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Auch in Cloppenburg werden neue Kfz-Spezialisten für Elektroautos gesucht

Die Kreishandwerkerschaft informiert über den Beruf Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Hochvolt- und Batterietechnik. Aktuell gibt es noch viel zu wenige Auszubildende – während der Bedarf steigt.

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Die Zukunft gehört der E-Mobilität: Nur Experten dürfen an das Herzstück des Autos – die Batterie. Foto: dpa/Murat

Die Zukunft gehört der E-Mobilität: Nur Experten dürfen an das Herzstück des Autos – die Batterie. Foto: dpa/Murat

Die Entwicklung ist eindeutig: Immer mehr Elektroautos rollen über Cloppenburgs Straßen. Insgesamt zählt der Landkreis Cloppenburg mittlerweile 1030 reine E-Fahrzeuge, teilt die Kreishandwerkerschaft mit. Es zeichnet sich ab, dass es in Zukunft noch weit mehr werden dürften.

Und weil auch Elektroautos ab und an in die Werkstatt müssen, braucht es zunehmend Kfz-Mechatroniker, die sich mit der System- und Hochvolttechnik dieser Autos auskennen und entsprechend qualifiziert sind. Zwar gehört dieses Wissen mittlerweile zur Grundausbildung eines jeden Kfz-Ausbildungsberufs dazu. Direkt an der Batterie der Autos dürfen allerdings nur speziell ausgebildete Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Hochvolt- und Systemtechnik arbeiten. 

Im Grunde müsse man von "Kfz-Elektrikern" mit einer Sonderausbildung für das "Arbeiten unter Spannung" sprechen, sagte Ulrich Lade, Kfz-Ausbilder im Haus des Handwerks in Cloppenburg. Am Ende der Ausbildung müssen die Kfz-Mechatroniker "das ganze elektrische System des Fahrzeugs verstanden haben". Die Spezialisten für Hochvolt- und Systemtechnik sind zudem in der Lage, direkt "am offenen Herzen" – der Batterie – zu "operieren".

Christian Meyer (links) und Dr. Michael Hoffschroer stehen an einem VW-Hybridauto. Foto: NiemeyerChristian Meyer (links) und Dr. Michael Hoffschroer stehen an einem VW-Hybridauto. Foto: Niemeyer

Kreisweit viel zu wenig "Batterie-Experten"

Im Landkreis Cloppenburg gibt es aktuell noch viel zu wenige Auszubildende mit diesem Schwerpunkt, erklärt Dr. Michael Hoffschroer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg. Bestenfalls brauche es 14, um eine Berufsschulklasse füllen zu können. Aktuell seien es kreisweit höchstens 2. Die Kreishandwerkerschaft will diese Lücke füllen und sprach daher am Donnerstagvormittag auf einer Informationsveranstaltung mit interessierten Ausbildungsbetrieben. "Wir haben die Kompetenz, das zu stemmen", erklärte Hoffschroer. Er zeigte sich erfreut, dass für das kommende Jahr bereits 20 Ausbildungsplätze für den Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik geplant seien.

Dennoch müssten noch viele Betriebe eine Hürde überwinden, sagte Christian Meyer, Geschäftsführer des Autohauses Meyer in Harkebrügge. "Viele denken, dass sie in dem Schwerpunkt Hochvolt- und Systemtechnik noch nicht ausbilden können, weil kaum E-Autos in die Werkstatt kommen", sagte Meyer. Die Betriebe äußerten auch Bedenken für den Fall, dass sie einen Auszubildenden gewinnen können, eine Klasse für den Schwerpunkt in den Berufsbildenden Schulen (BBS) im Landkreis jedoch nicht zustande kommt. Hoffschroer erklärte, dass sich auch dann Lösungen finden ließen, etwa in Kooperation mit Berufsschulen außerhalb des Landkreises. "Niemand fällt ins Bodenlose", sagte er. 

Viel Verständnis für Computertechnik gefragt

Während die Betriebe noch ein wenig zögern, sind die Berufsbildenden Schulen in Friesoythe und Cloppenburg sowie die Kreishandwerkerschaft in Cloppenburg bereits für die Ausbildung der neuen Spezialisten gewappnet. Rainer Timmen, Lehrer an der BBS Cloppenburg, und Carsten Bartels, Lehrer an der BBS Friesoythe, erklärten, dass der Landkreis sie mit viel Geld unterstützt hat, um den Schwerpunkt Hochvolt- und Systemtechnik adäquat ausbilden zu können. "Wir haben die ganze Bandbreite im Haus", sagte Rainer Timmen. Die Schulen sind zum Beispiel bereits mit originalen Elektro- und Hybridmotoren, speziellen Messgeräten und Freischalttrainern ausgestattet. Auch an entsprechend qualifizierten Lehrern mangele es den Schulen nicht. "Wir sind sehr gut aufgestellt", bilanzierte Timmen.

Am Ende kommt es aber auch darauf an, dass sich genügend junge Menschen auf die Ausbildungsplätze bewerben. "30 bis 50 Prozent der Ausbildungsplätze werden nicht besetzt", gab Hoffschroer zu bedenken. Christian Meyer macht jungen Menschen Mut, sich für eine Kfz-Ausbildung mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik zu entscheiden. "Das ist ein sehr interessanter Beruf, in dem viel Verständnis für Computertechnik gefragt ist", sagte er. Sein Sohn habe sich dafür entschieden – und arbeitet mittlerweile als Meister bei Porsche.

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