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Arbeitgeberverband Oldenburg fordert ein Konjunkturprogramm

Jörg Waskönig, Arbeitgeberpräsident in Oldenburg, wünscht sich, dass Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen werden. Er glaubt auch, dass die Infektionswelle noch lange nachwirkt.

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Jörg Waskönig ist Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Oldenburg. Foto: Hibbeler / AGV

Jörg Waskönig ist Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Oldenburg. Foto: Hibbeler / AGV

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Oldenburg (AGV), Jörg Waskönig, hat am Donnerstag in einer Videopressekonferenz die Lockerungsmaßnahmen  der Politik begrüßt. Der Saterländer Unternehmer  meinte, dass nach fast zwei Monaten „Corona-Lockdown“ nun konsequent und zügig die Rückkehr zum öffentlichen und wirtschaftlichen Leben angegangen werden muss.

Das Ende des Lockdown sei zwingend erforderlich gewesen, „wenn Wirtschaft und Gesellschaft nicht vollends in den Abgrund gerissen werden sollten“, betonte Waskönig. Ein Auf und Ab von Lockerungen und erneuten Beschränkungen dürfe es aber nicht geben. Vor allem die verlässliche Kinderbetreuung sei für viele Mitarbeiter wesentliche Voraussetzung der Beschäftigung. „Homeoffice kann vieles, aber nicht alles auffangen. Deshalb müssen Kitas, Kindergärten und Schulen zügig wieder geöffnet werden.“

Nordwesten verzeichnet massive Rückgänge

Im Nordwesten sei es zu teils massiven Rückgängen von Beschäftigung, Einkommen und Nachfrage gekommen. Diese Verwerfungen würden "sicherlich auch nach Abklingen der Infektionswelle noch länger fortbestehen",  meinte Waskönig. Die Pandemie habe die Verwundbarkeit der global vernetzte Weltwirtschaft aufgezeigt, und auch „wie sehr die globalisierten Verflechtungen auch in unsere Region hinein von Bedeutung sind“, sagte der Arbeitgeber-Vorsitzende. Corona zeige aber auch, wie wichtig internationale Kooperation sei.

Konjunkturprogramm muss Strukturwandel stützen

Waskönig forderte ein Konjunkturprogramm: „Wohl durchdacht, keine Geschenke aus der Gießkanne.“ Ein Programm im Rahmen eines „green deals“ müsse einerseits die Wirtschaft schnell wieder anschieben, andererseits mit einem Fokus auf Infrastruktur, Digitalisierung und Umweltschutz den in der Krise offengelegten Mankos der deutschen Volkswirtschaft entgegensteuern. „Es muss den dringenden Strukturwandel unterstützen“, so Waskönig. Eine Analyse der Corona-Krise müsse in Hinblick auf das Gesundheitssystem, aber auch auf sonstige Abhängigkeiten innerhalb der Lieferketten erfolgen. Betriebe wie auch Volkswirtschaften müssten resilienter ausgerichtet werden.

Dr. Norbert Hemken, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn, berichtete, dass der Gastronomie- und Tourismusbranche im Kurort bereits jetzt 40 Millionen Euro Umsatz verloren gegangen sei. Der Tourismus sei eine Leitbranche der Region, so Hemken, der vom Land stützende Zuschüsse verlangte.

Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer des AGV, berichtete über weitere Branchen wie Metall, Textil, Chemie und Bauwirtschaft und die dortigen Umsatzeinbrüche. Allein im Bezirk der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven hätten, so Lehmann, bis Ende April mehr als 6000 Betriebe mit rund 83 000 Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet.

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