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Betriebe am Alfsee hoffen auf goldenen Herbst

Die Betreiber von Gastronomie und Freizeitangeboten sehen eine deutliche Erholung. Ihre Saison könnte sich bei gutem Wetter deutlich verlängern.

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Viel los: Betreiber Axel Torbecke ist froh, dass an seinen Wasserskianlagen endlich wieder Andrang herrscht. Fotos: Schmutte

Viel los: Betreiber Axel Torbecke ist froh, dass an seinen Wasserskianlagen endlich wieder Andrang herrscht. Fotos: Schmutte

Die Stimmung bei Sonja Glasmeyer und Axel Torbecke hat sich in den vergangenen Wochen deutlich gebessert. Die Monate davor sah es für die Geschäftsführerin der Alfsee GmbH und den Betreiber der Alfsee StrandArena aufgrund der Corona-Pandemie finanziell eher düster aus.

Jetzt, nach Lockerungen der Corona-Beschränkungen, zieht das Sommerwetter die Gäste wieder massenhaft an der See. "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren von der Corona-Pandemie sogar profitieren werden und so die Verluste dieses Jahres ausgleichen können", sagt Sonja Glasmeyer optimistisch. Grund sei das veränderte Reiseverhalten der Gäste. Es werde verstärkt Urlaub im eigenen Land gebucht.

Ein Beispiel sind die Hachmeisters aus Hannover. Eigentlich wollte die Familie mit ihren beiden Kindern und Hündin Paula ihren Urlaub in Österreich oder Holland verbringen. Wegen der Unsicherheiten rund um Corona blieben sie lieber im Land und haben sich für den Campingplatz am Alfsee entschieden, "weil einem hier ja auch einiges geboten wird", sagt Renate Hachmeister.

Optimistisch: Sonja Glasmeyer und Axel Torbecke hoffen, wenigstens einen Teil der Einnnahmeausfälle wettmachen zu können.Optimistisch: Sonja Glasmeyer und Axel Torbecke hoffen, wenigstens einen Teil der Einnnahmeausfälle wettmachen zu können.

Die Alfsee GmbH betreibt neben den Campingplätzen mit rund 750 Stellplätzen auch ein Hotel, Apartments, Ferienhäuser, ein Beach-Camp und Restaurant. Wie üblich, wenn in Nordrhein-Westfalen Sommerferien sind, waren die Unterkünfte und Stellplätze in den letzten Wochen ausgebucht. Auch jetzt, nach dem Ferienende in NRW, freut sich Sonja Glasmeyer über die starke Nachfrage. Es gebe allerdings Bewegung bei den Buchungen mit vielen kurzfristigen Absagen. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder neue Anfragen. Der Andrang war zeitweise sogar so groß, dass erstmals die Telefonanlage überlastet war.

Nach dem Lockdown im März durften die Unterkünfte und Stellplätze ab dem 11. Mai zu 50 Prozent wieder belegt werden, ab dem 15. Juni voll. "Gerade an den langen Wochenenden zwischen Ostern und Fronleichnam machen wir ein Drittel unseres Jahresumsatzes. Das fehlt uns in diesem Jahr", so Glasmeyer. Auf das Jahr gerechnet erwarte sie einen Umsatzrückgang in Höhe von etwa 20 Prozent.

Auf der anderen Seite rechnet sie mit rund 100.000 Euro höheren Kosten, etwa für den außerplanmäßigen Personaleinsatz aufgrund kürzerer aufeinander folgender Reinigungsintervalle sowie Kosten für  Desinfektionsmittel oder Schutzmasken. Die Preise wurden aber nicht erhöht. "Coronaaufschläge" gebe es nicht.

Neben der Alfsee GmbH sind 15 weitere Betriebe mit touristischen Freizeitangeboten rund um den Alfsee aktiv. Einige davon betreibt Axel Torbecke unter dem Dach der "Alfsee StrandArena". Neben den Wasserskianlagen sind das der Badesee, die Minigolfanlage, das Trampolin und die gastronomischen Betriebe Wasserskibistro und Beachclub. Neu hinzugekommen ist der Aquapark, der drei Tage nach seiner Eröffnung im März wegen des Lockdowns zunächst wieder schließen musste. Torbeckes Angestellte gingen in Kurzarbeit. Als er im Mai mit Einschränkungen wieder öffnen durfte, war wenig los. Das Wetter war nicht optimal, alle Schulklassen hatten abgesagt.

Großer Andrang sorgte bei Campinggästen für Unmut

Seit Ende Juli kamen mit dem guten Wetter auch die Besucher zurück - und zwar so zahlreich, dass der Zugang zum Badesee zeitweise gesperrt werden musste, da die Besucherzahl aktuell auf 2500 Gäste begrenzt ist. Damit wurden zwar neue Besucherrekorde erreicht. Aber es gab auch Unmut bei den Gästen von Campingplatz und Ferienhäusern, die stets freien Eintritt zum Badesee haben, diesen bei großem Andrang aber nicht nutzen konnten.

Grundsätzlich, so Torbecke und Glasmeyer, seien die Gäste hinsichtlich der Hygiene-Regeln sehr diszipliniert und verständnisvoll. Da habe es nur wenige Ausnahmen gegeben. Für Unsicherheit hätten allerdings die unterschiedlichen Vorgaben der Länder und Landkreise gesorgt.

Die Wasserskianlagen werden üblicherweise im November geschlossen. Axel Torbecke überlegt, den Schließungstermin in diesem Jahr - abhängig von der Witterung - bis nach Nikolaus hinauszuzögern, um einen Teil der Ausfälle vom Frühjahr ausgleichen zu können.

Trotz heftiger finanzieller Einbußen, macht sich Betreiber Torbecke noch keine Existenzsorgen. Gemeinsam mit Sonja Glasmeyer hofft er auf einen "goldenen Herbst", um wenigstens einen kleinen Teil der Verluste wettmachen zu können.

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