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Bauunternehmen Albert Schlarmann schickt vier Azubis in die weite Welt

Die Maurerlehrlinge absolvierten ein Praktikum in Dänemark. Die Handwerkskammer Oldenburg zeichnete die Firma für die Förderung von Auslandspraktika mit der Plakette "Berufsbildung ohne Grenzen" aus.

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Sie haben Arbeitserfahrung im Ausland gesammelt: (von links) Kriss Possenriede, Mathis Freude, Jon Siewe und Paul Eschen vom Lohner Bauunternehmen Albert Schlarmann zeigen stolz ihren Europass Mobilität. Foto: Timphaus

Sie haben Arbeitserfahrung im Ausland gesammelt: (von links) Kriss Possenriede, Mathis Freude, Jon Siewe und Paul Eschen vom Lohner Bauunternehmen Albert Schlarmann zeigen stolz ihren Europass Mobilität. Foto: Timphaus

Weil es einen "wertvollen Beitrag" zur Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität in der Berufsausbildung geleistet hat, ist das Bauunternehmen Albert Schlarmann aus Lohne als erster Betrieb im Bezirk der Handwerkskammer Oldenburg mit der Plakette "Berufsbildung ohne Grenzen" ausgezeichnet worden. Die Firma hatte vier Auszubildenden einen beruflichen Auslandsaufenthalt ermöglicht. Die angehenden Maurer Jon Siewe, Kriss Possenriede, Mathis Freude und Paul Eschen absolvierten im Herbst des vergangenen Jahres – gefördert durch das EU-Programm Erasmus+ – ein 4-wöchiges Praktikum in Aabenraa in Dänemark.

Irene Lammers, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Oldenburg, überreichte am Donnerstag die Urkunde an Jürgen Schlarmann, Geschäftsführer des 1958 gegründeten Familienunternehmens mit circa 40 Mitarbeitern und acht Auszubildenden. Die vier Maurer-Azubis im dritten Lehrjahr erhielten als Zertifikat den Europass Mobilität. Bei der Übergabe ebenfalls anwesend war Mobilitätsberaterin Kirsten Grundmann, die bei der Handwerkskammer Oldenburg die Organisation, Durchführung und Evaluation von Auslandspraktika unterstützt.

"Unsere Jungs sollen eine richtig gute Ausbildung erfahren. Da wir in der Region arbeiten, ist ein Auslandspraktikum natürlich etwas Besonderes."Jürgen Schlarmann

Lammers sagte, dass die Handwerkskammer mit der neuen Betriebsplakette ab sofort jene Unternehmen auszeichne, die ihren Auszubildenden, jungen Fachkräften oder Ausbildern Lernaufenthalte im Ausland ermöglichen. Sie gratulierte den Azubis, die wertvolle Erfahrungen gewonnen hätten – sowohl fachlich als auch persönlich und interkulturell.

Für die Internationalisierung der Berufsausbildung ausgezeichnet: Irene Lammers, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Oldenburg, übergibt die Urkunde an Jürgen Schlarmann, Geschäftsführer des Bauunternehmens Albert Schlarmann in Lohne. Foto: TimphausFür die Internationalisierung der Berufsausbildung ausgezeichnet: Irene Lammers, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Oldenburg, übergibt die Urkunde an Jürgen Schlarmann, Geschäftsführer des Bauunternehmens Albert Schlarmann in Lohne. Foto: Timphaus

Schlarmann berichtete, dass er von dem Programm "Berufsbildung ohne Grenzen" durch einen Flyer erfahren hatte. Er fragte bei seinen Lehrlingen an – und stieß auf positive Resonanz. "Unsere Jungs sollen eine richtig gute Ausbildung erfahren. Da wir in der Region arbeiten, ist ein Auslandspraktikum natürlich etwas Besonderes." Er hatte sich einen Mehrwert für seine Auszubildenden und eine Stärkung des Wir-Gefühls erhofft – und wurde nicht enttäuscht. "Um Nachwuchs zu gewinnen, musst du als Unternehmen etwas bieten. Dieses Programm trägt seinen Teil dazu bei."

Die Handwerkskammer Oldenburg entsandte nach Angaben von Grundmann erstmals Auszubildende aus ihrem Bezirk nach Dänemark. Die vier jungen Männer waren in einer Hütte auf einem Zeltplatz untergebracht, nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt. Sie nahmen an praktischen Lehrgängen an einer Berufsschule teil. "Leider war es coronabedingt nicht möglich, weitere Einblicke in einen Betrieb zu erhalten", sagte die Mobilitätsberaterin.

Maurerhandwerk in den Ländern unterscheidet sich

Siewe berichtete, dass sich das dänische vom deutschen Maurerhandwerk durchaus unterscheide. Dies fange schon bei den Materialien und Techniken an. Auch die zu leistenden Gewerke seien unterschiedlich. Der 18-Jährige hat nach eigenen Angaben festgestellt, dass der ökonomische Druck auf dänischen Baustellen nicht so hoch sei wie in Deutschland. Eschen beeindruckte unterdessen das sehr selbstständige Arbeiten der Berufsschüler in dem Nachbarland und die Standardisierung der schulischen Abläufe. Überhaupt, die Schulen: Diese seien technisch deutlich besser ausgestattet als die deutschen Bildungseinrichtungen.

Neben den praktischen Erfahrungen kam nach Angaben der Azubis auch der interkulturelle Austausch nicht zu kurz. Possenriede erzählte von dem Zusammenwachsen der jungen Männer zu einer Gruppe. Das Teambuilding habe gut funktioniert. Für die vier angehenden Maurer war das Auslandspraktikum eine Erfahrung, die sie jedem weiterempfehlen würden. Und auch ihr Chef plant schon, die nächsten Azubis in die weite Welt zu schicken.

(von links) Kriss Possenriede, Mathis Freude, Irene Lammers, Kirsten Grundmann, Jon Siewe, Jürgen Schlarmann und Paul Eschen. Foto: Timphaus(von links) Kriss Possenriede, Mathis Freude, Irene Lammers, Kirsten Grundmann, Jon Siewe, Jürgen Schlarmann und Paul Eschen. Foto: Timphaus

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