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Andreas Köster verantwortet das Geld der Superreichen

Der Investmentmanager aus Fladderlohausen leitet die Vermögensverwaltung bei der Schweizer Großbank UBS. Für Zahlen interessierte sich der 52-Jährige schon früh.

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Auf Heimatbesuch im August 2018: Andreas Köster (2. von rechts) hielt auf der Generalversammlung der Volksbank Dammer Berge in der Schützenhalle Fladderlohausen einen Vortrag. Das freute (von links) Vorstand Thomas gr. Klönne, Aufsichtsratsvorsitzender Hendrik Meyer-Möhlenhoff, Vorstand Oliver Kühne und die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ruth Honkomp. Foto: Böckermann

Auf Heimatbesuch im August 2018: Andreas Köster (2. von rechts) hielt auf der Generalversammlung der Volksbank Dammer Berge in der Schützenhalle Fladderlohausen einen Vortrag. Das freute (von links) Vorstand Thomas gr. Klönne, Aufsichtsratsvorsitzender Hendrik Meyer-Möhlenhoff, Vorstand Oliver Kühne und die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ruth Honkomp. Foto: Böckermann

Als Investmentmanager hat Andreas Köster natürlich zuallererst mit Zahlen zu tun. In welche Anlageklassen sollten seine Kunden investieren? In Aktien, in Anleihen oder doch in Währungen? Was ist die richtige Strategie oder von welchem Investment sollten seine Auftraggeber lieber die Finger lassen? Andreas Köster muss das tagtäglich überlegen und entscheiden. Und er ist dann nicht nur Banker, sondern manchmal auch eine Art Psychologe: "Wenn die Kunden einen Vertrauensverlust spüren, dann machen sie manchmal dumme Sachen."

Nicht im falschen Moment verlaufen, sondern auch in kritischeren Momenten stets die Kontrolle im manchmal undurchsichtigen Dickicht der Finanzmärkte behalten - auf diese Ratschläge bauen die Kunden von Andreas Köster. Und diese Kunden sind wohlhabend - sehr wohlhabend. Denn der aus Fladderlohausen stammende Köster ist Leiter der Vermögensverwaltung von UBS - der Schweizer Großbank mit Sitz in Zürich, wo er ein Anlagevolumen von mehr als zwei Billionen (!) Euro verantwortet.

Zahlen? Ja, die haben Andreas Köster schon immer interessiert. Mathematik und Physik hatte der 52-Jährige in der Schule als Leistungskurse, die Fächer lagen ihm etwas mehr als die romanischen Sprachen. Vielleicht wurde ihm das Faible für Zahlen und Finanzen auch etwas in die Wiege gelegt. Seine Mutter hatte eine Banklehre absolviert, sein Großvater eine Filiale in Markhausen geleitet.

Kontakte zum Finanzministerium und Wirtschaftsbossen

Dass Andreas Köster drei Jahrzehnte nach seinem Abitur 1988 am Gymnasium Damme eine Führungsposition beim größten Vermögensverwalter der Welt inne hat, ausgezeichnete Kontakte zum deutschen Finanzministerium oder Wirtschaftsbossen besitzt, bezeichnet der Lorser selbst hingegen als Zufall. Was ihm in Schule, Ausbildung und Studium zu Gute gekommen sei: Er interessierte sich für globale Zusammenhänge. Er wollte wissen, wie Wirtschaftsläufe funktionieren, wie Waren von A nach B kommen. Er wollte herausfinden, wie er an Probleme herangeht und sie löst. Wie er einen Mehrwert für Kunden genieren kann.

Andreas Köster sagt, er hätte genauso gut auch im Auslandskreditgeschäft landen können, um Tee und Baumwolle zu veräußern. Der Investment-Bereich sei dann jedoch der Bereich gewesen, wo er sich beruflich am besten auslassen könne. Er gewann Wettbewerbe und Awards. "Und dann rutscht man in diesen Bereich so rein", sagt Andreas Köster. "Türen öffnen sich, Türen schließen sich." Für den Familienvater öffnete sich nach Stationen in Frankfurt, Paris und London schließlich das Tor zur UBS in Zürich, von wo aus er mit seinem 50-köpfigen Team weltweit agiert.

