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Arbeitgeber kann Ihnen auch 2021 noch Corona-Bonus zahlen

Dank einer verlängerten Frist können Arbeitgeber bis Ende Juni steuerfreie Corona-Zahlungen ausschütten. Auch Arbeitnehmer, die bereits 2020 eine Pauschale erhalten haben, können erneut profitieren.

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Die Pauschale soll Belastung durch die Corona-Situation abfedern: Im Bild ein Mitarbeiter in der Fahrzeugproduktion. Foto: dpa / Murat

Die Pauschale soll Belastung durch die Corona-Situation abfedern: Im Bild ein Mitarbeiter in der Fahrzeugproduktion. Foto: dpa / Murat

Arbeitgeber konnten ihren Beschäftigten in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Dezember 2020 aufgrund der Corona-Krise steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen gewähren. Bis zu einem Betrag von 1500 Euro bleiben diese Sonderzahlungen oder Sachleistungen steuerfrei. Für diese Hilfen müssen keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden. Arbeitgeber, die im Jahr 2020 noch keine Corona-Zahlung an die Mitarbeiter entrichtet haben, können das aber noch nachholen. Möglich macht dies das Jahressteuergesetz 2020. Mit diesem wurde die Frist, in der eine Corona-Unterstützung gewährt werden kann, bis zum 30. Juni dieses Jahres verlängert. Der Steuerfreibetrag von maximal 1500 Euro bleibt dabei unverändert. Die steuerfreie Sonderzahlung ist auch Minijobbern gegenüber möglich.

Auch Arbeitnehmer, die bereits eine Corona-Pauschale im Jahr 2020 erhalten haben, können profitieren. Hat der Arbeitgeber im vergangenen Jahr zum Beispiel 400 Euro ausgezahlt, kann er im Rahmen desselben Arbeitsverhältnisses bis zum 30. Juni 2021 noch einmal einen Betrag nachzahlen, allerdings nur bis zur Gesamthöhe der Pauschale von 1500 Euro. Im Beispiel wäre also noch eine Nachgewährung von bis zu 1100 Euro möglich.

"Der Corona-Bonus kann pro Arbeitnehmer nur einmal steuerfrei gewährt werden."Claudia Kock, stellvertretende Vorsteherin des Finanzamtes Vechta

Wichtig für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Die Fristverlängerung führt nicht dazu, dass im ersten Halbjahr 2021 noch einmal 1500 Euro steuerfrei ausgezahlt werden können, aber es wird der Zeitraum für die Gewährung des Betrages gestreckt. "Der Corona-Bonus kann pro Arbeitnehmer nur einmal steuerfrei gewährt werden. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer, die in 2020 keinen Bonus erhalten haben, nun doch noch davon profitieren können", bestätigt Claudia Kock, stellvertretende Vorsteherin des Finanzamtes Vechta und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Will also ein Unternehmen noch eine steuerfreie Zulage für das Jahr 2020 zahlen, dann hat es mit der Auszahlung an den Mitarbeiter noch bis zum 30. Juni 2021 Zeit? Kock: "Lohnsteuerlich ist dies wohl so. Der Bonus kann einmal steuerfrei gewährt werden. Das Jahr ist daher unerheblich. Beim Unternehmer ist die Zahlung des Bonus jedoch Betriebsausgabe und nur in dem Jahr abzugsfähig, dem sie wirtschaftlich zuzuordnen ist. Daher ist es nicht sinnvoll, den Bonus rückzubeziehen."

Claudia Kock ist stellvertretende Vorsteherin des Finanzamtes Vechta und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Foto: KühnClaudia Kock ist stellvertretende Vorsteherin des Finanzamtes Vechta und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Foto: Kühn

Für die Abrechnung in den Betrieben gelte weiterhin die Voraussetzung, dass der "Bonus zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn und unmittelbar zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Pandemie geleistet wird", erklärt Kock. Abrechnungstechnisch müsse der steuerfreie Corona-Bonus im Lohnkonto aufgezeichnet werden, sodass er als solcher erkennbar ist. "Aus den Aufzeichnungen muss hervorgehen, dass die Auszahlung zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Pandemie erfolgt. Soweit ausnahmsweise keine Verpflichtung zur Führung von Lohnunterlagen besteht, genügt ein einfacher Zahlungsnachweis." Die Corona-Zahlung muss der Betrieb dem Finanzamt nicht eigens ankündigen, da sie aus den Lohnabrechnungen hervorgeht.

Der Corona-Bonus muss bis zum 30. Juni 2021 gezahlt sein

Arbeitgeberseitig geleistete Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld fallen nicht unter die Corona-Steuerbefreiung. Wichtig: Der Corona-Bonus ist jetzt abschließend befristet. Wird er erst im Juni ausgezahlt, muss er auch noch im Juni 2021 beim Mitarbeiter auf dem Konto eingehen, anderenfalls wird die Steuerersparnis nicht gewährt.

Hintergrund der "Auszahlungsverlängerung" ist, dass viele Unternehmen selbst Corona-Hilfen beantragt haben, diese jedoch bis Ende des vergangenen Jahres noch nicht erhalten haben. Die Bundespolitik räumt unter anderem aus diesem Grund den Unternehmen, die ihre Mitarbeiter an den ihnen zugedachten Hilfen teilhaben lassen, mehr Zeit zum Auszahlen eines Corona-Bonus ein.

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