Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Azubis im Oldenburger Land bemängeln digitale Ausstattung

Umfrage der Industrie- und Handelskammern: Trotz Corona-Belastungen läuft die Ausbildung in den Betrieben noch gut. Das sagen jedenfalls die betroffenen Azubis.

Artikel teilen:
Noch immer ein seltenes Bild: In den Berufsschulen ist digitales Arbeiten alles andere als Selbstverständlich. Foto: dpa/Murat

Noch immer ein seltenes Bild: In den Berufsschulen ist digitales Arbeiten alles andere als Selbstverständlich. Foto: dpa/Murat

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat sich der Alltag der Auszubildenden verändert. Die Industrie- und Handelskammer Niedersachsen hatte deshalb eine Umfrage gestartet, an der sich 2.597 Auszubildende beteiligt haben. Darunter 1.109 Azubis aus dem Oldenburger Land, dem Bezirk der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer. Gefragt wurde nach den beruflichen Bedingungen in der Corona-Zeit, nach geschlossenen Berufsschulen, dem digitalen Lernen und dem Thema Homeoffice. Ergebnis laut Mitteilung der Kammer: Der Berufsnachwuchs vergibt überwiegend gute und sehr gute Noten für die derzeitige Ausbildung in den Betrieben.

Bei der technischen Ausstattung und Internetanbindung zeigen sich laut Kammer in Oldenburg aber Defizite. In den Berufsschulen sind es die Kommunikation und die Digitalisierung, die etwas schlechter sind als in den Unternehmen, und mit gut bis befriedigend benotet werden.

Azubis fehlt eine leistungsfähige Internetanbindung

Zwar haben im Oldenburger Land fast alle der befragten Azubis ein Smartphone (96 Prozent), und 79 Prozent verfügen auch über einen PC oder ein Notebook. Eine leistungsfähige Internetanbindung und ein ausreichendes Datenvolumen fehlen aber bei einem Fünftel der Auszubildenden.

Mehr als 70 Prozent sind mit der Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden und erteilen dafür die Durchschnittsnote 2,2. Auch auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wurden gut 80 Prozent der Auszubildenden normal im Betrieb oder durch gelegentliches Arbeiten im Homeoffice ausgebildet. Jeder achte Azubi wurde zeitweise freigestellt, 9 Prozent hatten Urlaub oder bauten Überstunden ab, 4 Prozent waren in Kurzarbeit.

Die Kommunikation zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden erhielt die Note 2,3. Bei mehr als einem Viertel der Auszubildenden wurde in den Betrieben mit digitalen Lehrinhalten gearbeitet.

Die Zufriedenheit der Azubis mit ihren Schulen ist mit der Durchschnittsnote von 2,6 etwas besser als der Landesschnitt von 2,7. Über 80 Prozent der jungen Menschen erhalten digitales Lehrmaterial. Die Qualität wird von 44 Prozent als sehr gut oder gut bewertet.

Auch die Lehrer müssen digital fit werden

Nicht alle Zahlen glänzen. Stefan Bünting, Leiter des Geschäftsbereiches Bildung der Oldenburgischen IHK: "Handlungsbedarf besteht noch im Bereich der technischen Ausstattung mit PC oder Notebook sowie in der Breitbandversorgung". Bünting meint weiter: "Die Digitalisierung der Ausbildung im Betrieb und den Berufsbildenden Schulen wird immer wichtiger." Dabei gelte es auch, die Lehrer für die digitale Zukunft "fit zu machen".

Nach ihrer Zukunft befragt, gehen 52 Prozent der Ausbildenden davon aus, ihre Ausbildung wie geplant abschließen zu können. "Ob berechtigt oder nicht: 30 Prozent der befragten jungen Leute sehen hier allerdings Probleme. Das nehmen wir ernst", erklärt Bünting. Man werde "alles unternehmen", dass auch diese Azubis ihre Lehre erfolgreich beenden können.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Azubis im Oldenburger Land bemängeln digitale Ausstattung - OM online