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Berufsschule legt den Fokus aufs Digitale

Die Handelslehrsanstalten Lohne richten "bring your own device"-Klassen ein. Mit einem klaren Konzept sollen die Schüler auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

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Digitale byod-Klassen in den Handelslehranstalten erfordern einen besonderen Einsatz der unterrichtenden Lehrkräfte: In einer internen Fortbildung werden sie von Stefan Burggraf (Calleo Institut) für die zukünftigen Anforderungen geschult. Foto: Steinke

Digitale byod-Klassen in den Handelslehranstalten erfordern einen besonderen Einsatz der unterrichtenden Lehrkräfte: In einer internen Fortbildung werden sie von Stefan Burggraf (Calleo Institut) für die zukünftigen Anforderungen geschult. Foto: Steinke

Die Handelslehranstalten (HLA) Lohne haben ein klares Konzept entwickelt. Sie wollen ihre Schüler handlungsorientiert, realitätsnah und auf dem neuesten Stand der Technik qualifizieren. Ein Mosaikstein dazu ist die Einrichtung sogenannter digitaler "bring your own device"-Klassen für die Kaufleute für Büromanagement im Schuljahr 2020/21. Bring your own device – oder kurz byod – bedeutet, die Möglichkeiten zu schaffen, private mobile Endgeräte wie Laptops, Notebooks und Tablets in die Netzwerke von Schulen und Unternehmen zu integrieren.

Der Plan entstand bereits zu Jahresbeginn und erlangte angesichts der Corona-Pandemie – die Stichworte lauten Homeoffice und digitaler Unterricht – neue Aktualität. Als Rita Steinemann, die Bildungsgangsleiterin dieses Bereiches, im Januar die Unternehmen, die Kaufleute für Büromanagement ausbilden, über das Vorhaben informierte, stieß sie auf breite Zustimmung. War ursprünglich nur eine von drei Klassen für byod vorgesehen, so zwang die Resonanz der Firmen die Schule zur Erweiterung auf alle Klassen des kommenden Schuljahrs, sowohl im zwei- als auch dreijährigen Ausbildungsgang.

"Es ist für sie [die Auszubildenden] viel motivierender (...) als das übliche ,Stift und Papier raus!"Sandra Sieve, Koordinatorin der Berufsschule 

Kern des Projekts ist die Ausstattung der Auszubildenden mit einem byod-Gerät durch die Betriebe, das zur Schule mitgebracht und dort genutzt werden kann. Steinemann begründet: "Die Ausbildungsangebote können noch attraktiver und hochwertiger gestaltet werden. Deshalb müssen wir als Ausbildungspartner gemeinsam mit den Betrieben aktiv werden. So schaffen wir es, die jungen Menschen als gut ausgebildete Fachkräfte in der Region zu halten."

Gemäß des Rahmenlehrplans für Büromanager wird für die gut 60 Auszubildenden neben Programmen zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation zusätzlich Unternehmenssoftware zur Unterstützung der Lernprozesse eingesetzt. Die Schule ist für diese Anforderungen, so die Koordinatorin der Berufsschule Sandra Sieve, bestens ausgestattet: "Sowohl die Betriebe als auch die Auszubildenden fragen verstärkt das Lernen mit Laptops und Notebooks nach. Es ist für sie viel motivierender, Aufgaben in Forms zu beantworten, E-Mails direkt zu schreiben und eine Signatur einzufügen, anschließend den Termin mit Outlook zu verwalten als das übliche ,Stift und Papier raus!' Mit Office 365 haben wir die Möglichkeit, das durchzuführen." Mithin werde der Unterricht in Zukunft völlig papierfrei erfolgen.

Auch die Lehrer müssen die Schulbank drücken

Das überzeugt die Betriebe. Helge Reiners, Ausbildungsbeauftragter der Firma Biochem aus Lohne meint: "Wir begrüßen die Einführung einer Tablet-Klasse sehr und unterstützen diese in vollen Zügen. Wir freuen uns, dass die HLA Lohne den Berufsschülern diesen technischen Fortschritt ermöglichen. Diese Philosophie der technischen Weiterentwicklung, gerade auf der Kommunikationsebene, stimmt 1:1 mit der von Biochem überein." Margarethe Dödtmann (Falano Vechta) weist zudem auf die Nachhaltigkeit hin: "Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Wir als Ausbildungsbetrieb wollten unseren Beitrag dazu leisten und die Auszubildenden bestmöglich ausstatten." Auch der Umwelt zuliebe sei die Umstellung auf das Tablet ein positiver Aspekt, sagt sie.

Jedoch, die Schule muss eine weitere Voraussetzung schaffen, indem sie die etwa 15 Kollegen dieses Bereiches entsprechend ausbildet und schult. Schulleiter Ernst Escher sieht keine Probleme, sondern freut sich über "ein fortschreitendes und engagiertes Kollegium". Escher sagt: „Wir dürfen nicht hinterherlaufen." Damit seinem Anspruch, berufsbildende Schulen müssten bezüglich innovativer Themen, aktueller Software sowie digitaler Kompetenzvermittlung den Betrieben vorausgehen, genüge getan wird, drücken diese Kollegen wieder die Schulbank und haben sich von Stefan Burggraf (Calleo Institut) für ihren neuen Aufgabenbereich schulintern fortbilden lassen.

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