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Arbeitsmarkt erholt sich trotz Krisenstimmung

Die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Münsterland ist weiter rückläufig. Daran ändert offenbar auch der anhaltende Krieg in der Ukraine nichts.

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Die Personalnachfrage der Betriebe ist im Mai leicht gestiegen. An Arbeit mangelt es also nicht. Insbesondere im Baugewerbe werden weiterhin zusätzliche Fachkräfte benötigt. Foto: Speckmann

Die Personalnachfrage der Betriebe ist im Mai leicht gestiegen. An Arbeit mangelt es also nicht. Insbesondere im Baugewerbe werden weiterhin zusätzliche Fachkräfte benötigt. Foto: Speckmann

Krieg in der Ukraine, anhaltende Pandemie, unterbrochene Lieferketten, steigende Inflation: Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft geben Anlass zu großer Sorge. Doch der Arbeitsmarkt scheint von der Krisenstimmung bisher kaum beeindruckt zu sein. Die Zahl der Arbeitslosen ist bundesweit weiter rückläufig. Auch im Oldenburger Münsterland ist die Entwicklung positiv.

Wie schon in den Vormonaten, ist die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Münsterland im Mai weiter gesunken. Sie liegt deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Derweil ist die Personalnachfrage der heimischen Betriebe leicht gestiegen. Darüber hinaus es gibt wieder mehr Ausbildungsstellen und -suchende. Dies teilt die Agentur für Arbeit Vechta am Dienstag mit.

„Trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine hat sich der Arbeitsmarkt im Mai durch die Frühjahrsbelebung und die Lockerungen der Corona-Maßnahmen weiter erholt", berichtet Frank Sänger, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Vechta. Die Arbeitslosenquote bewege sich deutlich unter Vorjahresniveau und sei erstmalig wieder niedriger als vor Beginn der Corona-Pandemie.

Personalnachfrage ist im Mai leicht gestiegen

Laut Mitteilung waren bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit sowie den Jobcentern Vechta und Cloppenburg insgesamt 6.249 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 247 Arbeitslose beziehungsweise 3,8 Prozent weniger als im April. Die Quote für das Oldenburger Münsterland sank um 0,1 Punkte auf 3,3 Prozent. Zum Vergleich: Auf Bundes- und auf Landesebene liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,9 Prozent.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die wieder Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im Mai einschließlich der arbeitslos Gemeldeten insgesamt 8305 Menschen unterbeschäftigt. Das sind etwa 17,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Personalnachfrage der Betriebe im Oldenburger Münsterland ist im Mai leicht gestiegen. Dem Arbeitgeberservice wurden insgesamt 671 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Das sind allerdings 17,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Großteil der neuen Arbeitsstellen entfällt auf die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften. Auch das Baugewerbe und der Einzelhandel melden einen erhöhten Bedarf.

"Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt erhöht den Fachkräftebedarf in den Betrieben branchenübergreifend."Frank Sänger, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Vechta

"Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt erhöht den Fachkräftebedarf in den Betrieben branchenübergreifend", so Sänger. Ein wichtiger Baustein zur Fachkräftegewinnung sei die Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten in Unternehmen. Die Agentur für Arbeit Vechta berate und unterstütze gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern die Betriebe und Arbeitnehmer dabei, die erforderlichen Weiterbildungen zu finden und umzusetzen.

Durchaus erfreulich ist auch die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2021 haben sich 1743 Bewerber für Ausbildungslätze gemeldet. Das sind 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Neben der Nachfrage ist auch das Angebot gestiegen. Es wurden insgesamt 3008 freie Stellen gemeldet – 2,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dennoch waren Mitte Mai 781 Bewerber unversorgt und 1828 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Leichter Rückgang bei der Kurzarbeit

Bei der Kurzarbeit verzeichnet die Agentur einen leichten Rückgang. Im Mai zeigten 29 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für 825 Beschäftigte neu an. Im April waren es 27 Betriebe für insgesamt 1021 Beschäftigte. „Viele der neuen Anzeigen kamen weiterhin von größeren Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und sind durch die Lieferkettenproblematik begründet“, heißt es.

Schon im vergangenen Jahr war das Anzeigeaufkommen zuletzt stark rückläufig gewesen. Anzeigen für Kurzarbeit erfolgten insbesondere aufgrund konjunktureller oder saisonaler Arbeitslosigkeit. Nach einem einmalig starken Anstieg der Anzeigen im Januar aufgrund der weiter anhaltenden pandemiebedingten Auswirkungen in einzelnen Branchen ging die Zahl in den vergangenen Monaten wieder zurück.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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