Beruflich denkt Andreas Köster zwangsläufig international, den Kontakt zur Heimat pflegt er trotzdem und besucht, so oft es möglich ist, den Landkreis Vechta. Er unternimmt mit Freunden aus seinem Abiturjahrgang einmal im Jahr eine Tour. Er läuft mit seiner Gruppe "Rolf og Hans Venner" beim Carnevalsumzug in Damme mit. Wer aus Fladderlohausen kommt, ist natürlich auch Mitglied im Schützenverein, wo er vor exakt 40 Jahren übrigens Kinderkönig war. Der frühere Messdiener ist auch Mitbegründer der Bürgerstiftung Holdorf.

"Es gibt viele Anlaufpunkte, wie wir den Kontakt zur Heimat halten", sagt Köster. Seine Verwandtschaft schickt ihm Artikel der Oldenburgischen Volkszeitung, in WhatsApp-Gruppen werden die neuesten Nachrichten aus Südoldenburg geteilt. Interessiert verfolgt Köster, den alte Weggefährten als "sehr nett" und "für jeden Spaß zu haben" bezeichnen, auch die Ergebnisse von Bundesligist Rasta Vechta und Pro-A-Ligist Artland Dragons. Als Gründungsmitglied der ersten Basketball-Mannschaft beim OSC Damme (mit Freunden wie Stefan Wessel oder Andreas Koch) kennt sich der frühere Power Forward in dieser Sportart gut aus.

Vor 40 Jahren: Der Kinderthron des Schützenvereins Fladderlohausen mit (von links) Beate Hausfeld, Markus Rechtien, Präsident Hermann Niemann, Beatrix Rechtien, König Andreas Köster, Vizepräsident Josef Wernke, Maria Fischer und Stephan Köster. Foto: SchützenvereinVor 40 Jahren: Der Kinderthron des Schützenvereins Fladderlohausen mit (von links) Beate Hausfeld, Markus Rechtien, Präsident Hermann Niemann, Beatrix Rechtien, König Andreas Köster, Vizepräsident Josef Wernke, Maria Fischer und Stephan Köster. Foto: Schützenverein

In der 400.000-Einwohner-Stadt Zürich lebt Andreas Köster mit seiner Familie nach Stationen in Metropolen wie London und Paris sehr gerne. Er mag die kurzen Wege, die Nähe zu den vielen Seen. "Man fühlt sich hier schon fast wie in Norddeutschland", sagt Köster und lacht. Zwei Produkte aus der Heimat vermisst er dennoch: Den "traumhaften Spargel" und das Haake Beck. Der Bezug zur Heimat ist für Köster also immer irgendwie da. In gewisser Weise auch in beruflicher Hinsicht. Denn wie die Menschen im Oldenburger Münsterland ticken, wie sie arbeiten - das helfe ihm bisweilen auch bei seinen Entscheidungen. Mit einem Schmunzeln sagt Köster: "Der Südoldenburger weiß, wann er ein gutes Investment tätigen muss oder wann nicht." Völlig ohne Psychologie.


Zur Person

  • Andreas Köster stammt aus Fladderlohausen. Er ist der Leiter der Vermögensverwaltung von UBS, einer Schweizer Großbank mit Sitz in Zürich und verantwortet ein Anlagevolumen von mehr als 2000 Milliarden Euro. Das heißt, er gibt mit seinem 50-köpfigen Team vor, in welche Regionen, in welche Sektoren und welche Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Währungen usw.) UBS-Berater investieren sollten.
  • Andreas Köster machte sein Abitur 1988 am Gymnasium Damme. Der 52-Jährige absolvierte danach eine Ausbildung bei der Bremer Landesbank, studierte in Osnabrück und Düsseldorf und arbeitete für verschiedene Banken in Deutschland, Paris und London. Seit einigen Jahren lebt der Vater mit seiner Frau und seinen drei Söhnen (im Alter zwischen 11 und 16 Jahren) in Zürich.

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