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Auch bei Plagiaten hängen Angebot und Nachfrage zusammen

Thema: Gefälschte Markenware hat Konjunktur – Solange derjenige als Fuchs gefeiert wird, der täuschend echte Plagiate einkauft, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Fälschermarkt boomt.

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Das romantisierte Bild des trällernden Verkäufers, der an Südeuropas Sandstränden Touristen auf der Innenseite seiner Weste goldene Uhren feilbietet, gehört längst der Vergangenheit an. Gefälschte Markenware wird mittlerweile zu 28 Prozent über das Internet gehandelt – Tendenz steigend.

Die Kundschaft? Sicher, hier und da werden – salopp gesagt – Menschen übers Ohr gehauen, die besten Gewissens das Schnäppchen bei Ebay wähnten. Das eigentliche Problem, und damit der Motor der Fälscher-Industrie aber sind die Konsumenten, die ganz bewusst zu Plagiaten greifen, weil diese günstig zu haben sind, beim Laien auf der Straße aber den großen Auftritt versprechen. Man sehe sich nur in den Fußgängerzonen um: Wer mag denn ernsthaft glauben, dass die 14-Jährige, die gleich Hausaufgaben machen muss, eine Louis-Vuitton-Handtasche für 2000 Euro trägt, sofern Oma nicht gerade im Lotto gewonnen hat?!

Youtuber vergleichen gefälschte mit Originalware

Das kriminelle Geschäftsmodell wird zudem salonfähig, wenn hippe Youtuber ganz offen in Videos vergleichen, inwieweit sich die gefälschte Rolex überhaupt noch vom Original unterscheidet. Und spätestens an diesem Punkt ist jeder Einzelne von uns gefragt: Macht es wirklich Freude, die gefälschte Submariner für 99 Euro am Arm zu tragen? Oder spare ich lieber ein paar Jahre und lasse mir irgendwann das Original, das ich mir erarbeitet habe, beim Juwelier anpassen?

Solange wir einen kriminellen Markt als Schnäppchen-Paradies glorifizieren und zum Aufpolieren des eigenen Egos für Nachfrage sorgen, wird das Angebot nicht nachlassen.

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