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Bilanzsumme der Volksbanken steigt auf 4 Milliarden Euro

Die sieben Volksbanken im Kreis Cloppenburg machen auch angesichts der Corona-Pandemie weiter gute Geschäfte. Das Kreditvolumen, aber auch die Kundeneinlagen steigen stark.

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Das Kreditgeschäft der Volksbanken im Kreis Cloppenburg wird unter anderem durch Wohnbaufinanzierungen getrieben. Archivfoto: Kühn

Das Kreditgeschäft der Volksbanken im Kreis Cloppenburg wird unter anderem durch Wohnbaufinanzierungen getrieben. Archivfoto: Kühn

Eine Fortsetzung der "seit Jahren positiven Geschäftsentwicklung" stellt für die Arbeitsgemeinschaft (AG) der sieben Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Cloppenburg deren Sprecher Jürgen Fuhler fest. Von der Corona-Pandemie zeigen sich die Geschäfte der Volksbanken vor Ort relativ unbeeindruckt. Die gemeinsame Bilanzsumme stieg um 8,7 Prozent auf nun fast 4 Milliarden Euro, 2020 waren es 3,6 Milliarden Euro.

Fuhler hob in seinem Bericht auch das verbesserte Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr mit 39,4 Millionen (2020: 34,6 Millionen Euro) hervor. Die Mitglieder der Banken wurden mit Dividendenzahlungen in Höhe von insgesamt 1,1 Millionen Euro am Erfolg beteiligt.

Getrieben wird die nach wie vor gute Entwicklung der Zahlen von einem "wichtigen Wachstumsmotor", dem Kreditgeschäft. Nach bereits in der Vergangenheit jährlich steigenden Kreditvolumina, so Fuhler, ging es 2021 um 7,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro (3 Milliarden Euro) weiter nach oben. Den Anstieg verortet der AG-Sprecher in einem gestiegenen Kreditgeschäft mit den Unternehmen und Selbstständigen. Neben dem "starken Unternehmergeist unseres Mittelstandes und unserer Landwirte" spiele aber auch das Hypothekengeschäft im Wohnungsbau weiterhin eine überaus wichtige Rolle.

Kunden schichten ihre Spargelder in Fonds und die regelmäßige Fondsanlage um

Die Kunden vertrauen ihren Volksbanken vor Ort immer mehr Geld an. Die Einlagen wuchsen um 7,5 Prozent und erhöhten sich auf 2,3 Milliarden Euro (2,1 Milliarden Euro). Auch das betreute Kundenvolumen stieg im Berichtsjahr um gleich 9,8 Prozent auf etwa 7 Milliarden Euro (6,4 Mrd. Euro). Dabei schichten die Kunden ihre Geldanlage und den Vermögensaufbau zunehmend um, verlassen die Bereiche der nur niedrig verzinsten Wertpapiere und der Tagesgeldeinlagen. Alle sieben Banken verzeichnen einen steigenden Mittelzufluss in den Bereich der Fonds. Das regelmäßige Besparen von Fonds wird deutlich stärker genutzt. Auch Sonderformen der Anlagen, wie etwa die in Edelmetallen, sind bei den Kunden zunehmend beliebt.

Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der sieben Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Cloppenburg ist Jürgen Fuhler. Foto: VR Bank SüdoldenburgSprecher der Arbeitsgemeinschaft der sieben Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Cloppenburg ist Jürgen Fuhler. Foto: VR Bank Südoldenburg

Für den Sprecher beruht der Erfolg der Volksbanken im Kreis Cloppenburg "zu einem großen Teil auf der Tatsache", dass die Geldinstitute "ihren genossenschaftlichen Werten treu bleiben". 103.446 Kunden und 49.998 Mitglieder werden von den sieben Genossenschaftsbanken vor Ort betreut. Die Kundennähe belegten als sichtbares Zeichen "32 Filialen im Landkreis Cloppenburg von Barßel bis Essen", so Fuhler. Auf allen Geschäftsfeldern, auch durch die hohe Nachfrage von Unternehmerkunden oder solchen aus der Landwirtschaft, "spüren wir sehr deutlich, dass sich andere Regionalbanken immer weiter aus der Fläche zurückziehen".

450 Mitarbeitende stünden bei den Volksbanken vor Ort den Privat- und Firmenkunden mit ihrer Expertise im direkten Kontakt oder in nachgelagerten Bereichen zur Seite. Derzeit gibt es 45 Auszubildende und duale Studierende in den Geldhäusern.

1,5 Millionen Euro wurden 2021 in die Region gegeben

Die Genossenschaftsbanken im Landkreis Cloppenburg treten in vielen Bereichen als Sponsoren ehrenamtlichen Engagements auf. Insgesamt 1,5 Millionen Euro wurden 2021 in die Region gegeben. Durch Spenden und Zuwendungen aus dem VR-Gewinnsparen wurden Vereine sowie kulturelle und caritative Einrichtungen mit rund 300.000 Euro unterstützt.

Trotz Pandemie wurden Angebote im so genannten "Size-Club" aufrecht gehalten. Zwar hätten keine Tagesausflüge stattfinden können, aber in den Sommerferien gab es unter anderem in Kooperation mit dem Museumsdorf "die größte Schnitzeljagd im Landkreis Cloppenburg". Mehr als 3100 Teilnahmescheine gingen ein. Die Gewinner erhielten unter dem Motto "Entdecke deine Region" Preise wie Heißluftballonfahrten, Alpakawanderungen, Golf-Schnupperstunden und eine Nacht im Museumsdorf.

Wie alle Geldinstitute stehen auch die genossenschaftlich organisierten Banken vor Herausforderungen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeitsbewertungen. Symbolfoto: KühnWie alle Geldinstitute stehen auch die genossenschaftlich organisierten Banken vor Herausforderungen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeitsbewertungen. Symbolfoto: Kühn

Fuhler verwies in einem kurzen Ausblick noch einmal auf die großen Herausforderungen, die die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit für die Banken mit sich bringen. Zu diesen Herausforderungen zählt er auch die nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes im Innenverhältnis zu den Kunden nun notwendige Zustimmung bei Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder bei Preisanpassungen.

Seinen Bericht schloss der AG-Sprecher mit nachdenklichen Worten, denn "zurzeit ist jede positive Nachricht oder Bilanz durch die Situation in der Ukraine mehr als getrübt". Die bundesweite genossenschaftliche Finanzgruppe werde den Menschen helfen. Als erste Maßnahmen wurden Hilfstransporte geplant und eine Sofortspende über 500.000 Euro zur Verfügung gestellt.

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