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Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland gewinnt weiter an Stabilität

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli saisonbedingt nur leicht gestiegen. Besonders erfreulich ist die Personalnachfrage in den Betrieben.

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Symbolfoto: dpa

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Gute Nachrichten aus der heimischen Wirtschaft: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli zwar leicht gestiegen, aber der Wert liegt deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Besonders erfreulich ist die Personalnachfrage in den Betrieben im Oldenburger Münsterland. Sie hat ebenfalls spürbar zugelegt. Dies geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Vechta hervor.

„Die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland stabilisierte sich auch im Juli weiter. Der leichte Anstieg der Arbeitslosenzahl ist ausschließlich saisonal begründet", teilte Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta, am Donnerstag mit. Wie üblich im Juli, meldeten sich vermehrt junge Menschen nach Abschluss der Schule oder Ausbildung arbeitslos. Ferner liefen befristete Arbeitsverträge zum Quartalsende aus.

Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass der Anstieg im Juli mit 0,4 Prozent deutlich geringer ausfiel als in den Jahren vor der Corona-Krise. Damals lag der Zuwachs stets zwischen 6 und 10 Prozent. Diesmal wurden weniger Beschäftigte entlassen und mehr Arbeitskräfte in den Unternehmen neu eingestellt. Dennoch sind im Vergleich zur Situation vor der Pandemie insgesamt 698 Menschen mehr arbeitslos als im Jahr 2019.

Arbeitslosenquote unverändert bei 4,0 Prozent

Im vergangenen Monat waren insgesamt 7714 Arbeitslose bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern Vechta und Cloppenburg gemeldet. Das sind 27 Personen beziehungsweise 0,4 Prozent mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,0 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 4,7 Prozent. Damit liegt das Oldenburger Münsterland weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Dort beläuft sich die Quote aktuell auf 5,6 Prozent.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit wieder Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im Juli einschließlich der arbeitslos Gemeldeten insgesamt 9976 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 10,5 Prozent weniger als im Juli 2020.

Aufkommen der Kurzarbeit stark rückläufig

Die Zahl neuer Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit hatte nach dem Höchststand im Frühjahr 2020 in den Folgemonaten deutlich abgenommen. Seit November war allerdings wieder ein merklicher Anstieg an neuen Anzeigen zu verzeichnen. Seit März 2021 sind das Anzeigeaufkommen und die darin enthaltenen Personen wieder stark rückläufig, wie die Agentur berichtet. Im Juli zeigten 16 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für 317 Beschäftigte neu an.

"Der überwiegende Teil der neu gestellten Anzeigen entfällt auf Betriebe, die bereits zu einem vorherigen Zeitpunkt Kurzarbeit angezeigt haben“, heißt es. Um zukünftige Ansprüche zu wahren, müssten die betroffenen Betriebe die Anzeige, sofern mindestens 3 Monate keine Abrechnung der Kurzarbeit erfolgt sei, erneuern. Dies geschehe in vielen Fällen aktuell vorsorglich.

Seit April 2020 wurde im Oldenburger Münsterland für 62.887 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Die Zahl der Anzeigen sagt allerdings noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht jeweils erst nach 3 Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Hier liegen inzwischen die tatsächlich abgerechneten Daten für Januar vor: Im Januar haben 1383 Betriebe für insgesamt 8036 Arbeitnehmer Kurzarbeit abgerechnet.

Auf dem Stellenmarkt tut sich aktuell eine ganze Menge. Dem Arbeitgeberservice sind allein im Juli insgesamt 999 neue Stellen zur Besetzung gemeldet worden. Das sind satte 99,4 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen stieg um 44,7 Prozent auf 4560 Stellen. Die neuen Arbeitsstellen entfielen primär auf die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, den Einzelhandel sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren.

Ausbildungsmarkt bietet noch viele Chancen

Der Ausbildungsmarkt im Oldenburger Münsterland bietet noch viele Chancen. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2020 haben sich 1803 Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 11,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter 3106 freie Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das waren 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Stand Mitte Juli gab es noch 1197 freie Ausbildungsstellen und mehr als 470 suchende Jugendliche. Wie in jedem Jahr dürfte sich in den Wochen vor dem offiziellen Ausbildungsstart noch einiges in den Betrieben tun. „Interessierte sollten sich daher auch jetzt noch bei der Berufsberatung über freie Ausbildungsstellen und mögliche Alternativen informieren", rät Heliosch.

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