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Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu spüren

Die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Münsterland ist im April weiter gesunken. Doch die saisonale Dynamik hat zuletzt etwas nachgelassen.

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Nicht alles liegt im grünen Bereich: Die Agentur für Arbeit Vechta hat im April einen weiteren Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen verzeichnet, allerdings wird in den Geschäftsstellen auch eine sinkende Personalnachfrage der Betriebe registriert. Foto: Speckmann

Nicht alles liegt im grünen Bereich: Die Agentur für Arbeit Vechta hat im April einen weiteren Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen verzeichnet, allerdings wird in den Geschäftsstellen auch eine sinkende Personalnachfrage der Betriebe registriert. Foto: Speckmann

Der saisonale Aufschwung am Arbeitsmarkt hat einen kleinen Dämpfer bekommen. Die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Münsterland ist im April zwar weiter gesunken und liegt auch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Allerdings meldet die Agentur für Arbeit auch eine rückläufiger Personalnachfrage der Betriebe. Inzwischen sind die Auswirkungen des Ukraine-Krieges deutlich zu spüren.

„Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hat etwas nachgelassen“, teilt Tina Heliosch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta, am Dienstag mit. Die zu dieser Jahreszeit übliche Belebung des Arbeitsmarktes halte an, jedoch etwas abgeschwächter als in den Vor-Corona-Jahren. Hinzu komme, dass die heimischen Unternehmen dem Arbeitsgebeservice weniger Stellen als im März und im Vorjahr gemeldet hätten.

„Hauptursachen dafür waren nach unseren Erkenntnissen neben anhaltenden, coronabedingten Ausfällen in den Personalabteilungen zunehmend die Auswirkungen des Ukraine-Krieges“, so Heliosch. Engpässe bei den Rohstofflieferungen, die Preissteigerungen insgesamt sowie deutlich gestiegene Energiekosten würden sich zunehmend auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt auswirken und nun in der Statistik niederschlagen.

Laut Mitteilung der Agentur waren im April insgesamt 6496 Personen bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit sowie den Jobcentern Vechta und Cloppenburg arbeitslos gemeldet. Das sind 2,6 Prozent weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,1 Punkte auf 3,4 Prozent (Vorjahr: 4,4). Im Vergleich zum April 2019, also vor der Pandemie, ist die Arbeitslosenzahl hingegen um 1,0 Prozent gestiegen. Bundesweit beträgt die Quote aktuell 5,0 Prozent (Vormonat: 5,1).

Unternehmen melden weniger freie Stellen

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen hat die Agentur für Arbeit am Dienstag erneut Angaben zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im April einschließlich der arbeitslos Gemeldeten insgesamt 8479 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 18,9 Prozent weniger als im April 2021.

Dem Arbeitgeberservice wurden im vergangenen Monat 572 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 18,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die neuen Arbeitsstellen fallen primär in die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das Baugewerbe. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen stieg gegenüber April 2021 um 29,3 Prozent auf 4.911.

Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit nimmt zu

Auffällig ist die Entwicklung bei der Kurzarbeit. Im April ist die Zahl der neuanzeigenden Betriebe zwar weiter auf 27 gesunken, allerdings ist die Zahl der Anzeigen für deren Beschäftigte auf insgesamt 1.021 gestiegen. „Viele der neuen Anzeigen kommen von größeren Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und sind durch die Lieferkettenproblematik begründet“, berichtet die Agentur.

Im vergangenen Jahr war das Anzeigeaufkommen stark rückläufig gewesen. Anzeigen erfolgten insbesondere aufgrund konjunktureller oder saisonaler Arbeitslosigkeit. Hierbei handelte es sich um neue und verlängerte Anzeigen aus den Vormonaten. Nach einem einmalig starken Anstieg im Januar aufgrund der weiter anhaltenden coronabedingten Auswirkungen in einzelnen Branchen, war die Zahl der Anzeigen im Februar und März wieder rückläufig.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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