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Armut für viele?

Thema: Inflation erneut auf Rekordniveau – Einen nicht geringen Anteil am derzeitigen Preisniveau trägt die Europäische Zentralbank. Nun ist die Ampel gefordert.

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Inflationsraten auf dem derzeitigem Niveau hat Deutschland seit der Wiedervereinigung nie gesehen. Was einzelnen Branchen – etwa im Energiesektor – nun durchaus in die Karten spielt, wird besonders für Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger zur untragbaren Belastung. Die hohen Teuerungsraten allerdings nur auf die Preistreiber Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie zu schieben, greift zu kurz.

Einen nicht geringen Anteil am derzeitigen Preisniveau trägt auch die Europäische Zentralbank (EZB) unter der Führung von Christine Lagarde. Zwar hat sie nach 11 Jahren des Stillstands endlich eine Zinswende versprochen – diese kommt aber viel zu spät und fällt mit einer mickrigen Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozent auch viel zu gering aus. Das lange Zaudern Lagardes, obwohl Ökonomen über Jahre auf eine katastrophale Entwicklung hingewiesen haben, führt nun dazu, dass sich mancher nicht mal mehr die Butter fürs ohnehin schon maßlos überteuerte Brot leisten kann.

Was also tun? Helfen könnte vor allem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel, wie etwa Obst und Gemüse. Zum Vergleich: Alleine die Preise für Tomaten haben um 25,9 Prozent, die für Kartoffeln um 13,3 Prozent angezogen. Gleichzeitig muss die Ampel-Koalition dafür sorgen, dass die Kartellwächter mit mehr Befugnissen ausgestattet werden, um – wenn nötig auch gegen den Willen der FDP – die Krisenprofiteure stärker zur Kasse zu bitten. Deutschland, als größte Volkswirtschaft Europas, muss endlich gegensteuern. Sonst folgt schlimmstenfalls auf den Wohlstand für viele ganz schnell die Armut für viele.

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