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Auch Volksbank Dammer Berge macht Weg für die Fusion frei

Das Votum hätte nur ein ganz kleines Bisschen besser sein können. 99,4 Prozent der Teilnehmer der Generalversammlung am Donnerstag stimmten für die Verschmelzung mit der Volksbank Neuenkirchen-Vörden.

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Bestens zufrieden: Über den für die Verschmelzung der beiden Volksbanken freien Weg freuten sich am Donnerstag (von links) Reinhard Rehling, Ralf Claus, Thomas gr. Klönne und Oliver Kühne. Foto: Lammert

Bestens zufrieden: Über den für die Verschmelzung der beiden Volksbanken freien Weg freuten sich am Donnerstag (von links) Reinhard Rehling, Ralf Claus, Thomas gr. Klönne und Oliver Kühne. Foto: Lammert

Auch wenn die vier Vorstände der Volksbanken Dammer Berge und Neuenkirchen-Vörden eigentlich keinen großen Zweifel gehabt haben dürften: Nachdem die Mitglieder der Volksbank Dammer Berge bei ihrer Generalversammlung der geplanten Verschmelzung der beiden Kreditinstitute zur neuen Volksbank Dammer Berge wie schon zwei Tage zuvor die Mitglieder der Volksbank Neuenkirchen-Vörden zugestimmt hatten, gratulierten sich Thomas gr. Klönne, Oliver Kühne (beide Volksbank Dammer Berge), Reinhard Rehling und Ralf Claus (beide Volksbank Neuenkirchen-Vörden) nicht nur, sie klopften sich auch erleichtert auf die Schultern.

Alle Anspannung war am Ende der zweistündigen Versammlung am Donnerstag im Reitsportzentrum in Damme-Neuenwalde von ihnen gewichen. Die Verschmelzung erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2021.

Die  Mitglieder der Volksbank Dammer Berge, die bei der Verschmelzung die übernehmende Bank ist, hatten die Fusion mit 99,4 Prozent Ja-Stimmen (insgesamt 174) befürwortet. Es gab eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen, die nicht gezählt wurden. Bei der Versammlung der Mitglieder der Volksbank Neuenkirchen-Vörden, die die übertragende Bank in diesem Prozess ist, hatte die Zustimmung bei 96 Prozent gelegen.

Ausrichtung beider Banken ist nahezu identisch

Zuvor hatte Thomas gr. Klönne wie zwei Tage zuvor Reinhard Rehling an gleicher Stelle die aus Sicht der Vorstände für die Fusion sprechenden Gründe angeführt. Auch er redete von zwei starken Partnern, die sich zusammenschließen. Die Geschäftsphilosophie und zukünftige strategische Ausrichtung beider Häuser seien nahezu identisch.

Thomas gr. Klönne unterstrich, die Verschmelzung solle dazu beitragen, alle Filialen in Damme, Osterfeine, Holdorf, Neuenkirchen und Vörden zu erhalten. Die Filialen sollen zukünftig wieder den Namen Volksbank und dann des jeweiligen Ortes tragen und zusätzlich die Bezeichnung "Niederlassung der Volksbank Dammer Berge" führen. In Rüschendorf bleibt es bei der  SB-Zweigstelle. Die Hauptstelle der neuen Volksbank Dammer Berge befindet sich in Damme.

Fusion sichert wettbewerbsfähige Preise

Als weitere aus seiner Sicht gute Gründe für die Fusion nannte Thomas gr. Klönne die zukünftig größeren Produkt- und Dienstleistungsangebote auf einem sich wandelnden Markt, die schnelleren Reaktionsmöglichkeiten auf sich verändernde Mitglieder- und Kundenbedürfnisse sowie die langfristige Sicherung von wettbewerbsfähigen Konditionen und Preisen. Zudem ließen sich durch Synergieeffekte Kosten senken in einer Zeit, in der die Zinseinnahmen sich auf einem niedrigen Niveau bewegen, was zu geringeren Einnahmen führt.

