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Anfangs machten die Beine schlapp

Gründerszene: Der 24-jährige Friesoyther Dennis Bokow hat Ende Oktober einen eigenen Bau- und Heimwerkermarkt eröffnet. Die Selbstständigkeit war schon mit 13 sein Ziel.

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Start up: Zwölf bis 15 Stunden steckt der 24-jährige Dennis Bokow jeden Tag in sein junges Unternehmen. Foto: Stix

Start up: Zwölf bis 15 Stunden steckt der 24-jährige Dennis Bokow jeden Tag in sein junges Unternehmen. Foto: Stix

Unternehmensgründer sind oft junge Menschen, die nach Studium oder Ausbildung und einer ersten Berufserfahrung den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. So jung wie der Friesoyther Dennis Bokow allerdings sind die wenigsten.

Bereits mit 15 hat Bokow einen Bauchemie-Onlinehandel für Gewerbekunden aufgezogen und mit 18 als erste Firma unter seinem Namen betrieben. Ende Oktober, im Alter von gerade mal 24 Jahren, hat er dann den Schritt an die breite Öffentlichkeit gewagt und an der Barßeler Straße seinen eigenen Baumarkt für Heimwerker eröffnet.

„Mir war schon mit zwölf oder 13 Jahren klar, dass ich nicht als Angestellter arbeiten will, sondern für mich selbst.“Dennis Bokow, Unternehmensgründer

Die Idee, sich selbstständig zu machen hatte Bokow allerdings noch deutlich früher. „Mir war schon mit zwölf oder 13 Jahren klar, dass ich nicht als Angestellter arbeiten will, sondern für mich selbst“, sagt er. Konsequenterweise hat er mit Blick auf seine Erfahrungen im Onlinehandel nach dem Abschluss an der Heinrich-von-Oytha-Schule noch die Berufsschule Einzelhandel an den Berufsbildenden Schulen Friesoythe besucht.

Der Rest hat sich fast zwangsläufig ergeben. Der Online-Handel für Gewerbetreibende ist immer weiter gewachsen und war irgendwann so groß, dass die Garage nicht mehr ausgereicht hat. „Da hat mich meine Mutter quasi dort rausgeschmissen und ich musste mir eine Lagerhalle suchen“, erzählt Bokow.

Früh angefangen zu Sparen und Rücklagen zu bilden

Und dann war da noch der Wunsch, den Kundenkontakt nicht nur per E-mail, sondern auch persönlich zu erleben. „Einen stationären Handel wollte ich immer schon gerne eröffnen.“ erzählt Bokow. Und mit der Erfahrung aus der Bauchemie sei er dann eben beim Bau- und Heimwerkermarkt hängen geblieben. „Das hat sich so entwickelt.“

„Baubär“ hat er seinen Markt genannt und komplett aus eigener Tasche ausgestattet. „Die Bank wollte nicht in den Ankauf von Waren investieren“, erzählt Bokow. „Das wäre ihnen gerade in Corona-Zeiten zu riskant gewesen.“ Er klingt dabei nicht so, als hätte ihm das Sorgen bereitet. „Ich habe früh mit Sparen angefangen, etwa durch Ferienarbeit, und auch aus dem Onlinehandel Rücklagen gebildet“, erzählt er. „Das ging dann schon.“

„Wenn ich bei Bosch etwas bestelle, bekomme ich keinen wettbewerbsfähigen Preis.“Dennis Bokow

Seine Zielgruppe sind normale und ambitionierte Heimwerker, Akkuschrauber bekommt man bei ihm etwa für 40 Euro und auch für 150 Euro. Bei der Auswahl der Marken hat er sich bewusst von den klassischen Firmen ferngehalten. „Wenn ich bei Bosch etwas bestelle, bekomme ich keinen wettbewerbsfähigen Preis“, weiß er. Stattdessen greift der Unternehmensgründer auf Marken aus dem Osten zurück. „Da bekomme ich vernünftige Qualität und habe Spielraum für gute Preise.“

Eine zweite Filiale als nächster Schritt

12 bis 15 Stunden steckt Bokow täglich in sein Unternehmen, von 7 bis 19.30 Uhr ist er im Geschäft. Unterstützt wird er von drei Mitarbeitern und einem Praktikanten, die er alle auf klassischen Wegen gesucht hat. „Ich wollte bewusst keine Freunde einstellen“, betont Bokow. „Freunde sollen Freunde bleiben und nicht Mitarbeiter werden.“

Die größte Herausforderung allerdings war anfangs das lange Stehen. „In den ersten Tagen war es schwer, da machen die Beine schlapp, wenn man das nicht gewohnt ist.“ Inzwischen aber sei alles top, sein Blick geht in die Zukunft. Eine zweite Filiale wäre möglich oder auch eine Produktlinie unter eigenem Namen. Ideen hat Bokow genug.

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