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Arbeitslosigkeit im Oldenburger Münsterland steigt weiter an

Die Leiterin der Agentur für Arbeit in Vechta sieht vor allem zwei Gründe dafür, warum die Zahlen im Juli weiter nach oben gestiegen sind. Ohne diese Faktoren sehe die Lage ganz anders aus.

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Symbolfoto: dpa

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Die Arbeitslosenzahlen im Oldenburger Münsterland sind im Juli noch einmal leicht angestiegen. Das zeigen die Zahlen der Agentur für Arbeit, die am Freitag veröffentlicht worden sind. Sowohl bei der Agentur für Arbeit als auch bei den Jobcentern waren mehr Arbeitslose gemeldet als im Juni.

Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta, sieht vor allem zwei Gründe, die für den weiteren Anstieg der Zahlen verantwortlich sind: "Zum einen die Fortführung der Registrierung ukrainischer Geflüchteter in den Jobcentern und zum anderen die Arbeitslosmel- dung junger Ausbildungsabsolventen in den Arbeitsagenturen.“

Der zweite Punkt komme allerdings nicht überraschend. Es sei üblich, dass nach dem Abschluss der Berufsausbildung mehr Meldungen im Juli die Folge seien. Berücksichtigt werden müsse dabei, dass der größte Teil der ehemaligen Azubis bereits eine schulische oder weitere berufliche Perspektive habe. Sprich: Die gemeldete Arbeitslosigkeit sei nur von begrenzter Dauer.

Es gebe noch einen weiteren Punkt, der die Arbeitslosenzahlen nach oben drücke: Es sei Quartalsende. Weil jetzt viele befristete Arbeitsverträge auslaufen, gebe es aktuell auch mehr Entlassungen. Alles in allem zeigt sich Heliosch aber überzeugt: "Ohne diese Sondereffekte wäre die Arbeitslosenzahl im Oldenburger Münsterland unverändert niedrig. Die Arbeitskräftenachfrage und Neueinstellungen der Unternehmen bewegen sich auf stabilem Niveau."

Die Zahlen im Überblick:

  • Oldenburger Münsterland: Mit 7261 Personen waren im Juli  444 Arbeitslose bzw. 6,5% mehr gemeldet als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8%, während sie im Vorjahr 4,0% betrug. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 453 bzw. 5,9%. Im Vergleich zum Juli 2019 (vor Corona) ist die Arbeitslosenzahl um 245 bzw. 3,5% gestiegen.
  • Landkreis Vechta: Mit 3199 Personen waren im Juli 354 Arbeitslose bzw. 12,4% mehr gemeldet als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 3,6%, während sie im Vorjahr ebenfalls 3,6% betrug. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 32 bzw. 1,0%.
  • Landkreis Cloppenburg: Mit 4062 Personen waren im Juli 90 Arbeitslose bzw. 2,3% mehr gemeldet als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0%, während sie im Vorjahr 4,4% betrug. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 421 bzw. 9,4%.
  • Geschäftsstellenbereich Cloppenburg: Mit 2511 Personen waren im Juli 86 Arbeitslose bzw. 3,5% mehr gemeldet als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6%, während sie im Vorjahr 4,0% betrug. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 269 bzw. 9,7%.
  • Geschäftsstellenbereich Friesoythe: Mit 1551 Personen waren im Juli 4 Arbeitslose bzw. 0,3% mehr gemeldet als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,8%, während sie im Vorjahr 5,3% betrug. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 152 bzw. 8,9%.

Die berufliche Lage bei Geflüchteten aus der Ukraine

Aktuell sind im Oldenburger Münsterland 810 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet, das sind 138 bzw. 20,5% mehr als im Vormonat. Der Großteil (801) davon wird von den Jobcentern betreut. Hintergrund ist der Zuständigkeitswechsel zum 1. Juni 2022 von den Kommunen zu den Jobcentern. Bis auf wenige Ausnahmen sind die ukrainischen Arbeitslosen auf die Folgen des Ukraine- Krieges zurückzuführen.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt bietet auch kurz vor dem Ausbildungsbeginn noch viele Chancen. Stand Mitte Juli gab es noch 1487 freie Ausbildungsstellen bei 482 noch suchenden Jugendlichen im Oldenburger Münsterland. Aktuell läuft zum ersten Mal im Oldenburger Münsterland die „Praktikumswoche“. Für die sind auch jetzt noch Anmeldungen hier möglich.

Die aktuelle Entwicklung bei der Kurzarbeit

Die Anzahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. Die Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes und der Lieferkettenproblematiken bilden sich in den Anzeigen der Kurzarbeit im Oldenburger Münsterland noch nicht sichtbar ab. Im Juli zeigten 12 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für 74 Beschäftigte neu an. Im Juni waren es 17 Betriebe für 174 Beschäftigte.

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