludger Freese weiß, wie er den Appetit seiner Kundschaft wecken und zugleich das eigene Geschäft ankurbeln kann. Er bereitet mit gekonnten Handgriffen einen Sauerbraten zu, lässt sich dabei von einer Kamera filmen und stellt das kurze Video anschließend ins Internet. Das delikate Fleischgericht geht viral: Innerhalb von nur zweieinhalb Stunden klicken mehr als 1000 Nutzer den Beitrag auf Instagram an.

"Es ist klasse, wie einfach man die Leute erreichen kann", schwärmt der Fleischermeister aus Visbek von dem Einsatz der neuen Medien. Er ist schon seit 2 Jahrzehnten im weltweiten Netz unterwegs, füttert seine Homepage regelmäßig mit neuen Bildern und Blogs, startet Aktionen auf Facebook und Instragram, um mit potenziellen Kunden in Dialog zu treten. Das zahlt sich in barer Münze in seinem Restaurant und Partyservice aus.

Über seine positiven Erfahrungen auf den Social-Media-Plattformen hat Ludger Freese jetzt in der neuen Veranstaltungsreihe "VEC: digital nach vorn" der Stadt Vechta berichtet. Dabei befand sich der medienaffine Unternehmer in guter Gesellschaft. Auch Laura Triphaus von der Buchhandlung Konerding folgte der Einladung der heimischen Wirtschaftsförderung. Sie schilderte ebenfalls mit großer Begeisterung ihre Eindrücke aus der Praxis.

Ob Sauerbraten oder Spargel: Gastronom Ludger Freese aus Visbek stellt regelmäßig kurze Videos ins Netz und hält damit Kontakt zur Kundschaft. Foto: SpeckmannOb Sauerbraten oder Spargel: Gastronom Ludger Freese aus Visbek stellt regelmäßig kurze Videos ins Netz und hält damit Kontakt zur Kundschaft. Foto: Speckmann

Die beiden Firmenvertreter machten den knapp 20 Teilnehmern der Videokonferenz deutlich, wie wichtig die Präsenz in sozialen Netzwerken für Einzelhandel und Gastronomie ist, gerade in der heutigen Zeit, wo viele Türen aufgrund der Pandemie geschlossen sind. "In Corona merkt man einfach, dass es etwas bringt. Die Leute nehmen es jetzt mehr wahr", berichtete Triphaus, die seit ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin schon diverse Ideen in die Tat umgesetzt hat.

Zunehmende Resonanz bei Instagram

Was die beiden Firmenvertreter zunehmend feststellen, ist die zunehmende Resonanz bei Instagram, wo sich bekanntlich viele junge Menschen tummeln. Der werbefinanzierte Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos scheint Facebook als Platzhirsch den Rang abzulaufen. "Dort geht die Post ab, wenn man etwas postet", berichtet Freese. Er rät jedoch dazu, möglichst beide Kanäle zu bedienen und zu schauen, wo sich die eigene Kundschaft aufhalte.

Was der Fleischermeister und die Buchhändlerin allen interessierten Betrieben empfehlen, ist eine persönliche und vor allem regelmäßige Gestaltung der Plattform. Sie selbst stellen fast täglich neue Nachrichten und Bilder ins Netz. Häufig sind es Aufnahmen aus dem Betrieb. Mitarbeiter beim Auspacken von Ware, Präsentation von neuen Produkten oder auch Szenen hinter den Kulissen, die neugierig auf das Geschäft machen und zur Kontaktaufnahme anregen.

"Man kann sich dem nicht mehr verweigern. Ich muss da sein, wo die Kunden sind und meine Angebote und Dienstleistungen zeigen."Gastronom Ludger Freese

Für Freese ist die Präsenz in den sozialen Netzwerken unerlässlich, damit sich kleine Betriebe langfristig am Markt behaupten: "Man kann sich dem nicht mehr verweigern. Ich muss da sein, wo die Kunden sind und meine Angebote und Dienstleistungen zeigen", unterstreicht der Gastronom. Wer heutzutage nicht im Internet zu finden sei, mache einen großen unternehmerischen Fehler und wirke ohne die digitale Präsenz schon fast unseriös.

Die Werbung in den sozialen Netzwerken ist kostenlos und offenbar auch äußerst effektiv, wie der Visbeker berichtet. Konkrete Zahlen könne er nicht nennen, aber in der Corona-Krise mache die digitale Präsenz etwa 30 Prozent seines Umsatzes aus, sagt er. Auch Triphaus spürt eine steigende Nachfrage in ihren Geschäften in Vechta und Dinklage, wenn sie ein Angebot auf ihrem Account postet. "Es bringt was, die Leute kommen in den Laden", erklärt die Buchhändlerin.

Ihr Nachbar Antonius Schröer, Inhaber des gleichnamigen Modegeschäftes, kann dem Engagement nur beipflichten. Er würde es begrüßen, wenn alle Geschäfte an der Großen Straße in Vechta in den sozialen Netzwerken aktiv wären. Einige Einzelhändler in der Innenstadt würden die Chance bereits nutzen, sich auf empathische Weise der Kundschaft zu präsentieren. Auch für den Wochenmarkt würden sich regelmäßige Posts anbieten.

Unterstützung bei der Digitalisierung

Die Stadt Vechta will kleine und mittelständische Unternehmen, insbesondere den Einzelhandel und die Gastronomie, auf dem Weg der Digitalisierung weiter unterstützen. In der aktuellen Vortragsreihe hat es bereits erste grundlegende Informationen zur Internetpräsenz gegeben. Auch entsprechende Fördermöglichkeiten sind aufgezeigt worden. Weitere Angebote sollen folgen, wie Moderator Tim Fröhle zum Abschluss der jüngsten morgendlichen Runde ankündigte.

Mit der bisherigen Resonanz sind die Verantwortlichen zufrieden. „Anhand der Rückmeldungen und auch der Teilnehmerzahlen zeigt sich, dass unsere Veranstaltungsreihe an der richtigen Stelle ansetzt", erklärt Wirtschaftsförderer Dr. Frank Käthler auf Anfrage. Durch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und dies auf Wunsch auch anonym, seien die Veranstaltungen interaktiv, was sehr gut ankomme. Die Reihe werde immer bekannter und erreiche so auch neue Teilnehmer.

Marktplätze, Shops und vieles mehr

Über die Osterferien pausiert das Veranstaltungsformat, damit die Unternehmer auch die Möglichkeit haben, sich in Ruhe mit den vergangenen Themen zu beschäftigen und bestenfalls sogar umzusetzen. Ab dem 14. April (Mittwoch) startet ein neuer Informationsblock rund um das Thema "Online verkaufen". Dann wird es unter anderem um Marktplätze, Shops und vieles mehr gehen.

"Die zukünftigen Veranstaltungen orientieren sich einerseits an einem vorhandenen Themenkatalog, andererseits freuen wir uns, wenn Unternehmer uns wissen lassen, über welche Themen sie gern mehr erfahren würden. Wir sind für ihre Vorschläge offen", sagt Käthler. Die Vorträge finden weiterhin im Online-Format statt, mittwochs von 8 bis 9 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.

  • Info: Das Programm ist unter www.vechta.de einsehbar. Anmeldungen sind bis jeweils Dienstag vor der Veranstaltung, 10 Uhr, per Mail an wirtschaft@vechta.de möglich.

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