Oliver Kühne hatte dazu bei seinem Lagebericht  ausgeführt: Zwar habe sich der Posten "Forderungen an Kunden" 2020 gegenüber dem Vorjahr um 77,4 auf 573,8 Millionen Euro erhöht, aber der Zinsüberschuss sei nur um 500.000 auf 9,7 Millionen Euro gestiegen. Ergo: "Wir müssen wachsen, um die niedrigen Zinsen zu kompensieren."

Die neue Volksbank Dammer Berge hätte 2020 eine Bilanzsumme von 838 Millionen Euro, ein betreutes Kundenkreditvolumen von 708 Millionen, ein betreutes Kundenanlagenvolumen von 497 Millionen, Eigentmittel von 85,3 Millionen Euro, 10.448 Mitglieder sowie 140 Mitarbeiter gehabt.

"Wir sind eine klassische Kreditbank."Oliver Kühne, Band-Vorstandsmitglied

Aber auch ohne die Zahlen der Volksbank Neuenkirchen-Vörden in der Bilanz des vergangenen Jahres äußerte sich Oliver Kühne mit dem Jahresabschluss sehr zufrieden. 88 Prozent der Bilanzsumme seien Forderungen an Kunden: "Wir sind eine klassische Kreditbank."

Den Jahresüberschuss 2020 bezifferte das Vorstandsmitglied auf rund 1,32 Millionen Euro. Nach der Vorwegüberweisung an die Rücklagen verbleibt nach seinen Worten ein Bilanzgewinn von rund 528.000 Euro. 

Auf Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden Hendrik Meyer-Möhlenhoff, der später ebenfalls intensiv für die Zustimmung der Mitglieder zur Fusion warb, beschloss die Versammlung: Die Volksbank Dammer Berge zahlt für das Geschäftsjahr 2020 eine sechs-prozentige Dividende auf die Geschäftsanteile der Mitglieder.

Das macht unter dem Strich eine Summe von rund 187.000 Euro. Jeweils zirka 170.500 Euro sollen in die gesetzlichen beziehungsweise in andere Rücklagen fließen.

Clemens Krolage scheidet aus Aufsichtsrat aus

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat der Volksbank Dammer Berge musste Clemens Krolage, seit 1998 Mitglied des Gremiums, aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur verzichten. Hendrik Meyer-Möhlenhoff würdigte sein engagiertes Wirken. Er habe an drei Fusionen mitgewirkt - zunächst 2000 als Mitglied des Aufsichtsrates an der der Volksbank Damme mit der Volksbank Osterfeine zur Volksbank Dammer Berge und 2002 an deren Verschmelzung mit der Volksbank Holdorf. Insgesamt habe er in den 23 Jahren an 228 Sitzungen teilgenommen. Die Bank dankte ihm mit eier Urkunde und einem Präsentkorb.

Nachdem die Versammlung der Aufnahme der bisherigen vier Vorstandsmitglieder der Volksbank Neuenkirchen-Vörden - Hermann Kramer, Katharina Middendorf, Olaf Plischewski und Heiko Hardingshaus - in den Aufsichtsrat der neuen Volksbank Dammer Berge zugestimmt hat,  besteht das Gremium nun aus zehn Personen. Die alte Volksbank Dammer Berge entsendet neben Hendrik Meyer-Möhlenhoff dessen Stellvertreterin Ruth Honkomp, Werner Kuhlmann, Christoph Hackmann, Michael gr. Hackmann und den am Donnerstag bestätigten Christian Olberding.

Wichtige Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2020 der Volksbank Dammer Berge:

  • Bilanzsumme 652,5 Millionen Euro (plus 13,7 Prozent gegenüber 2019).
  • Forderung an Kunden: 573,8 Millonen Euro (plus 15,6 Prozent).
  • Kundeneinlagen 369,2 Millionen Euro (plus 10,4 Prozent).
  • Betreutes Kundenanlagevolumen 544 Millionen Euro (plus 9,3 Prozent).
  • Eigenkapital 59,4 Millionen Euro (plus 7,2 Prozent).
  • Zahl der Mitglieder 6501.
  • Zahl der Mitarbeiter 111.

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