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Bäckerei Große Wietfeld gibt Ladengeschäft auf

Die Bäckerei mit Filialen in Emstek, Cappeln und Höltinghausen will sich dem Beliefern von Wiederverkäufern widmen. Damit reagiere man auf einen sich ständig wandelnden Markt, heißt es.

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Was darf‘s denn sein?: Diese Frage wird in der Bäckerei an der Clemens-August-Straße an diesem Freitag zum letzten Mal gestellt. Dann bleibt die Filiale geschlossen. Bild: © Große Wietfeld

Was darf‘s denn sein?: Diese Frage wird in der Bäckerei an der Clemens-August-Straße an diesem Freitag zum letzten Mal gestellt. Dann bleibt die Filiale geschlossen. Bild: © Große Wietfeld

An diesem Freitag wandert an der Clemens-August-Straße in Emstek bei der Bäckerei Große Wietfeld das letzte Brot über die Verkaufstheke. Nach rund 75 Jahren bleibt das Hauptgeschäft des Traditionsunternehmens für immer geschlossen. „Schweren Herzens“ habe man sich zu diesem Schritt entschieden, sagt Geschäftsführer Heiko Sander. Auch die Tage der Verkaufsstellen in Emstek, Höltinghausen und Cappeln sind gezählt. Sie schließen am 31. August, werden allerdings anschließend von Mitbewerbern übernommen.

"Wir werden uns dann voll und ganz unserem Kerngeschäft, der Belieferung von Wiederverkäufern und des Einzelhandels, widmen", erklärt Sander die Strategie, die hinter der Filialschließung steckt. Damit besinne man sich auf seine Wurzeln und reagiere auf einen "sich ständig wandelnden Markt". Große Wietfeld verstehe sich als "Brotback-Bäcker", so Sander. Der allgemeine Trend gehe aber hin zur Gastronomie und zum Snackgeschäft. Bäckereien würden zu Bäckereicafés. "Das war nie unser Schwerpunkt", so Sander. Außerdem habe man auch nie sonntags verkauft - im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern. Man habe den Mitarbeitern damit einen "wirklichen" Ruhetag gönnen wollen.

Mitarbeiter im Verkauf werden übernommen

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 45 Mitarbeiter. Alle im Verkauf tätigen Angestellten werden laut Sander von den Mitbewerbern übernommen.

Mit der Konzentration auf das Kerngeschäft habe man Arbeit genug, versichert Sander. "Es ist eine Entwicklung, der man folgen muss. Jeder muss die Schublade finden, in die er reinpasst." Produziert wird weiter am Standort Emstek, an der Clemens-August-Straße. Beliefert werden nach Angaben des Geschäftsführers mehr als 100 Wiederverkäufer zwischen Nordsee und Osnabrück. Auch in Emstek wird es „Omas Schwarzbrot“ künftig weiter zu kaufen geben.

Darüber hinaus betreibt das Unternehmen einen Online-Shop. Dieser solle künftig weiter ausgebaut werden, sagt Sander. Gerade in Zeiten von Corona laufe das digitale Geschäft immer besser. Inzwischen belifere man Kunden in ganz Deutschland. Den Kunden vor Ort dankt der Geschäftsführer für die "jahrzehntelange Treue". Die Firma Große Wietfeld wurde 1906 von Dr. Carl Große Wietfeld in Emstek gegründet. Familie Sander, die später in die Firma einstieg und diese kaufte, leitet das Unternehmen in der dritten Generation.

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