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Bargeld auf dem Rückzug: Kunden zahlen immer häufiger mit Karte oder Handy

Laut einer Studie zahlt nur noch die Hälfte der Kunden häufig mit Bargeld. Friesoyther Einzelhändler bestätigen den Trend. Neben der Giro-Card sind auch Handy und Smartwatch auf dem Vormarsch.

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Mehr Karte, weniger Bargeld: Anika Lindner hat in ihrem Geschäft einen stark zunehmenden Trend zum bargeldlosen Zahlen festgestellt. Das Kartenterminal ist deshalb coronagerecht geschützt. Foto: Stix

Mehr Karte, weniger Bargeld: Anika Lindner hat in ihrem Geschäft einen stark zunehmenden Trend zum bargeldlosen Zahlen festgestellt. Das Kartenterminal ist deshalb coronagerecht geschützt. Foto: Stix

Corona hat viel verändert, vermutlich auch das Zahlungsverhalten der Kunden in den Geschäften. 2021 hat eine Studie ergeben, dass nur noch die Hälfte der Bevölkerung häufig mit Bargeld bezahlt. 2019 waren es noch 71 Prozent. Eine stichprobenartige Umfrage unter Friesoyther Händlerinnen und Händlern hat diesen Trend bestätigt: Auch hier ist in vielen Geschäften ein Trend zum bargeldlosen Bezahlen erkennbar.

Ein Grund dafür könnte eben auch die Corona-Pandemie sein. "Durch die Pandemie hat sich das Zahlungsverhalten deutlich verändert", sagt etwa Anika Linder, Inhaberin des Geschenk- und Deko-Ladens "Himmel No. 7". "Seit Corona-Beginn wird wesentlich mehr bargeldlos bezahlt."

Beobachtet hat die Geschäftsfrau dabei einen Zusammenhang mit den Inzidenzzahlen: Wenn die nach oben gingen, stieg auch der Anteil der Kartenzahler. "Inzwischen hält es sich insgesamt in etwa die Waage", sagt sie, und bestätigt damit die Ergebnisse des Mobile Payment Monitors, der von der Kreditkartenfirma Visa durchgeführt wurde. "Momentan", so Lindner, "wird sogar eher bargeldlos gezahlt." Sie steckt das Kartenlesegerät deshalb inzwischen in eine Plastikhülle, die sie nach den Bezahlvorgängen problemlos reinigen und immer wieder austauschen kann.

Auch Kleinstbeträge werden bargeldlos bezahlt

Handyzahlungen sind bei ihr noch die Ausnahme, Heiner Schepers von der gleichnamigen Buchhandlung hingegen hat genau hier eine deutliche Zunahme festgestellt. "Das machen inzwischen auch ältere Kunden", sagt er. "Man wundert sich manchmal." Vor allem aber geht der Trend dazu, auch Kleinstbeträge bargeldlos zu bezahlen. Und Schepers meint damit nicht unbedingt nur die Packung Zigaretten oder das Taschenbuch für 9,90 Euro. "Wir hatten auch schon Kunden, die 20 Cent für Kopien mit Karte zahlen wollten", erzählt er. "Eine Preisschwelle gibt es nicht mehr, manche Kunden haben gar keinen Geldbeutel mehr bei sich, sondern nur noch die Karte."

Besonders krass fällt das veränderte Zahlungsverhalten bei Euronics aus. "70 Prozent sind heute bargeldlos, 30 Prozent Cash", sagt Geschäftsführer Markus Block. "Vor 5 Jahren war das noch genau andersrum." Stark im Vormarsch seien dabei Handy und Uhr, über die vor allem die Unter-40-Jährigen ihre Zahlungen abwickeln. Auch dieser Befund stimmt mit den Ergebnissen der Visa-Studie überein. Demnach stieg der Anteil der Kunden, die mit mobilen Endgeräten bezahlen, von sechs Prozent im Jahr 2019 auf 12 Prozent im vergangenen Jahr.

"Bargeldlos ist für die Kunden einfacher", begründet Block den Wandel. "Schon deshalb, weil man dann nicht mehr zum Geldautomaten gehen muss, um Bargeld zu holen." Das Aus für den Geldautomaten muss man deswegen aber nicht befürchten. "Die Abhebungen sind weniger geworden, aber die Nachfrage nach Bargeld ist immer noch sehr stark", sagt Klaus Hüls, Vorstand der Volksbank Barßel-Bösel-Friesoythe. Doch auch er kann mit Blick auf die über die Konten laufenden Transaktionen einen Trend bestätigen: Die bargeldlosen Zahlungen an der Kasse haben deutlich zugenommen.

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