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Bauen ist teuer und trotzdem beliebt

Wegen niedriger Lebenshaltungskosten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta bleibt bei gleichem Gehalt im Vergleich mit der Großstadt Hamburg mehr netto in der Tasche. Das hilft den Häuslebauern.

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Die niedrigen Lebenshaltungskosten im OM erleichtern die Schaffung von Wohneigentum: Suleman Klövekorn (links) und Dr. Clemens Schwerdtfeger. Foto: Kühn

Die niedrigen Lebenshaltungskosten im OM erleichtern die Schaffung von Wohneigentum: Suleman Klövekorn (links) und Dr. Clemens Schwerdtfeger. Foto: Kühn

Kurz nachdem der Grundstücksmarktbericht 2021 vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte Oldenburg-Cloppenburg bekannt gemacht wurde, hat jetzt auch die Immobilienberatung Dr. Schwerdtfeger (Emstek) eine Marktstudie vorgelegt. Während der Gutachterausschuss für seine Angaben die notariell beglaubigten Grundstückskaufverträge in seinem Zuständigkeitsbereich auswertet, stellt Schwerdtfeger in seiner Untersuchung zusätzlich einen Vergleich der Lebenshaltungskosten an.

Lebenshaltungskosten im OM sind 40 Prozent niedriger als in Hamburg

Laut Dr. Clemens Schwerdtfeger sollen durch seine Art des Vergleichs "abstrakte Immobilienpreise" durch die Verknüpfung mit den allgemeinen Lebenskosten in der Region deutlicher einzuordnen sein. Ergebnis der Untersuchungen aber auch bei Schwerdtfeger: Die Immobilienpreise steigen – wie fast überall in der Republik – auch im Oldenburger Münsterland (OM). Dennoch bleibe das Leben in den Kreisen Cloppenburg und Vechta etwa 40 Prozent günstiger als in der Stadt Hamburg, heißt es in der Studie.

Einen immer größer werdenden Faktor bei den Lebenshaltungskosten bildet das Wohnen, so Suleman Klövekorn. Der zertifizierte Immobilienkaufmann, der seinen Beruf in Vechta gelernt hat, hat diverse Quellen "angezapft", um den Marktvergleich breit aufzustellen. In Ergänzung zum Grundstücksmarktbericht sammelte er unter anderem Daten bei den großen Immobilienportalen im Internet oder auch bei Ebay.

Eines der wesentlichen Ergebnisse: "In den vergangenen 10 Jahren hat sich der Preis für Ein- und Zweifamilienhäuser in beiden Landkreisen fast verdoppelt." Im Kreis Cloppenburg zahlt man heute 250.000 Euro für ein durchschnittliches Haus, 2011 waren es noch 130.000 Euro. Im Kreis Vechta sind es aktuell 295.000 Euro (2011: 150.000 Euro).

Der „Zuzug in Arbeit“ sorgt für weiter hohe Immobiliennachfrage

Und: Ein anhaltend niedriges Zinsniveau, knapper Baugrund, die weiter hohe Geburtenquote und der stetige "Zuzug in Arbeit", wie es Schwerdtfeger definiert, wird dazu führen, dass die hohe Nachfrage im Immobilienmarkt der Region weiter anhält.

Das Eigenheim bleibt trotz hoher Preise beliebt. Laut Klövekorn liegt die Eigenheimquote im Landkreis Cloppenburg bei rund 67 %, im Landkreis Vechta bei etwa 60 % (Bund: 47 %). Und diese Quote dürfte stabil bleiben, denn die Nachfrage nach den begrenzten Baugrundstücken in der Region lässt nicht nach. Bezahlte man noch vor zehn Jahren für ein erschlossenes Baugrundstück im Durchschnitt 54 Euro je Quadratmeter, so werden im Oldenburger Münsterland jetzt Preise von deutlich über 100 Euro aufgerufen und bezahlt.

Aber dennoch ist die Schaffung von Wohneigentum im OM einfacher als in der Großstadt. Klövekorn macht einen Vergleich auf. Wird in Vechta für ein Wohnhaus mit 150 Quadratmeter Wohnfläche heute ein Durchschnittspreis von 420.000 Euro aufgerufen, sind es in Hamburg 850.000 Euro. Im Monat heißt das inklusive Finanzierung und Berücksichtigung aller Nebenkosten für den Häuslebauer im Oldenburger Münsterland eine Belastung von rund 1.500 Euro im Monat, der Hamburger bezahlt aber 2.900 Euro im Monat. Dasselbe Bild ergibt sich nach den Feststellungen von Klövekorn auch bei den Mieten. Hier fällt der Abstand allerdings noch größer aus, denn der Mieter in Hamburg bezahlt für dieselbe Fläche 45 Prozent mehr Nettomiete.

Schon in seinen Gehaltsstudien hat Schwerdtfeger festgestellt, dass in der Region mehr Netto vom Gehalt übrig bleibt, als in der Großstadt. "Regelmäßig zwischen 35 bis 45 Prozent", sagt Schwerdtfeger. "Geld, dass insbesondere in dieser Region häufig für den Erwerb von Wohneigentum eingesetzt wird." Mit Blick allerdings auf die Immobiliensituation in Deutschlands Großstädten, fragt sich auch Schwerdtfeger: "Wer soll da das Wohnen eigentlich noch bezahlen? Da kommt noch was auf uns zu."

Die vorgelegte Studie, die auch bei der Immobilienberatung Schwerdtfeger erworben werden kann, bildet gleichsam den Auftakt der Geschäftstätigkeit des neuen Unternehmens. Seit dem 1. Januar ist man am Markt. Im Kern will Schwerdtfeger seine Mandanten beim diskreten Kauf und Verkauf von wertigen Wohnimmobilien in der Region als auch beim Kauf von Ferienimmobilien im Ausland betreuen und beraten. Typische Maklertätigkeiten sowie eigene Bauträgertätigkeit sind nicht geplant. Die Immobilienberatung plant auch künftig eigene Marktberichte vorzulegen.

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