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Arbeitsunfähig oder nur krank? Die Grenzen verschwimmen

Thema: Viele Beschäftigte erscheinen krank am Arbeitsplatz – Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Der Trend an sich ist beunruhigend.

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Drei Viertel der Berufstätigen gehen lieber krank zur Arbeit, statt sich daheim auszukurieren. Das hat eine am Mittwoch vorgestellte Umfrage der Pronova-Betriebskrankenkasse ergeben.

Keine Frage, das Phänomen an sich ist nicht neu: Schon immer gab es die einen, die sich beim leichtesten Halskratzen krankschreiben lassen, und die anderen, die sich im Job als unverzichtbar betrachten und mit Schniefnase und Keuchhusten über der Tastatur kauern.

Mediziner warnen vor Verschleppen von Infekten

Bemerkenswert ist dagegen die Dimension, dass 75 Prozent der Berufstätigen lieber zur Arbeit gehen, statt sich und ihre Beschwerden auszukurieren – was Mediziner übrigens unbedingt empfehlen würden, um kein Verschleppen und damit Folgeerkrankungen von Herz, Lunge und weiteren Organen zu riskieren.

Doch worin mag dieser Trend begründet liegen? Das redensartliche Pflichtbewusstsein der Deutschen allein wird es nicht sein. Sicherlich kommt hier und da – gerade in diesen Zeiten – die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust zum Tragen. Mehr noch aber ist anzunehmen, dass die "Errungenschaften" der Corona-Pandemie eine gewichtige Rolle spielen dürften. Mit der Einführung von Homeoffice-Regelungen in zahlreichen Branchen ist Arbeiten flexibler geworden. Wen es nicht gerade mit Fieber niederstreckt und wer noch halbwegs seine heimische IT-Ausstattung bedienen kann, muss sich fast als Drückeberger fühlen, meldet er sich tatsächlich arbeitsunfähig. Ein gefährlicher Trend für den Einzelnen, der weit über die viel gescholtene 24/7-Erreichbarkeit von Arbeitnehmern hinausgeht. Die Grenzen verschwimmen.

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