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Berentzen schafft trotz Corona "solides Jahr"

Man sei "mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Vorstand Oliver Schwegmann. Für 2021 erwartet der Getränkehersteller einen ähnlichen Umsatz in einer Bandbreite zwischen 152 und 158 Millionen Euro.

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Hofft auf schrittweise Rückkehr zum Wachstumspfad: Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann. Foto: Willi Siemer

Hofft auf schrittweise Rückkehr zum Wachstumspfad: Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann. Foto: Willi Siemer

Trotz der schwierigen Umstände durch die massiven Corona-Einschränkungen des gesamten gesellschaftlichen und sozialen Lebens im vergangenen Jahr hat die Berentzen- Gruppe nach Aussage von Vorstand Oliver Schwegmann ein „sehr solides Jahr“ nach allerdings „sehr, sehr anstrengenden zwölf Monaten“ geschafft.

Nach dem erfolgreichen Jahr 2019 mit 167,4 Millionen Euro Umsatzerlös wurden in den vergangenen 12 Monaten 154,6 Millionen Euro erreicht. Das Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Konzern-EBIT) lag voraussichtlich bei 5,2 Millionen Euro gegenüber 9,8 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2019. In einer Video-Konferenz stellte Schwegmann die vorläufigen Ergebnisse des Getränke-Unternehmens mit Sitz im benachbarten Haselünne für das Geschäftsjahr 2020 vor und gab einen Ausblick der im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktiengesellschaft für das laufende Jahr.

Konzernergebnis sank von 9,8 auf 5,2 Millionen Euro

Für die Bekanntgabe der Dividende sei es noch „einen Tick zu früh“, darüber werde gerade in Vorstand und Aufsichtsrat beraten, so Schwegmann. In der Bilanz sei Berentzen durch das erfolgreiche Umschalten auf „Krisenmanagement“ aller Beteiligten mit einem „blauen Auge“ davongekommen: Er erwarte das Gleiche auch in diesem Jahr. Wie im vergangenen Jahr könne man auch jetzt „nur auf Sicht fahren“. Das Unternehmen sei auch ein Stück weit krisenresistent, weil es sowohl bei den Produkten als auch den Vertriebskanälen breit aufgestellt sei und weil leicht gewachsener Umsatz von Produkten den Rückgang bei anderen abfedere, so der Vorstand.

Für die Mitarbeiter am Firmensitz in Haselünne, den Produktionsstandorten Minden, Gröneberg in Österreich und der türkischen Vertriebsgesellschaft habe es nur phasenweise und sehr punktuell Kurzarbeit vor allem bei Handlungsreisenden im Gastronomiebereich gegeben. Entlassungen habe es keine gegeben, im Gegenteil: Durch den weiteren Aufbau eines eigenen Vertriebsteams für den Lebensmitteleinzelhandel sei die Zahl der Arbeitsplätze sogar auf über 500 gestiegen. Das Getränke-Unternehmen mit den drei wesentlichen Geschäftsbereichen Spirituosen (Berentzen Korn, Puschkin), alkoholfreie Getränke (Vivaris, MioMio) und demFrischsaftsystem für Supermärkte und die Gastronomie hatte bereits im März die Prognosen für das Jahr einkassiert und im Juli die neuen veröffentlicht. „Die haben wir glücklicherweise voll erreicht“, freute sich der gebürtige Löninger in seinen Erläuterungen.

Der Spirituosen-Sektor blieb am stabilsten

Nach Schwegmanns Angaben habe das Unternehmen am stärksten durch den Einbruch im Frischsaftpressen-Bereich gelitten. Er zeigte sich aber zugleich davon überzeugt, dass es nach dem Ende der Corona-Krise einen unglaublich starken Aufschwung in diesem Bereich geben werde, weil sich das Unternehmen hier Frischekompetenz erworben habe. Rückgänge habe es auch bei alkoholfreien Getränken im Konzessionsbereich (Sinalco)  für die Gastronomie gegeben. Bei den eigenen Marken, hier vor allem den koffeeinhaltigen Getränken der Sorte Mio Mio habe es sogar ein kleines Wachstum gegeben. Als insgesamt stabilsten Bereich wertete er den Spirituosen-Sektor, trotz des Lockdowns im traditionell umsatzstärksten vierten Quartal des Jahres und des fast völligen Wegfalls von öffentlichen und privaten Feiern.  

„An Wodka mit 15 Prozent auch für Mixgetränke glauben wir eher als an alkoholfrei."Oliver Schwegmann, Berentzen-Vorstand

Dem Unternehmen komme dabei auch zugute, dass es auf die beiden wichtigsten Trends in dem Sortiment, dass für gesellschaftliche Lebensfreude stehe, mit neuen Produkten bediene. Zum einen seien es hochwertige Spirituosen, die zunehmend nachgefragt würden und zum anderen die Experimentierfreude insbesondere bei den Jüngeren. Er zeigte sich skeptisch, dass alkoholfreier Schnaps oder Gin Erfolg haben werde. „Ich bin überzeugt, dass das Geschmacks- erlebnis  von den Konsumenten geschätzt wird.“ Sehr wohl dagegen sehe er eine Entwicklung hin zu geringeren Alkoholgehalten. „An Wodka mit 15 Prozent auch für Mixgetränke glauben wir eher als an alkoholfrei“, erklärte der Vorstand.

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